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Reiseroute im kmz-Format für GoogleEarth.
Im Jahr 2009 fand vom 9. bis 12. Juli der internationale Kongress "Wacht beharrlich!" im Berliner Olympiastadion statt. Dazu wurden über 14000 Delegierte eingeladen. Als Versammlung Falkensee hatten wir das Vorrecht, etwa 300 Delegierte aus Georgien aufnehmen zu können. Da es für einige Schwierigkeiten mit dem Visum gab, haben wir auch noch einige Gäste aus Saporoschje in der Ukraine beherbergt (1 Bus mit Brüdern und Schwestern). Diese haben uns hernach eingeladen, sie auch einmal zu besuchen. Im Sommer 2010 ergab sich nach dem Bezirkskongress "Bleibt Jehova nahe!" tatsächlich die Gelegenheit dazu.
Seit kurzem hatte ich ein Auto und aus dem Vorjahr wusste ich in etwa, wie man eine solche lange Strecke mit dem Auto zurücklegen konnte. Also begann unsere Planung etwa einen Monat vorher. Jutta und ihr Sohn Ben wollten gern ihre Delegierten aus Tblisi besuchen - und eine Anreise mit dem Flugzeug war definitiv ausgeschlossen. Rahela hatte Gäste aus Saporoschje und den kleinen Umweg über die Ukraine sind wir gern gefahren. Somit war unsere Gruppe zusammen. Michael aus Moskau wollte gern in der Ukraine zu uns stoßen und uns begleiten - doch das hätte Probleme mit den Visa und dem Platz im Auto gegeben.
Kleiner Einschub: Wer keinen Text lesen will, sondern nur die Bilder (230) sehen, der folgt diesem Link. Eigentlich gibt es keine passende Musik für diese Reise, da der mp3-Player Hits der 50er bis 90er Jahre (sowie der Nullerjahre) spielte. Passen würde dennoch Owl City - Fireflies, Jason Derulo - Whatcha say, Cascada - Evacuate the Dancefloor, Kesha - Tik Tok, BOB - Nothin On You, Black Eyed Peas - Boom Boom Pow, Velile - Helele oder David Guetta - When Love takes over.
An dieser Stelle stellen wir euch die Reisegruppe gleich einmal vor. Ein Teilnehmer wollte nicht gern auf Fotos erscheinen, daher mussten wir sie schwärzen:
Rahela und Ben haben netterweise gemeinsam einen kleinen Reisebericht verfasst:
Dienstag, 13. Juli: In aller Frühe, vor dem Aufstehen (es ist noch dunkel!) starten wir von Falkensee, wir haben fast 1000 Kilometer vor uns! Rech bald sind wir auch schon in Polen. Eigentlich nimmt man den Grenzübergang nicht wahr, keine Kontrolle, kein Visum, nicht anstellen, keine Schikane (es liegen ja noch mehr als 20 Grenzen vor uns - da wird es ganz anders werden!). Doch die Straßenverhältnisse ändern sich sofort, die folgenden 30 Kilometer gleich nach der Grenze wird uns Polen ins Bewusstsein geschüttelt. Jutta möchte so gern Krakau besuchen. Aber unser Zeitplan ist sehr eng, bis auf den letzten Tag in Kilometern uns Stunden getimet. Eine Stunde jetzt am Start schleppen wir entweder durch alle Tage oder müssen sie herausfahren. Doch sonst macht die Fahrt doch gar keinen Sinn? Zum Glück haben wir eine Unterkunft in Lwiw über das Internet ausfindig gemacht, es muss also möglich sein:
Ein Besuch in Krakau (war eine ganze Zeit die Hauptstadt Polens, ist es insgeheim immer noch und kulturell sowieso) ohne ein Stück Torte ist so, als wäre man nicht dort gewesen. Somit begeben wir uns auf den Krakauer Marktplatz (Rynek) mit Kaffee und Torte Czarny Las (Schwarzwälderkirschtorte) und Sicht auf die Tuchhallen, Weiterfahrt nach Lviv (Ukraine), Grenzüberquerung mit normaler Kontrolle problemlos.
Es ist schon spät geworden. Die Straßen sind eine Katastrophe. Noch funktioniert das Navi und kennt die Straßen. Erst um 22:00 Uhr kommen wir abends an. Das Dormetry von Matthias rausgesucht hat Platz für uns, was für ein Glück. Wir bekommen zu viert sogar ein „Einzelzimmer“. Kurzer Mailkontakt mit Polina in der Ukraine, sie schickt noch eine Wegbeschreibung (zum Glück schreibt Matthias die 6 Städte auf einen Zettel). Glücklich und fertig fallen wir ins Bett.
Mittwoch, 14. Juli: Morgens Frühstück mit Kaffee von McDonalds auf der Bank mit Blick auf die Flaniermeile von Lviv. Hier wird mit Besen geputzt, die bei uns keiner mehr benutzen würde.
Wir wollten um 8:00 Uhr starten, wäre auch fast gelungen, wenn nicht in der Ukraine eine Stunde später wäre also 9:00 Uhr. Weiterfahrt nach Zaporoshye über Ternopol, Khmelnitskiy, Vinnitsa, Nemirov, Uman, Kirovograd, Znamenka, Aleksandrija. Zwischendurch geht das Ladegerät für das Navi kaputt. Das passt zu den kaputten Straßen hier. Die jeweils nächste Stadt ist auf unserem Zettel, wenn wir uns bei mancher Schlaglochteststrecke nicht immer sicher sind, die Straße nicht doch verloren zu haben.
Zwischendurch haben wir immer wieder Kontakt mit Polina per sms oder mobil. Sie versichert uns, dass sie auf uns warten egal wie spät es wird. Sie wohnt gegenüber von dem Supermarkt Ashan und dort würden sie uns abholen. Nachts um 2:00 Uhr rufen wir Polina an und sagen wir stehen jetzt auf dem Parktplatz von Ashan. Sie fragt jetzt? Ja jetzt endlich... Sie kommt uns mit ihrem Vater entgegen. Ihr Vater ist kein Glaubensbruder von uns und es ist das 1. Mal, dass Zeugen Jehovas in seinem Haus Gäste sind. Jutta und Rahela dürfen in den Ehebetten schlafen. Dafür schläft der Vater auf dem Boden, doch das ist ihm eine Ehre. Ben und Matthias schlafen im Wohnzimmer, das Zimmer indem sonst die Schwester von Polina schläft, die derzeit im Urlaub ist. Polina und ihre Mutter schlafen in Polinas Zimmer, indem sie sonst mit ihrer Großmutter (87 Jahre) wohnt. Polinas Vater hat alles getan, damit wir uns wohlfühlen, sogar die Lichtschalter sind beschriftet, damit wir uns zurechtfinden. Nach einem kurzen Essen und reden mit Polina fallen wir glücklich über die Gastfreundschaft und das wir gut angekommen sind in unsere extra für uns geräumten Betten.
Donnerstag, 15. Juli: Nach ausschlafen und frühstücken bei Polina zeigt sie uns ein wenig die Stadt per Auto. Eine typische sowjetische Stadt, wie Matthias sagt. Polina hat heute abend Versammlung und es ist gar keine Diskussion, ob wir mitkommen oder nicht. Natürlich gehen wir mit auch wenn Ben, Jutta und Rahela kein Wort verstehen. Der Gesang der Brüder öffnet uns das Herz. Er ist so laut, wie bei uns auf dem Pionierseminar. (Höre und habe einen Eindruck per Video.) Anna, die auch bei Rahela Gast zum internationalen Kongress 2009 war, kam hier in die Versammlung weil sie morgen Zusammenkunft hätte und morgen ist ein Ausflug mit den Brüdern und Schwestern geplant. Sie haben sich extra freigenommen, weil ihre Gebete erhört worden sind, das wir sie besuchen. Nach der Versammlung kommen die Schwestern und Brüder auf uns zu wollen uns kennenlernen und sich mit uns verständigen mit Übersetzer oder ohne mit Händen und Füßen, eine Schwester kann auch ein bisschen deutsch, sie ist Lehrerin und sehr lebenslustig. Zwei Brüder meinten wohl nette ledige Schwestern, da müssen wir Kontakt aufnehmen und zum Schluss hat Rahela noch einen ganz abgegriffenen Kugelschreiber als Geschenk bekommen. Super romantisch. ;-) Ben lernt Abel (15 Jahre) kennen. Sie unterhalten sich in Englisch und Ben ist ganz beeindruckt von dem Einsatz, den Abel für die Versammlung zeigt und welche Aufgaben er schon übernimmt. Der Vater von Abel erzählt, er hat seinen Sohn bewusst Abel und seine Tochter Eunike genannt, weil damit sichergestellt ist, dass diese Kinder ihren Weg für die Wahrheit gehen, da man mit so einem Namen in der Welt nicht weiterkommt. Er wollte dann wissen wer Rahela ihren Namen gegeben hat, also Rahelas Mama, was hast du dir dabei gedacht? Der Vater von Abel macht noch eine Saalführung für uns und wir lernen die Brüder kennen, die heute Nacht die Wache übernehmen, diese erfolgt jeden Tag und wird wochenweise im Schichtwechsel eingeteilt. Anschließend kurzes Abendmahl bei Polina daheim. Wir essen Bortsch so richtigen nicht mit Salat sondern mit Kohl ;-). Der Vater von Polina ißt gemeinsam mit uns. Es ist das erste Mal, das er bei einem Gebet dabei ist. Daher bitten wir Matthias in russisch zu beten. Polina ist überglücklich. Polinas Vater versteht sich gut mit Matthias und er kann mit ihm sogar über die Wahrheit sprechen. Legen wir alles weitere in Jehovas Hände.

In der russischsprachigen Versammlung (eine von 40) in Запароже in der Ukraine.
Freitag, 16. Juli: Nach gemütlichem Frühstück und selbstgemachten süßen Teilchen (wie dicke Eierkuchen) von Polinas Mama, starten wir zu unserem Treffpunkt mit den Brüdern. Anna, Walla und ihre Tochter Anya, Maj und ihr Sohn Mark sind dabei. Erst besichtigen wir das Museum der Kosaken. Kosaken kämpften für die Freiheit und waren Helden. Warum heißt Zaporoshye Za Poroshye? Das bedeutet nach den Stromschnellen. Heute ist da ein Staudamm gebaut und dadurch sind die natürlich entschärft worden. Anschließend wollen sie mit uns auf der Insel eigentlich ein Picknick machen und Schaschlik grillen. Doch wegen zu hoher Waldbrandgefahr ist es dort nicht möglich und sie fahren woanders mit uns hin.

Beim Picknick vlnr: Polina, Anja, Ben, Jutta, Matthias, Anja und Aik. Im Vordergrund: Rahela.
Eine schöne Stelle in der Nähe von dem Fluss Dnepr. Leider kann man darin nicht baden zu dreckig. Doch Ben konnte angeln. Wir haben den ganzen Nachmittag zusammen gesessen und uns ausgetauscht, Matthias musste übersetzen und übersetzen. Alle haben erzählt, wie sie zur Wahrheit gekommen sind oder was sie dazu bewegt hat Pionier zu werden. Am Kreisverkehr große Verabschiedung unter Tränen „Spasiva Iegova“.
Samstag, 17. Juli: Kurzes Frühstück, eigentlich haben Polina und ihre Mutter heute früh Versammlung (bei 11 Versammlungen ist es notwendig auch am Samstag Versammlungen abzuhalten). Anschließend werden wir von der ganzen Familie herzlich verabschiedet und sie wünschen uns alles Gute für unsere weitere weite Reise.
Wir fahren in der Ukraine noch etliche Kilometer. Wenn die Straßen es zulassen auch mal schneller. Und Rahela fährt über die böse weiße durchgezogene Linie obwohl nur ein Trecker vor ihr war und da doch überholen erlaubt ist. Denkste, rausgewunken und junger Beamter erzählt Matthias etwas von Strafe. Auf dieser Brücke darf man nicht überholen es ist sooo schlecht einzusehen. Dabei muss erwähnt werden, dass es sonst keinen Menschen interessiert, das mit 80 km/h durch die Ortschaft gerast wird. Also was denkt ihr, was die Strafe kostet? 70 Euro und dann ganz ohne Eintrag und Papiere und die Sache ist vergessen. Naja, da wir weiter wollten und nicht erst noch in die Stadt rein zum bezahlen usw. lassen wir uns darauf ein und sind unser Bargeld vorerst los und haben einen jungen korrupten Beamten mehr unterstützt. Weiter geht es nach Moldawien. Bei Odessa sehen Jutta und Rahela Wasser und wollen natürlich baden, doch dann sehen die Menschen alle so komisch schwarz aus. Wir stellen fest, das dies eine Moorquelle ist und halten nur die Füße rein, irgendwie witzig.
Sonntag, 18. Juli: Unterwegs hatten wir die Idee, einfach in der Nacht durchzufahren und somit schon heute Nachmittag in Istanbul anzukommen. Leider war die einzige wichtige Strasse von Odessa nach Rumänien gesperrt wegen Überflutung der Nister, so mussten wir nach Norden über Moldawien über Chisinau ausweichen. Es zeigte sich, dass es zwei Moldawiens gibt - und eines möchte gern mit Russland zusammen, mag es daher nicht, dass wir nach Georgien reisen. Dieses heißt Transnistrien und ist schlimmer als die ehemalige DDR und UdSSR zusammen. Also ein richtiger Schurkenstaat. Der Beamte fragte Matthias bei der Einreise noch, ob er wirklich da einreisen möchte. Ja klar wir möchten durch Moldawien. Dummerweise erwähnte Matthias gegenüber dem Beamten, dass wir nach Georgien weiterreisen möchten, und das war der Fehler. Ab da war Spießrutenlaufen angesagt. Hier noch was zahlen, da noch was ausfüllen und für das Auto extra und überhaupt. Endlich geschafft auf der Straße im Dunkeln in Transnistrien, dauerte es nicht lange und da war schon die erste Verkehrsfalle aufgestellt. Eine GAI (offiziell: staatliche Autoinspektion) und das funktioniert so. Alles ist dunkel man fährt ganz normal und plötzlich wird alles hell und ein Inspektor erzählt einem man ist viel zu schnell gefahren und setzt sich dann hin und wartet bis man Angebote des Freikaufens macht, dies lief auf 7,20 Euro heraus. Matthias hat also seinen Charme spielen lassen und kam günstiger dabei weg, wie Rahela (10 Prozent von Rahelas Summe ;-(). Dann folgte eine spannende Fahrt bei der uns nur noch die Sterne helfen konnten, da Straßen von Beschilderungen ganz zu schweigen uns verließen und „Bärbel“ (Matthias Freundin, das Navi, mit der er sich immer noch siezt, Transnistrien auch nicht kannte). Alle 5 Minuten sind wir von Beamten angehalten worden und kontrolliert worden (also insgesamt 4 Mal bei unserem kurzen Aufenthalt). Die Bürger in diesem Land waren alle sehr nett und haben uns Auskunft gegeben, aber da wahr-scheinlich noch niemand das Land je verlassen hatte, war das auch nicht so hilfreich. Langsam wurde es hell und wir fanden dann doch den Weg aus diesem Schurkenstaat heraus. Vorbei an mehreren Straßensperren hinter Militärplanen schienen Panzer hindurch. Das Beste kam dann noch, eine Fußballakademie von Sheriff, dem wohl fast das ganze Land gehört. So super chic und perfekt gebaut, der Rest des Staates lebt in Armut und Chaos aber das hier ist chic und perfekt. So, blos raus hier aus diesem Schurkenstaat – geschafft. Endlich im richtigen Moldawien, dafür mussten wir bei der Einreise auch zahlen, was sonst, 1,50 Euro geht ja noch. Ansonsten sieht man Pferdewagen Landwirtschaft und das ist alles. Die Einreise von Moldawien nach Rumänien war nicht weiter spektakulär. Wir machten eine Pause an einem Brunnen. Hier ist die Zeit stehen geblieben man sieht Schäfer mit ihren Schafen friedlich auf dem Feld. Das Land ist von Landwirtschaft geprägt. Hier hat jeder einen Pferdewagen, so dass die Pferdewagen auch Zulassungskennzeichen haben und es Verkehrszeichen gibt Achtung Pferdewagen. Die Grenzüberquerung von Rumänien nach Bulgarien war unspektakulär, nachdem was uns vorher geboten wurde. Vorher gabs noch eine kleine Fähre über die Donau, nett. Da wir nun genug gefahren waren, entschieden wir Stopp in Varna zu machen. Erst landeten wir total im Schickimicki-Zentrum 4-5 Sterne Hotels, entschieden dann aber das dies nicht unsere Preis- und Gesellschaftsklasse ist. Doch dann fanden wir ein Superhotel sogar mit Klavier im Zimmer und Matthias spielte uns ein Ständchen. Jutta und Rahela konnten endlich nach einer Woche Verzicht im Meer baden. Ein Nachtbad im Scharzen Meer, passt doch zusammen oder? Der Strand und das Wasser sind herrlich. Anschließend noch typisch bulgarisches Essen auf dem Touriboulevard gleich um die Ecke von unserem Hotel eingepfiffen. Kaputt ins Bett.
Montag, 19. Juli: Frühstück im Garten vom Hotel, dann Weiterfahrt in die Türkei. Grenze Bulgarien und Türkei in den Bergen unspektakulär. Da die Straße neu gebaut wird und daher gesperrt ist, fährt uns ein Bauarbeiter voraus und zeigt uns die Umleitung – durch roten Wüstensand Rally – siehe Video. In dem Ort gibt es Häuser, bei denen auf dem Balkon gleich die Grillkamine eingebaut sind. Leider konnten wir wegen der Ralley nicht anhalten und so existiert davon kein Bild ;-( Weiter nach Istanbul, der Verkehr ist gar nicht so chaotisch, wie Rahela dachte und sie fährt in Instanbul, Matthias hat uns nicht zuviel versprochen von den türkischen Straßen und Autobahnen, diese haben wirklich Weststandard). Und wieder die Nacht durch, nach Gerede führt die normale Autobahn nach Samsun nur wie eine Fernverkehrsstraße mit etlichen Baustellen durch die Berge, mit 40 km/h an Bussen und LKWs vorbei durch die Nacht, teilweise Schrittgeschwindigkeit.
Dienstag, 20. Juli: Morgens geht über Samsun am Schwarzen Meer die Sonne auf, Fahrt an der Schwarzmehrküste entlang, 16:00 Uhr in Georgien, die Grenze Türkei und Georgien ist chaotisch, die Türken drängeln sich vor und Matthias zeigt mal, das man sich in deutsch aufregen kann und auch verstanden wird, er setzt sich durch und Jutta, Ben und Rahela versuchen es ihm gleich zu tun. Matthias fährt mit dem Auto durch, während die anderen zu Fuß die Grenze passieren müssen und auch dort miterleben, wie Beamte sich Achtung verschaffen indem sie rumschreien und Türen knallen. Dann muss man sich noch einer Gesichtskontrolle unterziehen, neues System anscheinend. Von jedem wird per Webcam ein Foto gemacht. Doch auch das ist schnell überstanden. Wir sind endlich im Zielland angekommen!
Um etwa 17:00 Uhr erreichen wir den Badeort Batumi. Beim Hereinfahren springt uns die Armut und das Chaos an. Kühe laufen unbeirrt über die Straße, die Straßen sind in katastrophalem Zustand und ohne jede Regeln wird unter fleißigem Einsatz der Hupe gefahren. Irgendwie bewegt sich der Verkehr tatsächlich. Wir finden unser Hotel Oscar aus dem lonelyplanet nicht, dafür ein anderes. Nächsten morgen finden wir das Hotel Oscar in Trümmern und sind ganz froh, dass wir ein anderes Hotel gefunden hatten ;-). Wir laufen im dunkeln noch ein wenig durch Batumi. Der Kontrast ist heftig. Hier sieht man einerseits Armut und Chaos und auf der anderen Seite wird künstlich ein Badeort hochgezogen, mit 5 Sterne Sheraton und Springbrunnen und Fassaden, die Reichtum und Schickimicki vermitteln sollen. Dann kehren wir noch ein und verlangen das georgische Nationalgericht Chatschapuri - ein Riesenschiffchen mit Käse und Ei und viel viel Fett drin. Wir haben die mittlere Portion bestellt und konnten selbst diese nur bis zu einem drittel Aufessen soviel und gehaltvoll war dieses. Dann hab ins Bett, hier hatten Matthias und Ben im Zimmer ein Klavier, das scheint hier schick zu sein.
Mittwoch, 21. Juli: Früh Morgens ging es nun weiter nach Tblisi durch den kleinen Kaukasus Georgiens. Die Straßenverhältnisse ließen zu Wünschen übrig , doch der Blick auf das riesige Tal machte alles wieder weg. Zwischendurch dachten wir es geht nicht weiter, die Brücke wird erst gebaut und das Wasser über das wir rüber müssen ist mehr für einen Jeep ausgelegt , als für unser Auto, es geht trotzdem. Nach 4h Rodeo hatten wir die erste Etappe geschafft, der Pass auf 2023 m Höhe. Hier sind nette Einheimische, die uns gleich auf ein Bier einladen und uns Schokolade schenken. Sie kennen Zeugen Jehovas sind selber aber katholisch oder muslimisch. Man hört einen Muslimen gerade sein Gebet singen es schallt auf dem ganzen Pass. Gute Arbeit unserer Brüder in dieser einsamen Gegend. Später im Bethel erfahren wir, dass es für diesen Bereich extra zwei Sonderpioniere gibt. Nun ging es wieder Abwärts. Inzwischen fuhren wir wieder auf besseren Straßen, doch um so weiter wir der Straße folgten um so staubiger und heißer wurde es. Inzwischen war es 19:00 es wir waren nur noch 1h von unserem großem Ziel entfernt . 19:15...19:30...19:45........20:00, unser Ziel ist nach 9 ganzen Tagen (fast) ohne Probleme endlich erreicht. Schnell in den Supermarkt und Beeline-Karte fürs Handy besorgen und Matthias ruft Mamuka an, nach 5 Minuten war er da und die halbe Versammlung wartete auch schon zu Hause, wohnen natürlich bei ihnen zuhause. Und das alles obwohl er direkt von der Versammlung kam. Jetzt ging es auch noch zu einer Brauerei um frisches Bier zu holen und Brot usw. wird auch noch besorgt und wir ahnten das es ein langer Abend werden würde.................Willkommensparty bis 3:00 Uhr morgens. Nach dem 2. oder 3. Cognac fängt Mamuka an auf seinem Klavier zu spielen und zu singen. Die Nachbarn? Kein Problem, die sagen nix.
Donnerstag, 22. Juli: Müde stand Matthias auf, bis er bemerkte: wir haben verschlafen! Schnell angezogen, noch eine Stunde gefrühstückt (das macht man dort so) und nichts wie zum Georgischen Bethel, welches wir besichtigen wollten. Im Bethel angekommen stand uns gleich ein 5-sprachiger (deutsch eingeschlossen) Führer aus den Niederlanden zur Verfügung, der uns durch die einzelnen Teile des Bethels führte. Später stellte sich heraus, dass er schon in Berlin bei Freunden von Rahela geschlafen hatte und Rahela seine Schwägerin kennt. Die Welt ist klein. Im Bethel erwartete uns eine Überraschung. Viele, wenn nicht fast alle von unseren Brüdern und Schwestern vom Kongress 2009 trafen wir dort, mit denen wir uns ersteinmal ausführlich unterhielten. Dies ermunterte uns alle. Die Brüder aus dem Bethel sprachen gleich Matthias an, weil sie noch Zeit mit uns verbringen wollten. Gegen späten Nachmittag fuhren wir zurück. Doch wir hatten noch mehr vor. Wir fuhren nur schnell nach Hause um uns umzuziehen und weiter gings zum Jüdischen Viertel, in eine Synagoge, auf den ausdrücklichen Wunsch von Jutta. Die jüdische Kultur wurde uns genaustens von einem freundlichem, deutschsprachigen Führer erklärt. Doch als wir nicht spenden wollten, wurde er etwas grimmiger. Kurz darauf gingen wir auch. Weiter gings und zwar zu einem sehr netten Ehepaar Lia und Tomaszi, welches bei der Familie Anis wohnte während des internationalen Kongresses 2009, die schon ein großes Festmahl vorbereitet hatten. Es wurde noch ein schöner Abend, bei dem sie uns unter anderem erzählten wie sie die Wahrheit kennen lernten. Später entschieden wir uns zu gehen, da wir sehr übermüdet waren, doch Ben (Tomaszi sagt immer Super, super Ben) blieb da um dort zu schlafen. Unser erster Tag in Georgien.
Freitag, 23. Juli: Am nächsten Tag machte sich das georgische Essen so langsam bemerkbar. Alle mussten ganz oft auf Toilette. Doch das hinderte uns nicht daran unser Tagesziel zu verfolgen. Armänien dort wollten wir hin außer Ben, der blieb zum angeln in Tbilisi. Einmal nach Yerevan im Leben, doch das ist nicht so einfach. Yerevan war das Ziel, es wurde der Lesopark in Gori und das kam so: Also erstmal von Georgien Richtung Armenien. Bärbel und Straßenschilder sind hier nicht hilfreich. Daher haben wir uns trotz Angaben von Einheimischen einer ist noch ein Stück bei uns im Auto mitgefahren, mal wieder auch wenn es selten war, verfahren. Nach einem Schotterweg der kein Ende nehmen wollte, kamen wir mitten in den Bergen an. Eine Grenze an der keiner passiert. 14:00 Uhr war es nach armenischer Zeit sogar 15:00 Uhr. Die Grenzbeamten saßen vor ihren Häuschen und spielten zum Zeitvertreib Back Gammon. Nach kurzem Warten hat uns ein nettter junger Beamter betreut. Alles einfach und doch zweckmäßig und gut durchdacht. 8 Euro für das Visum, das wussten wir vorher und das geht ja noch. So, dann ist ja alles klar wir müssen nur noch Geld umtauschen, damit wir das Visum in armenischer Währung bezahlen können. Hinten beim „Broker“ ist dies möglich. Also hin und dann führte Matthias lange Gespräche in russisch und Jutta und Rahela waren ahnungslos, worum es ging. Dann übersetzte Matthias. Wenn wir mit dem Auto nach Armenien reinfahren kostet dies 70 Euro, 50 Euro rein und 20 Euro raus. Also das ist nun wirklich zuviel und wollen wir alle drei nicht zahlen. Doch ohne Auto sind wir aufgeschmissen, da wir mitten in der Pampa sind. Maschutkas (Ford Transits als Busse ausgebaut; Sammeltaxi) fahren hier auch nicht. Taxi ordern? Das wären unsere Möglichkeiten – oder umdrehen, nein in dem Moment wo Rahela diesen Vorschlag machte, hatte sie schon die stechenden Blicke von Jutta und Matthias in den Rippen und fügte sich für das Gruppenglück der Idee Armenien auf jeden Fall zu betreten, auch wenn wir nicht nach Yerevan kommen.
Die Armeniener und diese Grenze entpuppen sich wirklich als die nettesten Menschen, die wir je erlebt haben. Matthias wurde von vielen an der Grenze immer gleich per Vormamen angesprochen, weil dies in diesen Ländern so üblich ist nicht mit Herrn und Nachnamen anzusprechen. Zusätzlich war dies wahrscheinlich das einzigste, was sie auf lateinisch erkannt haben. Irgendwie waren Matthias und die beiden Damen für die Herren ja schon faszinierend. Warum kommen diese drei? Was wollen sie? Matthias erläutert mal das Land sehen und vor allem Yerevan. Davon beeindruckt und geehrt bietet ein Herr, der „Broker“ Matthias sein Auto an, damit wir reinfahren können. Matthias dankt, ist ihm zu heiß. Weil er aber soviel Mitleid mit uns hat, sagt ER er fährt uns bis zu nächsten Stadt. Was für ein Altruismus und das von einem Armeniener, die ja eigentlich überall als link in der Welt verschrieen sind, wir können das nicht bestätigen. Er fährt und bis in die nächste Stadt, sehr interessant aber er fährt weiter. Und noch durch noch eine Stadt durch und er erweist sich als guter Fremdenführer, der uns eine Menge erklärt. Er fährt uns zu einem ganz besonders schönen Ort, wo wir gut essen können, denn wir möchten armemisch essen und wir landen in Lesopark in Gori. Das bedeutet kleine Häuschen, von der Größe eines Zimmers, in der dann Tische stehen und einem das Essen gebracht wird. Draußen ein fantastisches Panorama der Berge. Wenn das Wetter besser wäre, hätten wir an einem der Tische an dem Wasserfall gesessen. Essen viel und lecker und wir probieren alles. Der nette „Broker“ war weg und wir sollten uns einen Taxifahrer ordern. Uns ist der Preis genannt worden, den er als Höchstpreis verlangen darf. Er will natürlich wesentlich mehr aber was will man machen, wenn man wieder an die Grenze und zu seinem Auto möchte. Die Grenzer verstehen gar nicht, warum wir schon wieder zurück kommen und nicht unser 21 Tage Visum ausnutzen, lassen uns aber trotzdem wieder raus. Sie sind immer noch am Back Gammon spielen... So jetzt die Rumpelstrecke wieder zurück nach Tbilisi und schnell zu Tomaszi und Lia und sehen wie es Ben am Tag beim angeln mit Tomaszi ergangen ist.
Wir kommen an und wieder tischt Lia auf. Jutta und Ben bleiben bei den beiden, weil sie den nächsten Vormittag noch miteinander verbringen wollen und Matthias und Rahela fahren in ihre unterschiedlichen Unterkünfte bei unseren unterschiedlichen Mamukas. Rahela muss alle wach machen, wie peinlich, sie sagen immer das alles kein Problem ist und dann total müde ins Bett.
Samstag, 24. Juli: Matthias, Mamuka und Maja holen Rahela bei ihrem Mamuka ab, der zur Versammlung geht. Wir fahren Marika und Mamuka noch schnell zur Versammlung, weil sie durch unsere Verspätung schon zu spät dran sind. Das sind dann 6 Leute im Auto - aber das interessiert in Georgien niemanden. Dann fahren Maja und Mamuka mit uns zu der Kirche "Jvari". Man hat hier einen super Blick über den Fluss und die alte Stadt, die die Hauptstadt war, bevor Tbilisi entstand.
Geradezu mündet der Fluss, aus dessen Richtung wir bei der Herfahrt aus den Bergen gekommen sind. Zwar dauerte diese Chaotenstrecke einen ganzen Tag, ist jedoch landschaftlich nicht zu übertreffen. Anschließend fahren wir in die Versammlung von Mamuka,um wenigstens noch dem Gesang der Brüder und Schwestern zu lauschen.
Doch die Zusammenkunft ist 10 Minuten zu früh fertig, wir sind nur noch zum Schlussgebet von Mamuka anwesend. Er erwähnt noch, das Brüder aus Deutschland zu Besuch sind. Sofort sind wir umringt von ganz vielen Schwestern, die uns alle knuddeln wollen. Die Herzlichkeit ist fast Rahela ein bisschen zuviel, und das soll ja schon was heißen. Alle wollen sich vorstellen, drücken, Fotos machen und sogar zwei ältere Schwestern sind der Meinung, sie sind zu alt für ein Foto, Rahela sagt "nix da, niemand ist zu alt und wir machen ein Foto". Dann treffen wir Jutta und Ben, die Lia mit der Metro gebracht hat.

In der Versammlung in Tblisi in Georgien. Einer der 15 Königreichsäle der Stadt, weitere 34 im Lande (Summe 49) für 18000 Verkündiger.
Ben bleibt bei Nick und will eine Angel kaufen gehen. Wir anderen drei fahren mit Mamuka in westliche Richtung zu einen wunderschönen Ort namens "Sighnaghi". Hier hätte man bei klarer Sicht einen Blick auf den Kaukasus (Das war uns leider nicht vergönnt). Einige Punkte liegen in Europa und sind über 5000 Meter hoch - obwohl doch der Montblanc als höchster Berg Europas mit 4810m gilt?! So sieht es dann aus:
Der Ort liegt idyllisch und die Häuser sind super restauriert. Man nennt das hier das Las Vegas Georgiens, weil man sofort heiraten kann. Wir sehen dann auch noch ein Brautpaar an der Stadtmauer. Er hat eine Tracht an, während sie nur ein schlichtes Kleid anhat, siehe Foto. Wir hören typische georgische Musik, die live gespielt wird.
Wir kraxeln auf der Stadtmauer entlang. Mamuka zeigt uns von weitem das Baugrundstück für den neuen Königreichssaal. Anschließend stellt er uns die Familie vor, bei der unten im Keller der jetzige Königreichssaal ist. Sogar mit Klimanalage, welch Luxus. Die Brüder laden uns sofort auf ihrer Terassenküche zu einer Tasse Kaffee ein. Weiter im Ort und wir lernen noch viele Schwestern hier kennen, die ihr selber ein Restaurant haben oder in einem arbeiten.
Alle wollen mit uns einen Kaffee trinken, doch wir haben ja noch die Verabredung mit den Brüdern vom Bethel, die extra für uns ein Restaurant reserviert haben und mit uns ein typisches georgisches Essen essen wollen und Zeit verbringen. Zum Glück kann Rahela hier mal englisch sprechen und Jutta sogar deutsch. Ein wunderschöner Abend / Nacht. Keiner beschwert sich, dass wir mindestens 4 Stunden zu spät sind. Von Betheliten eingeladen werden, was für ein Vorrecht!!! Wir machen ein Spiel und jeder erzählt von seinen geistigen Zielen, sehr interessant, was dabei rauskommt.
Sonntag, 25. Juli: Heute lassen wir den Tag langsam angehen, frühstücken 1h und fahren dann mit Mamuka zu einem Fernsehturmpark. Dies war nicht so interessant, allerdings hatten wir einen super Blick auf Tbilisi. Anschließend fuhren wir zu GOODWILL, dem einzigsten Supertmarkt bisher in Tbilisi. Hier gibt es alles und vor allem Regale voll mit deutschen Produkten (GUT und GÜNSTIG). Wenn die Georgier Glück haben, gibt es noch einen Aufkleber mit georgischer Erläuterung drauf, ansonsten Pech. Proviant für die Rückreise einkaufen und Geschenke. Mit 100 Euro sind wir dabei. Die Georgier können hier nicht einkaufen gehen, dies ist viel zu teuer. Sie kaufen auf ihren einheimischen chaotischen Läden und Märkten. Auf dem Rückweg machen wir noch kurz stop an einem Einkaufszentrum. Hier sind kleine Läden einer neben dem anderen unter anderem auch der von Marika, bei der wir wohnen. Sie hat einen klitzekleinen Laden mit Uhren. Eigentlich wollen Jutta und Rahela mit Maja und ihren Töchtern im Tbiliser Meer baden. Doch es wird spät und alle sind fertig. Umgeplant, während Matthias mit den „Jungs“ in die Banja geht, schwitzen, Bier trinken und quatschen, machen Jutta und Rahela die Stadt per Metro unsicher. Sie landen am Hauptbahnhof, Riesenmarkt, hier jeder hat die gleichen Waren und will sie loswerden, wie soll das gehen? Matthias fährt mit 8 Brüdern in einem Auto. Nach der Banja wird noch eine Stadtmauer belaufen, so dass das Abschiedsessen, wie nicht anders erwartet ein Nachtmahl wird. Schaschlik und viele andere leckere Sachen biegen den Tisch an dem ca. 15 Personen sitzen. Einfach ein Tisch rangestellt und eine Bierbank dazu und die Sache klappt. Selbstgemachter Wein und Cognac sind ein Muss. Als Überraschung hatten die Familien einen traditionellen Tanz vorbereitet, alles weitere sieht man jetzt in den Bildern...........2:00 Uhr ins Bett.
Nochmals unsere Gastgeber in Georgien: Bei Mamuka und Maja; mit ?, Lia und ihrem Enkel sowie ?, Marika, Mamuka und Mamuka.
Montag, 26. Juli: Nun hatten wir so langsam genug von der georgischen Speise, drum viel das Frühstück nur mager mit einem Glas Cognac und selbstgemachten Kefir aus – eine Spezialität hier. Danach hieß Abschied nehmen!!! Um 10:15 Uhr geht es los und 660 km werden wir heute fahren. Die Zeit bei den Georgiern hatte uns sehr gut gefallen, aufgrund ihrer Gastfreundschaft, ihres Humores und ihrer Einfachkeit. Auch das Land selbst gefiel uns sehr, leider hatten wir wie immer nicht viel Zeit, ansonsten hätten wir noch viele Tage dort zubringen können. Nur das Essen war ein wenig eintönig. Sehr geschafft stiegen wir ins Auto um ins 600 km entfernte Trabzon (Türkei) zu kommen, welches wir um 20:00 Uhr erreichten. Auf dem Weg trafen wir in Kutaisi noch David. Einen Bruder der mal 2 Jahre in Deutschland gelebt hatte und super deutsch spricht. Er hatte für Emily und Nana gedolmetscht, daher die Verbindung. Er wollte uns so gerne einladen aber wir haben ja immer keine Zeit. Er gab uns eine herzliche Karte für Emily mit. Treu bleiben ist die Devise, dann können wir im Paradies alles, was wir heute nicht schaffen nachholen.
Dank unserem Reiseführer Lonely Planet und geschäftstüchtigen Türken fanden wir im speziellen Viertel von Atatürk Alani ein gutes und günstiges Hotel. Während Jutta und Rahela sofort ins Bett sind um ihren Darm zu besänftigen, machten Ben und Matthias noch das Viertel by night unsicher. Um nicht durch Essensunverträglichkeiten die Weiterreise zu gefährden, aßen sie bei dem „Goldenen M oder Bögen“.
Dienstag, 27. Juli: Start in Trabzon ohne Frühstück, durchgefahren bis Samsun letzter Ort am Meer, Jutta und Rahela baden noch ein letztes Mal im schwarzen Meer in einer Badeanstalt. Hier sieht man vom Bikini bis ganz eingehüllt alles baden. Während ihres Bades dringt aus dem Minarett ein Gebet. Weiterfahrt nach Istanbul 1139 km. Hier eine Unterkunft zu finden und dann noch in unserer Preisklasse ist gar nicht so einfach. Ein Dometry nahe der blauen Moschee wird es, weil 4 reservierte Gäste nicht erscheinen – unser Glück. Matthias haust in der Abstellkammer, während die anderen drei sich ein Zimmer mit 3 Doppelstockbetten teilen. Das Bad ist voller Schimmel ekelig, doch was tut man nicht alles für eine Dusche. Nachdem wir die Unterkunft sicher haben machen wir noch die Altstadt unsicher. Man sieht Backpackers ohne Ende, die natürlich Nagile (Wasserpfeife) rauchen. Im Nachbarrestaurant raucht man gleich kostenlos mit. Alle sind hipp und wir essen typisch türkisches Essen Köfte und Kebap, was hier ganz anders schmeckt, wie bei uns daheim.
Mittwoch, 28. Juli: Frühstück auf der Dachterasse des Dometry, das ist wirklich toll mit Blick aufs Meer und auf die Stadt. Anschließend schauen wir uns die blaue Moschee von innen (Schuhe aus, iihh Käsesockengeruch in der Moschee und Jutta und Rahela verschleiert) und von außen an, die Hagia Sophia nur von außen, da sie 10 Euro Eintritt verlangen. Den Gewürzbasar müssen wir aus zeitlichen Gründen knicken. Weiterfahrt nach Griechenland nach Chalkidiki / Sithonia. Die Grenze ist unspektakulär außer, dass hier Militär mit Maschinengewehren stehen. Wir wollen in Griechenland tanken, da wir denken hier es günstiger, als in der Türkei 1,80 Euro. Das Benzin kostet nicht 1,07 Euro sondern 1,53 Euro wegen der Staatskrise Griechenlands, Mehrwehrtsteuererhöhung von 19% auf 23%. Außerdem erfahren wir an einer offenen Tankstelle, wo es noch Benzin gibt, dass es hier gerade einen Streik der Tanklaster gibt und immer wenn wir sehen, dass es noch eine offene Tankstelle gibt, sollen wir tanken. Das wirkt schon bedrohlich, die Griechen hat es ganz schön getroffen. Wir kommen auf Chalkidiki / Sithonia an und sind von der Schönheit der Landschaft beeindruckt. Nach einigen Anläufen finden wir den Traumstrand und Jutta und Rahela können bei Sonnenuntergang baden. Matthias opfert sich um schon mal eine Unterkunkt zu organisieren. Nicht so einfach alles ausgebucht oder zu teuer. Doch dann an der Straße ein Schild Elena rent rooms, unsere Rettung eine super Unterkunft für 40 Euro mit Kochnische und Terrasse unter Olivenbäumen, das ist Urlaub ;-) Weitere Reiseplanung ab ins Bett.
Donnerstag, 29. Juli: Matthias schläft, damit er fit ist für die Fahrt. Ben, Jutta und Rahela lassen es sich nicht nehmen und fahren zu einem morgendlichen Bad an den Traumstrand. Anschließend ausgedehntes Frühstück auf unserer Terasse mit sogar kleinem Meeresblick. Dann Fahrt von Chalkidiki über Thessalonik, die Bilder geben mehr her, als die Stadt selber. Über Mazedonien (komm doch herüber und hilf uns) Grenze problemlos. Besonderheit hier wird Wein im Tal im Geraden angebaut. Dann Grenze zum Kosovo. Hier ist es schon spannender man sieht UN-Fahrzeuge und KFOR (engl. Kosovo Force, die Kosovotruppe), die immer noch für Sicherheit im Land sorgen. Der Kosovo ist nicht im Abkommen der grünen Versicherungskarte also müssen wir 40 Euro für eine Versicherung abdrücken. Hier will mal Matthias umkehren an der Grenze, ist er krank? Nein der Umweg über Albanien wäre sooo weit, das wir die 40 Euro investieren und als Unterstütztung des Staates ansehen. Auf einem Pass machen wir kurz Pause. Hier ist ein witziger Campingplatz entstanden, wir würden sagen Bretterbuden... Scheint auch ein Wintersport- ort zu sein und jetzt im Sommer ist Picknik auf dem Berg angesagt neben den Kühen, irgendwie Happeningatmosphäre Durch eine Bausstelle haben wir uns mal wieder verfahren. Eine nette Schweizerin hilft uns an einer Tankstelle weiter und erklärt uns wie wir fahren müssen. Die Grenze zwischen dem Kosovo und Albanien ist locker zu passieren. Albanien hat straßenmäßig richtig was gemacht, nicht so, wie es im ADAC verteufelt wird. Wir fahren durch einen nigalnagelneu gebauten Tunnel auf einer neuen Autobahn, das macht Spaß. Auf der Fahrt, ganz passend, hören wir das Jahrbuch 2010 den Bericht von Albanien. Abends finden wir ein gutes Hotel in Shkodèr, man merkt wie die Leute bemüht sind aus nichts etwas zu machen.
Freitag, 30. Juli: Nach dem Frühstück im Hotel Fahrt von Shkodèr in Albanien weiter nach Montenegro. Die Grenze ist problemlos nach der Grenze kommt ein Riesensee Skadar See mitten in den Bergen mit Millionen von Seerosen genialer Anblick wenn die offen sind, bei uns waren sie noch geschlossen, trotzdem schön. (Aber Südtirol ist viel besser, sagt Ben, weil es dort schneebedeckte Berge gibt, und grüne Wiesen und ganz ganz viele Bäche mit Forellen und Kühen mit GANZ GROSSEN Glocken). Wir überqueren die Grenze von Montenegro zu Bosnien und Herzegovina hier ist ein super Panorama in den Bergen und wir müssen aussteigen um Fotos zu machen:
Anhand der Wolkenformation können wir schon sehen, dass das Meer in der Nähe ist. Dann endlich da ist sie, die Küste und Dubrovnik, aus Kurzaufenthalt ;-) 16:30 bis 20:30 Abfahrt wird ein längerer Aufenthalt, weil es hier sooo schön ist und es so genial ist, durch die Gassen der alten Stadt zu schlendern. Wir suchen uns eine Übernachtungsmöglichkeit und landen zufällig wieder in Bosnien Herzegovina, obwohl wir doch schon in Kroation waren und es in Bosnien Herzegovina nur einen klitzekleinen Bereich an der Küste gibt und genau hier haben wir unsere günstige Übernachtungsmöglichkeit gefunden 21:20 Uhr in Neum.
Samstag, 31. Juli: Um 4:30 ist die Nacht vorbei. Um 5:00 Uhr starten wir von Neum die 800 Kilometer nach Venedig noch eine ganze Zeit an der Küste entlang, schön. Ankunft in Mestre 16:00, Parkplatz für 18,00 Euro oder gleich Zimmer mieten? Letzteres wird es und so können wir uns entspannt auf Venezia einlassen. Mit dem Zug fahren wir rüber und erkunden dann zu Fuß die engen Gassen und die vielen Brücken. Alt und verwunschen. Auf dem Markusplatz ein Cappuchino im ältesten Cafe Florian seit 1720. Denkste kostet 8,50 Euro. Also suchen wir uns etwas in unserer Preisklasse und landen auf einem anderen Platz, auch nett. Dann einen anderen Weg zurück und mit der Bahn zu unserer Pension.
Sonntag, 1. August: Jetzt geht’s wieder Hoam. 7:15 Uhr los und 1133 Kilometer liegen vor uns. Kein Problem ist ja nur Autobahn und gut ausgebaut und Rahela hat einen Bleifuss. Ein wenig stockenden Verkehr haben wir, kommen aber trotzdem gut durch. Sabine, Max und Micha am Campingplatz am Garda See, würden wir gerne besuchen aber wir müssen weiter. Super Super Ben hat uns Südtirol irgendwie anders geschildert ;-) Holzschuhs sind auch nicht zu erreichen, also fahren wir durch. Erste Pause kurz vor Nürnberg. Unser letztes gemeinsamens Mahl, bei BurgerKing weil Rahela immer die Ausfahrt zum McDonalds verpasst. Aber dafür gibt es einen genialen Pralinenverkauf und LatteMacciato, der wieder mal wie ein Latte ausfällt nämlich groß und nicht so mickrig, wie in Dubrovnik oder Venizien und für Jutta sogar ein superstück Torte. Alle sind glücklich und beteuern sich wie toll diese Reise war und das dies eigentlich wiederholungswürdig wäre, wenn da nur nicht das Wörtchen ZEIT wäre...
PS: Fotos folgen ...
Nun noch mal alle 20 Länder in der richtigen Reihenfolge:
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