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Mit dem Auto nach Jordanien

Wüste

Es gibt natürlich auch wieder eine Variante nur mit Bildern und ohne jeden Text. Als Hintergrund empfehlen wir Amr Diab - Ella habeby / جديد عمرو دياب - الا حبيبي (bei youtube, "unser Lied") oder Shahd Barmada - Ba'd Elly Saar / شهد برمدا - بعد اللي صار (auch bei youtube). Wenn wir schon dabei sind: Königin Rania hat ihren eigenen youtube-channel.

Wieder einmal hatte ich keinen Urlaub geplant. Als Platzhalter hatte ich hier eine Chinareise eingetragen. Doch am 28. 3. 2009 sprach mich Martin an, ob ich nicht mit nach Jordanien reisen wolle. Gleich nach dem Bezirkskongress 9.-12.7.09 für drei Wochen. Da ich dort noch nicht war und meine Zukunft so weit nicht planen konnte, sagte ich unverbindlich zu. Im Scherz fragte ich Alex, ob er nicht mitkommen wolle. Dummerweise nahm er sich auch noch Urlaub für genau diese Zeit. Als es dann so weit war, hat es dennoch alles geklappt.

Petra1 Petra2 Um Qays

Neben historischen Stätten haben wir auch Syrien mit Fady besser kennengelernt, einen Eindruck von Amman und den vielen Kindern in seinen Straßen gewonnen.

Amar mit Fady Amman Martin mit Straßenkindern

Ganz problemlos war die Reise hingegen nicht. Im Gegenteil! Eine Reihe von Pannen reihten sich aneinander:

Dienstag, 21.07.2009, 1081 km
Von Berlin nach Ungarn

Auf unserem Plan stand für 4:00 Uhr die Abfahrt. Daher hatten Alexander und Matthias bereits in Biesdorf übernachtet. Ragheb und Amir wohnen ohnehin dort, auch Fady hat dort genächtigt. Jedoch sollte Martin erst um 5:00 Uhr eintreffen, somit wurde um 4:40 Uhr erst einmal in Ruhe gefrühstückt. Ragheb machte ordentlich Druck, so dass wir 5:30 Uhr losfahren konnten. Nur ein kleines Problem gab es: Wo ist die Zulassung des Transit? Sie ist nicht zu finden! Wer hatte zuletzt das Auto? Der Bruder von Amir. Wo ist er? In Magdala in Thüringen! Tatsächlich hatte er die Zulassung noch. Innerhalb von Deutschland ist das vielleicht kein Problem, aber über die Grenze kommen wir so nicht. Woher also eine Zulassung nehmen? Der Fahrzeugbrief reicht nicht. Die Zulassungsstelle macht erst um 8:00 Uhr auf und wir kennen die Wartezeit nicht. Also sind wir den Umweg (276 km) über Magdala gefahren und haben 11:30 Ragheb hinter Dresden wieder getroffen.

Frühstück Magdala Reifenpanne Abendessen Abendessen II

Um 13:00 Uhr waren wir dann in Tschechien und haben getankt sowie eine Monatsvignette für die Autobahn (12,50 €) erworben. Um 16:00 hatte der Transit dann seinen ersten Reifenschaden, der Mantel des Rades hinten rechts war völlig zerfetzt. Wir hofften, dass dies kein Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf der Reise werden sollte, schließlich sind die Temperaturen in Jordanien ungleich höher. Zudem standen wir in einer Kurve vor Ausfahrt 114 und ständig rasten LKWs vorbei, die eigentlich abfahren wollten, dann jedoch noch schnell wieder einscherten und hinter uns die Autobahn verließen. Fünf Minuten vor Raghebs Ankunft um 16:30 hatten wir sein Auto wieder fahrbereit. Bei einsetzender Dunkelheit haben wir um 20:30 unser mitgebrachtes Abendessen in Ungarn eingenommen. Kurz nach 22:00 haben wir noch einmal mit Forint getankt und uns kurze Zeit später auf einem Autobahnrasthof zum Schlafen gelegt. Die ersten tausend Kilometer hatten wir hinter uns, durch den Umweg waren wir aber etwa 300 Kilometer hinter dem Plan zurück.

Mittwoch, 22.07.2009, 985 km
Von Ungarn über Serbien nach Bulgarien

5:00 aufstehen mit Kaffee, 5:45 Abfahrt, 6:30 Reifenpanne roter VW hinten links, 6:40 Reifenwechsel fertig

Frühstück 1 Frühstück 2 Reifenpanne Arabischkurs

14:00 Nowui Sad hinter Donau, 80 km vor Belgrad, 16:30 Tanken, Es wird warm, Kopftuch, ... Reparatur Lüfter

Frühstück 3 Frühstück 4 Temperatur Elektroreparatur

17:30 Vignette Nisch 24 Euro, 20:00 Grenze Bulgarien (Stempel im Pass nur mit Zulassung des Autos) bei km 1862,

Donau Feuer Berge Bulgarien 1 Berge Bulgarien 2

22:00 gelbe Ampel - konstante Kontrolle der Polizei, 23:10 Übernachtung in der Nähe von Plovdiv (siehe Erwachet Juni 2009, Seite 16 bis 18) auf bewachtem Parkplatz in Bulgarien [km 2066]. Plovdiv ist älter als Rom, Karthago und Konstantinopel (Istambul, Byzanz) und hieß früher auch Eumolpia, Philippopolis, Trimontium und Filibe.

Donnerstag, 23.07.2009, 1154 km
Plovdiv - Türkei

5:25 Abfahrt ohne Früstück, 7:00 wieder ein Platten, 7:35 Tanken, 9:30Grenze Türkei [km 2242], erste Bekanntschaft mit der "anderen" Auslegung der Toiletten

Platten Einreisebestimmung Toilette

10:00 Vignette für Autobahn gezogen, 13:50 Vignette bezahlt: 5,50 TL (2,75 €) [km 2471], Schneewarnung auf der Autobahn? erster Eindruck Türkei und Muslimische Kultur sowie Blick auf das Mittelmeer:

Schneewarnung Minarett Mittelmeer

15:00 Uhr Überfahrt von Europa nach Asien: der Bosporus mit Brücke.

Brücke Bosporus Bosporus1 Bosporus2 Bosporus3

Eindruck von Istambul: ein Moloch

Istambul1 Istambul2 Istambul3

16:00 Burger King 52 TL für 6, 18:30 Tanken 60,1 liter für 192,42 TL [km 2793] - also für 1,60 € je Liter!!, 19:40 nächste Vignette 11,50 TL. Die Gegend wird merklich karger, wir fahren das Plateau in Richtung des Taurusgebirges hinauf. In der Nacht kommen wir an Tuz Gölü (türkisch für Salzsee) vorbei, dem zweitgrößten Binnensee des Landes. Er hat 32,9 % Salzgehalt. Am Ostufer führt die E90 vorbei, dort liegt ein markant brauner Tümpel (16 Kilometer lang). 0:35 Diesel Tanken Aksaray [km 3150]. Um 1:30 Uhr nachts schlagen wir bei Kilometer 3220 unser Nachtlager auf.

Abend1 Abend2 Nacht

Ich schlafe mit Martin draußen auf der Isomatte, jeder in seinen Schlafsack gehüllt. Über uns leuchten die Sterne und Jupiter leuchtet besonders hell zwischen ihnen. Noch sind wir 200 Kilometer von Adana entfernt.

Freitag, 24.07.2009, 715 km
Aksaray (Türkei) - Amar (Syrien)

In der Nacht ist es richig kalt geworden. Durch den steinigen Sand um unsere Isomatten läuft eine 20cm-Spinne - ich werde mir das mit dem "draußen übernachten" wohl noch mal überlegen. Kurz nach der Abfahrt um 4:30 Uhr kommen wir an einigen Ruinenstädten vorbei, während die Sonne um 4:50 Uhr langsam aufgeht. Vielleicht gehören sie zu Asikli Höyük oder Acemhöyük.

Sonnenaufgang morgens1 morgens2 morgens3

5:45 Tanken bei Shell, Unsere Fahrt geht durch das anatolische Hochland (östlicher Ausläufer des Taurusgebirges) auf bis zu 2000 Metern Höhe durch neuangelegte Tunnel und eine neue E90 an Bergen vorbei, die über 3000 Meter hoch sind.

Landschaft1 Landschaft2 Landschaft3 Landschaft4

7:00 Probleme mit der Bremse, Rattern, Flüssigkeitsverlust, 8:30 Reparatur für 20 Euro Alex, grandiose Aussichten in Richtung Syrien, es gehört aber der Türkei, Drachensteigen mit Lenkdrachen - dank Turbulenzen zerstört.

Landschaft1 Landschaft2 Landschaft3 Landschaft4

12:45 Grenze Türkei-Syrien [km 3678] ... und die Probleme beginnen. Alles "sehr sauber hier" (Zum Glück ist Fotographieren verboten):

Syrische Grenze 1 Syrische Grenze 2 Syrische Grenze 3

16:20 zu Fuß durch die Grenze, kann man noch was klären? 17:30 Uhr Abfahrt von der Grenze mit EINEM Auto.

Syrische Grenze 4 Syrische Grenze 5 Syrische Grenze 6

Auf der Fahrt fallen uns viele Granitläden in Syrien auf. Auf den 50 ccm-Roller reist die 5köpfige Familie ohne Helm und mit Gepäck durch das Land. Die LKW sind phantasievoll überladen, erreichen auch mal 6 Meter. Ein kleiner Minilaster mit 4 Meter Stroh hat oben noch einen Passagier drauf sitzen. Was passiert, wenn er bremst? So mancher Laster hat selbst in der Dunkelheit kein Licht an und taucht vor uns plötzlich auf. Dazwischen fahren Motorräder ohne Rücklicht (aber Frontscheinwerfer) und einige Geisterfahrer, die ihre Ausfahrt abkürzen wollen. In Richtung der Heimat von Fady (8 Kilometer Luftlinie von Libanon) werden die Straßen sehr bergig, aber offensichtlich ist die Region christlich geprägt. Man erkennt es an den vorhandenen Kirchen und den fehlenden Kopftüchern.

Um 21:30 kommen wir in Amar in Syrien an - der Heimatstadt von Fady [km 3935]. Dort gibt es eine berühmte Burg, deren Besichtigung wohl lohnt. Für uns reicht allerdings nicht die Zeit. Die GPS-Daten gibt es hier (GPX für GoogleEarth). Die Burg ist wohl "Krak des Chevaliers", jene ist immerhin Bestandteil des Weltkulturerbes der UNESCO.

Amar 1 Amar 2 Amar 3

Das Dorf besteht fast nur aus Christen. Endlich gibt es auch eine Dusche! Danach gib es noch etwas zu Essen.

Amar 4 Amar 5 Amar 6

Beim Essen bis 23:30 Uhr erfahren wir, dass alle Einwohner dieses Dorfes in Amerika leben (vornehmlich Pennsylvania) und nur im Sommer für ein/zwei Monate die Heimat bereisen und die Häuser renovieren. Entsprechend besitzen sie die doppelte Staatsbürgerschaft. Ganz offen gibt man sich dort als Zeuge Jehovas nicht zu erkennen, das Werk in Syrien ist verboten.

Samstag, 25.07.2009, 462 km
Ankunft in Amman (Jordanien)

Wir werden um 4:00 Uhr geweckt, um 4:15 genießen wir bei arabischem Kaffee den Sonnenaufgang, denn schon um 5:00 Uhr fahren wir ab. Von 7:00 bis 8:00 Uhr fahren wir durch Damaskus: laut, dreckig, überfüllt und an allen Ecken zusammengepfuscht. Das soll die Wiege der Zivilisation sein? Uns werden immer mehr Parallelen zur ehemaligen Sowjetunion offensichtlich. Nicht ohne Grund - die Recherche hinterher führt enge Beziehungen zu Russland bis in die heutige Zeit zutage. Um 9:00 Uhr erreichen wir die Grenze nach Jordanien [km 4276]: Syrien hat sich etwas neues einfallen lassen! Zur Ausreise muss man noch einmal 500 Syrische Denar (9 Euro) bezahlen. Aber man erhält eine formschöne Quittung:

Syrien Ausreise

Um 9:50 Uhr haben wir alles hinter uns und fahren nach Jordanien hinein. Wir kommen an zwei Olivenhainen der Familie von Ragheb und Amir vorbei, doch sie sind abgeschlossen. Wir kaufen frisches warmes Fladenbrot und Oliven, um unterwegs schon zu frühstücken. Diese Kombination ist wirklich lecker! Um 13:20 Uhr sind wir dann endlich in Amman [km 4397]. An einer Straße essen wir gegrilltes Lamm (als Schaschlik) mit Brot und Gemüse. Währenddessen fährt immer wieder ein kleiner LKW vorbei, der von seinem Tonband in 120 Dezibel die Stadt mit seinem Gurkenangebot beschallt: "1 Kiste (15 Kilo) für 500 Fils (-,50 €)". Nach wenigen Sekunden kennen wir seinen Text auswendig, doch das Tape wird nicht abgestellt. Er hält sogar (extra) neben unserer Mittagsstelle.

Um 14:20 kommen wir bei der Familie an - beziehungsweise dem Haus von Ragheb, das er in Amman hat bauen lassen. Drei Etagen sind schon fertig, zwei vermietet und wir ziehen in die kürzlich fertiggestellte dritte Etage. Auf der vierten stehen schon die Betonsäulen, der Stahl für die Decke schaut oben heraus. Aber das ist hier überall der Fall. Wir sind so geschafft, dass wir von 15:00 - 18:00 Uhr erst einmal schlafen. Wir planen eine kurze Stadtbesichtigung und ziehen um 19:00 los. Das Taxameter zeigt zwar etwa 2 JD (2 €), doch zahlen wir 3 JD. Von 20:00 bis 22:00 Uhr ziehen wir durch die Stadt, besichtigen die Einkaufsstraßen, die wichtige Moschee und das römische Theater. Ich kaufe mir gleich mal eine neue Handykarte von Orange (5JD mit 2JD Guthaben, Roaming funktioniert bis Deutschland, die Minute kostet 700 Fils) mit der Nummer +972 779 759 647. Ein passendes arabisches Handy folgt. Gemeinsam essen wir ein Schawarma im Zentrum und nehmen dann ein Taxi nach Hause.

Sonntag, 26.07.2009, 16 km
Amman und Versammlung

9:00 Ragheb weckt uns, Vorbereitung Frühstück, frisches Brot (30 Cent) und 5 Sorten Kichererbsenpüree, 10:00 - 1:00 frühstück, dann Arbeiterviertel, 1mm verzinktes Stahlbleck um einen 2 m² Wassertank zu schweißen, familie besucht, Drachensteigen, Tee, ..., etwas Markt, 400W Quecksilberlampe; 17:00 Uhr zu Huase Planung, umziehen, 19:00 einzige Versammlung in Jordanien, Unterstützung von Libanon (3500 Verkündiger, 70 Versammlungen), Oktober Bezirkskongress im königreichssaal. 92 Verkündiger im Land, Freitagabend englische Gruppe, 22:00 West-Amman, Pizzeria von Tarek, bis 2:00 Uhr geredet, arabische Kultur, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit

Montag, 27.07.2009, 10 km
Zu Fuss durch Amman

10:00 Uhr aufgestanden zu WholeSale (wie real,-), 12:30 Früstück, 15:00 Fahrt Taxi Stadt (3JD) zur Zitadelle / Herkules Tempel (Route als GPX), hinab, 1,5h Tingeln, 18:00 Uhr zu Fuss nach West Amman, 4th circle, Zaghan St. bis Starbucks (20:00 Uhr), viele Botschaften vorbeigekommen, 24:00 fußweg nach Hause, Ankunft 1:20 Uhr

Den schnellen Wandel unserer Zeit erkennt man erst beim zweiten Hinsehen. Ein Reisebüro gab uns eine Karte von Amman von 1984 - die Angaben waren schon so veraltet, man konnte sie kaum verwenden. Eine vernünftige Karte von Amman erwarben wir erst in den nächsten Tagen. Noch bis 1990 galt in Deutschland eine Genehmigungspflicht für Luftbildaufnahmen, die jedoch nach Artikel 37 des 3. Rechtsbereinigungsgesetzes entfallen ist. Im Jahr 2009 regen wir uns auf, dass wir in Amman kein freies WLAN finden, um uns Satellitenbilder jener Stadt auf unser Handy zu laden. Dann ist uns das Netz zu langsam angebunden. Und die elektronische Karte Ammans enthält dann erst eine Straße. Vor kurzem noch den Militärs vorbehalten, ist es jetzt für das Volk selbstverständlich.

Dienstag, 28.07.2009, 437 km
Jarasch (Gerasa), Al Rabbath und Um Qays sowie Irbid

8:20 Abfahrt nach Tee, Obst, .. ziel Jarasch (Zufluchtsstadt), Foto Wildbachtal Jabbok, Eintritt Gerasa 8 JD, 14:00 Al Rabbath (Burg aus 10. Jh, Route als GPX), Eintritt 1 JD mit Amir Karten geholt, 17:00 Um Qays nahe See Genezareth (fast zu sehen), 3 JD Eintritt, 19:00 Rückfahrt nach Sonnenuntergang (daher nicht mehr durch Sahara, wurde am 4.8. nachgeholt), 20:00 Schaurma für -,45 € p.P. in Irbid als Abendessen.

Von den 10 Städten der Dekapolis (siehe Plinius der Ältere) haben wir nun also vier besucht: Damaskus, Gadara (Umm Qais), Philadelphia (früher Rabbat-Ammon, heute Amman) und Gerasa (Jerash).

Mittwoch, 29.07.2009, 200 km
Totes Meer, Bethanien (Taufstelle Jesu) und Berg Nebo

6:30 aufstehen, 7:00 Abfahrt, 8:00 Einfahrt Bethanien "Taufstelle Jesu" geschlossen, erst ab 9:00 Uhr, 8:30 - 11:00 Baden im Toten Meer (Route als GPX), abspülen im Süsswasserzufluss, 11:30 Bethanien geführte Tour 7 JD, Ausgrabung, weißer Marmor (Bericht Italiener/Franzose 6. Jh), 1999 ausgegragen, Führung (Route als GPX), Münzen und Tonkrüge zur Datierung, 14:00 auf Berg Nebo (Route als GPX), Franziskanermönche Kloster 1 JD, nur Martin hinein, etwa 680 m. ü.NN. , das Tal ist jedoch ca. -380m u.NN, also entstehen über 1000 Meter Höhenunterschied und ermöglichen eine weite Sicht über das Jordantal, 18:00 Amman, weiße Kluft gekauft (Dubai-Outfit als Scheich), Chillen durch die Stadt

Donnerstag, 30.07.2009, 0 km
Archäologisches Museum Amman und abends Versammlung

11:00 aufstehen - Plan Museum? Keine Lust. 12:00 los, Nordumgehung - daher erst 15:00 Ankunft am Museum bei Zitadelle, bis 16:30 besichtigt, weisse Hose zum Beduinenanzug, 18:20 Abfahrt zur Versammlung mit 6 Stühlen, Bibellesehöhepunkte: 6 Minuten für 9 zuhörer! Englische Gruppe: 7 Verkündiger (Samir+Frau, 2xSri Lanka (Rose+...), 2 Kanadier, .); 0:10 Internetcafe als Saudi-Scheichs, -,50 € je Stunde, Maiskolben geschenkt von Ägypter

Freitag, 31.07.2009, 507 km
Petra, Wadi Rum und Aqaba (Ezjon-Geber)

Es ist frühmorgens, 4:00 Uhr, und die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als wir bereits aufstehen und uns fertigmachen. Langsam wird Amman von Sonnenlicht geflutet. Wir fahren los.

Amman frühmorgens Amman frühmorgens Amman frühmorgens

Um 7:00 Uhr gibt es kurz vor Petra Frühstück. Schon auf der Fahrt dahin sehen wir einige Steinhaufen (offensichtlich kein evolutionäer Zufall), die hier die Grenzmarkierungen für Grundstücke darstellen. Gegenüber dem gerade geöffneten Lokal findet das Leben einiger Hühner ein jähes Ende.

Der Eintritt in Petra kostet mitlerweise 21 Euro. Ragheb war schon hier, als es noch keinen Eintritt kostete (für Jordanier ohnehin nur ein JD), daher kommt er nicht mit. Amir geht es nicht so gut, also bleibt auch er im Auto. Es begeben sich also nur 3 Scheichs und ein Fremdenführer auf die Mission. Den ersten Kilometer mit dem Pferdewagen nutzen nur Touristen, die den Ort (und die geringen Entfernungen) noch nicht kennen:

Vor dem schmalen Eingang nach Petra kommen wir schon an einigen in den Sandstein gehauenen Gebäuden vorbei. Das Herumklettern darauf erinnert stark an das Elbsandsteingebirge und einige Tschechientouren. In einer Kammer finden wir einen angebundenen Esel. Die Nabatäer hatten auch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem ihrer Stadt. Unten sind die beiden Kanäle rechts und links des Einganges gut zu erkennen. Der eine diente für Brauchwasser, der andere für Trinkwasser. Beim letzten Bild erkennt man noch die verwitterten Reste der Verzierung jener Kanäle mit Personen, die aus dem Stein gehauen sind.

In der enger werdenden Schlucht (den Siq) kommen wir schließlich an den Eingang der Stadt und das berühmte Khazne al-Firaun ("Schatzhaus"). Es wurde 1989 nach Verwendung in Spielbergs Film "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" weltweit bekannt.

Alexis wollte unbedingt einmal auf einem Kamel reiten. Direkt hier war dies (nicht ganz preiswert) möglich und so drehte er eine Runde:

Morgen mache ich dann hier etwas weiter:

danach WadiRum (16:00) [km 5580] theoretisch 2 JD, doch besser mit Quad: 35 JD für 1,5h - aber alle sind unterwegs und es ist ja auch zu teuer. Also nur nach Aqaba 18:00 zum Baden bis 19:10 Sonnenungergang, 20:30 Hotel gefunden: 80 € für 2 Tage und 6 Personen (6,66 pP), Abendessen in Stadt, Strandparty bis Mitternacht, "public viewing" als Kulturbestandteil

Samstag, 01.08.2009, 0 km
Schnorcheln in Aqaba

10:00 aufgestanden, Ragheb hat seit 8:00 Tisch am Meer reserviert, Sonnenbrand, Amir und Martin kaufen ebenfalls Tauchausrüstung, 13:00 Essen, 14:00-16:30 geschlafen, etwas Schwimmen abends, [Internetcafe] arabische Musik (7 mp3 CDs), McDonalds, Karten geschrieben

Sonntag, 02.08.2009, 480 km
Arabatal, Höhle von Lot und Wasserfall am Toten Meer

Um 5:30 stehen wir auf und fahren 6:20 aus Aqaba [km 5607] nach Norden durch die Arava ('وادي العربا' - Aravasenke) nach Norden in Richtung Totes Meer. Seit jeher ist jenes Tal fast nicht besiedelt. Keine Karavane nahm den sanften Anstieg, denn es gibt kaum Wasser und am Toten Meer keine Passage. Im Westen liegt Israel mit 600m hohen Bergen, im Osten die jordanischen Berge mit bis zu 1700 Metern, die wir bei Petra und Wadi Rum umfahren haben.

10:00 Höhle von Lot besichtigt, Frühstück (Fladenbrot und Oliven), 11:00 Totes Meer, Badestelle bei Brücke / Reservat (31°33'05.49" N 35°33'45.08" E) kostet 10/15 JD - Wildbachtal Arnon. Wir fahren einen Kilometer weiter nach (31°38'199.99" N 35°34'20.31" E) - dort kostet es nix und man hat auch einen Wasserfall aus Süsswasser. 12:40-14:10 Fahrt nach Amman, Wachtturmvorbereitung, arabische Versammlung?

Montag, 03.08.2009, 38 km
Raeda, Tarek und Familie

14:00 West Amman, Blumenshop von Raeda Manteh, 16:30 Tarek bei neuem Haus: Königreichssaal plus Appartments in Etagen 2 und 3, 6 Verkündiger aber 26 Anwesende die letzten Sonntage, 20:30 Abendessen Familie mit 4 Brüdern von Ragheb, Eltern und zwei Onkel

Dienstag, 04.08.2009, 228 km
Mecca Mall und Fahrt nach Damaskus

Seit über einer Woche will Alex morgens um 6:00 Uhr mit mir losjoggen. An diesem letzen Tag macht er es tatsächlich wahr. Bis 6:30 Uhr bin ich dann endlich wach, um 6:45 geht es los. Es wird nur eine kleine Runde (Route als GPX) und um 7:00 Uhr sind wir wieder zurück. 8:30 wird gefrühstückt, 9:10 losgefahren und von 9:35 bis 13:10 im Mecca Mall geshoppt. Neben kleinen Souveniers finden wir leider keine Lenkdrachen für Amir. Pünktlich um 14:00 Uhr sind wir zurück und reinigen noch einmal die Wohnung vor der Abreise.

Um 15:35 Uhr geht es dann los [km 6085] in Richtung Syrischer Grenze. Hierbei fahren wir durch die Saharah-Wüste, die wir am 28.7. wegen der Dunkelheit nicht mehr sehen konnten. An der Grenze brauchen wir von 17:00 bis 19:00 Uhr nur zwei Stunden, dann geht es Richtung Damaskus.

Kurz vor Damaskus [km 6286] sorgt ein Loch in der Bremsleitung für das Versagen der Bremsen. Durch die Folgen des Rostes verlieren wir Bremsflüssigkeit. Bis 23:00 ist der Fehler behoben. Dann suchen wir ein Hotel, doch es kostet nicht 2€ pP, sondern 7+. Kurz nach Mitternacht ist eine Lösung gefunden.

Mittwoch, 05.08.2009, 743 km
Durch Syrien und die Türkei

7:45 im HOTEl von ragheb geweckt, 8:10-9:00 Altstadt Damaskus (Straße, die man die gerade nennt, 3 Schenken), 9:40 Abfahrt, 13:43 Ankunft Grenze [km 6659], erhalten Ford Transit zurück, Bemerkung zur Grenzstation: Fotos sind nicht erlaubt (Matthias hätte fast sein Handy verloren). Die Reinigungskräfte sind mit einem passenden Rosa gekleidet :-). Und die Ausreise kostet wieder 500 SD. 15:49 an türkische Grenze, 17:00 Uhr durch, erst mal etwas gegessen: 7 Cheeseburger, 3 Hamburger und Coke für 45 TL. Haben die uns wirklich nicht verstanden?

19:00-20:30 Transit geht bei Standgas aus, Reparaturversuch, nicht nach Griechenland? Es ist wieder sehr schwül, man klebt am ganzen Körper. 21:30 Tanken [km 6878]. Pause Mitternacht.

Donnerstag, 06.08.2009, 1012 km
Durchquerung der Türkei bis zur bulgarischen Grenze

6:15 Abfahrt [km 7062] 400km vor Ankara, Konya Yolu Salzsee bei km 7198, 16:15 Bosporus [km 7805] Istambul, seit morgens Bremskraftverstärker defekt, eine Stunde Pause unter der Brücke, 20:20 Ende der Autobahn [km 8047] mit 4,50 TL bei Erdine, 20:40 Grenze der Türkei [km 8073], BurgerKing für 66 TL, 23:35 Tanken in Bulgarien [km 8077] und gleich dort Übernachtung um Mitternacht.

Freitag, 07.08.2009 bis Samstag 8.8.09, 1944 km
Durchfahren nach Deutschland - fast 2000 km am Stück

Um zehn vor vier weckt mich Ragheb, dann fahren wir 4:10 Uhr Ortszeit weiter gen Heimat. Unser Navi kennt den Weg wieder und prognostiziert eine Ankunft Samstag früh um 6:21 Uhr. Den Stau an der Grenze Serbien/Ungarn kann es ja nicht erahnen. Da es nicht mehr so heiß ist, überkommt einen tagsüber nicht die ständige Müdigkeit, sondern man kann konzentriert fahren.

Bulgarien ist gespickt mit sinnlosen Straßenschildern. Bei jeder Einfahrt steht 50 oder 60km auf der Autobahn. Manchmal wird auch vor einer Radarkontrolle gewarnt. Niemand fährt dort langsamer. Die Straßen sind schlecht. Von 9:00 - 10:00 überqueren wir die Grenze [km 8450] nach Serbien. Frühstück von 11:50-12:30 [km 8560]. Um 19:18 erreichen wir die Grenze Serbien/Ungarn [km 8977] und sind dank griechisch-arabischer Taktik schon um 21:00 Uhr durch. Die ungarische Vignette kostet 8,50 €. Noch ein kurzer Essenstop 22:30-22:50 [km 9085], dann weiter bis der Tank wieder leer ist.

Es ist schon der 8.8. 0:52, als wir bei Györ tanken [km 9267]. Nach Fahrerwechsel tanken wir um 5:45 noch einmal kurz hinter Prag [km 9687] und dann erst 9:55 in Berlin [km 10021] - einen Kilometer von zuhause entfernt. Die angebotene Dusche ist sehr nett, auch werden wir liebevoll verköstigt. Das Datum für die Revival-Party im Scheichkostüm steht schon fest!

Das hier war der ursprüngliche Text der Seite seit Ende 2008:

Noch in Planung: Eine kleine Rundreise durch China, ergibt sich nach Klärung Arbeitsverhältnis, Urlaub usw.

Kleine Anmerkung: Schon drei Tage, nachdem ich diese weitgehend leere 'Platzhalter-Seite' erstellt hatte wurde ich von zwei unterschiedlichen Personen angesprochen: "Du willst nächstes Jahr nach China?" Naja, nicht ganz. Die 3 Urlaube 2008 wurde jeweils ca. 1 Woche vor Abreise geplant, mein planbarer Ereignishorizont wird auch 2009 nicht spürbar gestiegen sein. Somit weiss ich Ende Dezember 2009, ob ich tatsächlich im Jahre 2009 nach China reise oder irgendwo anders hin :-) Lasst euch einfach überraschen, ich lasse es ja auch **nochmalgrins**

Nachtrag 28.3.2009: Heute hat mich Martin angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, nach dem Bezirkskongress mit dem Auto nach Jordanien mitzukommen. Das klingt natürlich auch interessant. Am Ende von 2009 weiss ich mehr.

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