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mit dem Fahrrad nach RumänienEigentlich hatte ich vor, mit 5 Wochen auf dem Fahrrad durch Osteuropa zu bewegen. Aber leider wurde der Zeitrahmen aufgrund unterschiedlicher Umstände zusammengestrichen. Mit den restlichen verbliebenen 2 Wochen wollte ich in Richtung Walachei (Ebene südlich der Karparten in Rümänien) bis zum schwarzen Meer, je nachdem, wie weit ich kommen würde. Alternativ hatte ich überlegt, mit dem Motorrad diese Gegend zu erkunden. Doch da stellten sich technische Schwierigkeiten in den Weg.
Am vorhergehenden Freitag habe ich mir eine neue HG70-Kette für mein Mountainbike gekauft. Lowrider und Gepäckträger war längst befestigt, ebenso SKS-Schutzbleche, Shimano-SPD-Pedalen und Downhilllenker. Mit neuem Kettenfett sprangen dann allerdings die letzten beiden Gänge - meine Lieblingsgänge - über, ein Fahren war nicht möglich. Also konnte ich Montag nicht losfahren, sondern mußte mir die beiden letzten Zahnkränze noch einmal extra besorgen. Da die Kassette dann doch nicht geschraubt, sondern genietet war, konnte ich nur den letzten 13er Kranz austauschen.

Vom Wetter her stand die Reise unter keinem guten Stern. Die Temperaturen um 10-15 °C tagsüber sind zum Fahrradfahren eigentlich ideal, Dauerregen allerdings nicht. Bis zum Abend waren die 4 Ortlieb-Taschen gepackt, inclusive Thermo-CoolMax-kleidung und GoreTex Komplettausstattung (von der Mütze bis zu den Meindl-Stiefeln). Im Verlauf der Reise sollte ich diese dann auch brauchen sollen.
Ich habe leider keinen Fotoapparat mitgenommen, daher kann ich die Reise und Eindrücke hier nur stichpunktartig wiedergeben. Irgendwann trage ich einige Bilder von wiederholten Reisen nach. An einem langem Winterabend schreibe ich den Text dann aus.
Zug bis Herzberg(Elster) - schwarze Elster mehrmals überquert - nach 80 km leichte Schwäche - mit 22er Durchschnitt in Dresden eingefahren, bei 110 km - erstes mal überholt von 28er mit einer Ortliebtasche (von Arbeit kurz nach Hause) - schlechte Ausschilderung in Pirna - keine Fahrradwege - längerer Aufstieg bis Königstein - Abfahrt ins Elbetal mit konstant 55km/h - Maximum 64 - Lichtkontrolle an Grenze - BGS-Container - Übernachtung für 15,- DM in Hrensko nach 160 km
Geschäftsschluß überall um 17:00 Uhr - Fahrradladen in Mlada Boleslav hat nur SIS bis Deore als Shimano Vertragshändler - Abnahme deutscher Autokennzeichen - gute Ausschilderung - erstes Hotel abgebrannt, zweites 50 Euro, drittes 40 Euro, Dunkelheit, viertes 5 Euro - Pizzeria, Velvet pivo - Rauchen als Volkssport
Nymburg nach Pribyslav - LKW und Bus bergauf versägt - schlechter Durchschnitt/Höhenmeter - Hav. Brod Stadtzentrum Marktplatz - gute Aussicht durch hohe Lage (550m Ü NN) - Dorf mit 100 Einwohnern feiert 900 jähriges Jubiläum, Vergleich mit Afrika - Pension Pribyslav - Rathaus, Restaurant
Bergtour - Zdar nad Sazava LKW besiegt - alter Mann bergauf/Rennen - Maiskolben geklaut - Dorffest in Velka Bites, typische Musik - Nektarinen - Steigungen 18% - Straßenzustandswechsel 602 Kopfsteinpflaster/4-spurig - McDonalds - Autobahn nach Rajhrad
von Brno/Rajhrad nach Bratislava (Pressburg) und weiter Samorin trotz Platten - Kopfsteinpflaster Einfahrt nach Slowakai - andere Fahrradfahrer, viele Rennradfahrer - Ersteindruck Bratislava, Hauptstraßenkonzept - Plattenbauten an Berghängen - Tesco 24h - Überholversuch eines Radfahrers - erstmals wieder Kopfsteinpflaster - Tourist Hotel für 45 Euro - Regenbogen in der Nacht
Gammeltag in Slowakai - persönliches Studium - Plattenbau - Lebensstruktur in der Planwirtschaft - Restaurant mit Livemusik - kein Mittag um 13:00 Uhr mehr - geöffnetes Billa - deutsche Produkte in den Regalen - übereifrige Pannenhilfe
wiederholt Platten - junge Slowakin, 4 Jahre Englisch - Reifenwechsel bei Dauerregen - Angebot einer Dame 2km vor Dunajska Streda - 16:00 Uhr Mittagessen - bis nach Ungarn/Komarom geschafft - Motel mit freundlichem Personal (kann Handeln!!!), kanadischem Chef und Deutscher Welle über Satellit - Deutsche Touristen in Hotelanlage
deutsche Fahrradfahrer - bis nach Budapest - Ersteindruck wie Afrika bei Einfahrt - Übernachtung
im Castle (Museum Guest House) - EuroSpar mit Kinocenter - Abends bin ich mit dem leeren Fahrrad noch ein
wenig durch die Stadt gefahren. Ihr könnt euch ja die Beschleunigung eines unbepackten Fahrrades zusammen
mit Clickpedalen kaum vorstellen! Man kommt auf jeden Fall sehr weit herum und ist schneller als die Autos.
Des Nachts habe ich noch einige Skateboarder auf folgendem Platz getroffen:
Ticketkauf im Keleti - 12:00 aus Budapest heraus - grundsätzliches Fahrradverbot auf allen Straßen, allerdings ohne jede Alternative - Leute im Schwimmbad - im Dunkeln nach Mezotür - junger Mann war noch nie in seinem Leben da (20km entfernt) - Pizzaladen hat noch auf - restauriertes Hotel - Pizza doch zu - Tankstelle auch - sternklarer Himmel, kleiner Bär - Leuchtkraft Trabischeinwerfer
der 200km-Tag - Lowrider gebrochen - nette Verkäuferin - Sonnenwetter und Sonnenbrand - Umweg für den Grenzübergang - von Mezötür(Ungarn) nach Arad (Rumänien) - Millionär am Geldautomaten - Handys der Jugend - Kinder spielen an Hauptstraße (Trucks) - Kühe auf der Straße - Leute sitzen den ganzen Tag vor ihrem Haus wie vor 100 oder 1000 Jahren - Äpfel für 15 Cent - Flugameisenattacke - neue Zeitzone - Stadtleben Arad, Mitternacht volle Straßen - Straßenbahn mit "Sonderwaggon" und "Kommen sie ins Rheinland" - faule Frauen vor Geldautomaten beim Straßeputzen - Flair des Bahnhofes (like africa)
Abfahrt Arad (Rumänien) nach Szeged (Ungarn) - 100 km Sonnenschein - 1,5h Bahnhofsuche - 8 min bis Abfahrt letzer Zug nach Budapest - Postzug, 4 Waggons Post, einer Personen - Gespräch Schaffner, 70000 Monatsverdienst (150 €), Freund Norwegen, Lehrer noch weniger
ganzen tag Budapest erkundet - Kettenbrücke, Architektensprung, Löwen ohne Zunge - U-Bahnfahrt, Klaustophobie - selbstgemachte Eiswaffeln - 1300 km in 11 Fahrradtagen zurückgelegt - Zugfahrt mit Studenten (habil.) - max 100000 Monatsverdienst - Belgien, Manchester - Indien - Bergtouren Rumänien (20 kg, Bier für "Camping", 14 Tage)
Von der Kettenbrücke mit den Löwen habe ich auch ein Bild, ihr findet es rechts. Auf der Seite von Buda gibt
es einen Kreisverkehr, danach führt gleich ein Tunnel durch den dahinterliegenden Berg. Hier ist nicht nur die
Kettenbrücke mit den überdimensionalen Schrauben und Muttern eine Sehenswürdigkeit sowie die Löwen - nein, auch
der Kreisverkehr ist einen Besuch wert. Man hat das Gefühl, es könne niemand Auto fahren: Ständig wird gehupt,
der Verkehr steht fast immer. Irgendjemand steht quer, niemand blinkt, und es ist völlig unklar, ob der aus dem
Kreis herausfahrende oder der hineinfahrende nun Vorfahrt hat. Man braucht keine 30 Sekunden zu warten, um einen
Beinahe-Unfall zu beobachten. Beim nächsten Besuch unbedingt anschauen! Dahinter geht eine Standseilbahn den
Berg auf die Burg hinauf.
6:00 Uhr Kulturschock auf Münchener Bahnhof - Überlebende des Oktoberfestes schlafen auf dem Bahnhof, bei BurgerKing und in jeder Ecke - einer versucht, in ein Schließfach zu kriechen - Bahnstrecken wie auf Hochsee im Erzgebirge um Hof herum - lautstarker krimineller Jugendlicher von Leipzig
Am Ende der Reise hatte ich also einen gebrochenen Lowrider, eine quietschende Kette, verzogene Cantilever-Bremsbacken, einen eingelaufenes Steuerkopflager, 2 Vollplatten und angekratzte Ortliebtaschen. Alles in allem also noch ganz erfreulich
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