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In den Semesterferien Sommer 2002 organisierte Professor Masselink von der Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Physik - in Zusammenarbeit mit Prof. Köhler, Prof. Tarassov, Dr. Schmidtbauer und der 'Taras Shevchenko Universität' in Kiew eine fünfwöchige Sommerschule in der Ukraine. Teilnehmer waren 10 deutsche Studenten und 20 Studenten aus der Ukraine.
Die Schule wurde im Rahmen des DAAD-Programmes 'Export deutscher Studiengänge' unterstützt. Die Studenten wurden in zwei Gruppen geteilt. Gruppe A hörte den Kurs 'Struktur der Materie (b): Festkörperphysik' auf englisch (solid state physics), während Gruppe B in 'Semiconductor Physics' ebenfalls auf englisch unterrichtet wurde. Selbstverständlich bot sich den deutschen Studenten damit die Möglichkeit, das ausländische Studiensystem, einheimische Studenten, technische Ausrüstung und viele weitere Seiten der Ukraine kennenzulernen.
Musik des Sommers: Auf der Krim am Ufer des schwarzen Meers lief vor allem ein Lied in ausreichender Lautstärke, dass das ganze Hotel beschallt wurde: In-Grid - Tu et foutu. Ansonsten strahlte das ukrainische Musikfernsehen neben Rammstein auch oft No Angels - Still in love with you aus.
Die Busreise führte über Polen nach Kiew. Unterwegs konnten wir uns bereits reichlich stärken. Richtig geschlafen haben wir im Bus natürlich nicht. An einigen Haltestellen bettelten junge Zigeunermädchen mit Kindern auf dem Arm um Almosen.
Erst am Nachmittag erreichten wir endlich Kiew. Dann mussten wir aber noch eine längere Strecke mit Minibussen zurücklegen, ehe wir am neu renovierten Wohnheim der Universität ankamen. Immerhin bin ich schon mal etwas zu Fuß in die Stadt losgezogen, habe aber nur die Hälfte der Strecke bis ins Zentrum geschafft.
Natürlich gibt es in Kiew auch öffentliche Verkehrsmittel. Doch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus konnten die alten Bürokratien mit der hohen Geschwindigkeit einer Marktwirtschaft nicht mithalten. Einmal losgetreten, hält es auch nichts auf. Also brauchte man schnellere, flexiblere Möglichkeiten der Fortbewegung - und schon waren auch neue Arbeitsplätze geschaffen: Die Minibusse. In der Zwischenzeit haben sie offizielle Nummern von der Stadt erhalten und sind die beste Möglichkeit, durch die Stadt zu kommen. Sie verkehren auf den offiziellen Routen, nur eben frequentierter (und etwas teurer). So fuhr ich jenen Samstag erst einmal mit der 38A in die Stadt.
Passend zum Tag der Unabhängigkeit war die Prachtpromenade, der Platz der Unabhängigkeit sowie der Rest der Stadt geschmückt. Überall hingen Nationalflaggen, auch war die Stadt überfüllt mit Menschen. Am Vormittag wurden noch die Bühnen für die Rockkonzerte und anderen Veranstaltungen aufgebaut. Immerhin hatten morgens noch einige Buchgeschäfte auf, so konnte ich mir einige Karten von Kiew besorgen, um mich in der Stadt zurechtzufinden.
Auf meiner Fußreise durch Kiew kam ich natürlich am Opernhaus, der Sophiysky Kathedrale sowie dem berühmten Michaelsky Kloster vorbei.
Am Vormittag sind wir zur Einführungsvorlesung in den noch grasbewucherten Universitätkomplex gewandern. Wunderschön kommunistisch zwangsverordnet fanden sich vor den Lehrgebäuden Springbrunnenanlagen in feinster Bauhaus-Weimar-Eckig Architektur. Der häßliche Beton war leider schon rissig geworden und enthielt daher auch keinen Tropfen Wasser.
Nach dem Ausflug ins Nationalmuseum lernten wir noch die Studentenwohnheime der Ukrainer kennen - sowie ihre Nationalgerichte.
Vor Beginn jeden anstrengenden Arbeitstages trafen sich erst einmal alle Studenten beim Cafe Mir zum gemeinsamen Frühstück. In Sichtweite - aber an einem extra Tisch - frühstückten unsere Professoren. Zum Ende der Sommerschule saßen dort jedoch auch immer öfter Studenten und Dozenten zusammen.
Hernach zog es uns zur Universität - wie auf dem Bild zu sehen.
Die drei Gebäudeteile sind von links nach rechts die Institute für Radiophysik. Kybernetik und
Mathematik. Nach Gruppen geordnet
begannen nun unsere Kurse in den guten sozialistischen
Lehrräumen. Zum Mittag ging es wieder ins Mir (=Frieden, Welt). Am Nachmittag folgte
nur noch eine Stunde Vorlesung, dann ging es ans Hausaufgabenmachen.
Bei den sommerlichen Temperaturen erledigt man dies vorzugsweise im
Biergarten bei einem 'Starui Melnik' oder 'Obolon'.
Der Palast
Treffpunkt am Bus um 8:00 Uhr!!
Der "ein-Grivna-Tempel" (Auf dem Geldschein für einen Grivna ist
dieser Tempel abgebildet)
Harem im Palast
Der Verrückte ist Igor.
Cufut-Kale.
Voroncov Palast Alupka
Bei unserem Bus ist die Achse gebrochen, also durften wir warten
Das Schwalbennest auf der Krim
Nach der Stadterkundung endlich am Bus eingefunden
Prof Danilov und Prof. Tretyak
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