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monitor Synchronisieren mit dem GDM 1963

Im Sommer 1999 habe ich auf der ComBÄR in Dahlem preiswert einen 20 Zoll Festfrequenzmonitor mit Tinitonbildröhre namens GDM 1963 HE (Zusatz LS-EADC 164 C) erworben. Er bringt fast 20 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage. Mit Hilfe einiger Informationsquellen und eifrigen Herumexperimentierens habe ich folgende sicheren Betriebswerte herausfinden können:

Der Monitor neben einem 12" Notebook

Wie bereits berichtet, steuere ich den Monitor mit einer Matrox Mystique 4MB/ 170 MHz an. Die Monitordaten kann man komfortabel in der Datei MGA.MON im Unterverzeichnis C:\WINDOWS\Programme\Matrox MGA PowerDesk\Mon angeben (allerdings in englisch). Meine Einstellungen sehen wie folgt aus:

; Einstellungen für den Miro GDM 1963 HE
;
[Miro.GDM 1963 HE]
1024X768  =     NI, *User-Defined_GDM_1963_HE_,(1024X768)
1152X864  =     NI, *User-Defined_GDM_1963_HE_,(1152X864)

[*User-Defined_GDM_1963_HE_,(1024X768)]
PIXEL_CLK   =   101352
H_DISP   =   1024
H_FPORCH   =   192
H_SYNC   =   128
H_BPORCH   =   224
H_SYNC_POL   =   0
V_DISP   =   768
V_FPORCH   =   2
V_SYNC   =   3
V_BPORCH   =   25
V_SYNC_POL   =   0
INTERLACE_ENABLE  =   0

[*User-Defined_GDM_1963_HE_,(1152X864)]
PIXEL_CLK   =   111867
H_DISP   =   1152
H_FPORCH   =   64
H_SYNC   =   128
H_BPORCH   =   208
H_SYNC_POL   =   0
V_DISP   =   864
V_FPORCH   =   1
V_SYNC   =   8
V_BPORCH   =   28
V_SYNC_POL   =   0
INTERLACE_ENABLE  =   0

Mit diesen Definitionen erhalte ich ein stabiles gleichgrosses Bild für die beiden Auflösungen 1024x768 und 1152x864 bei 80 Hz. Ursprünglich war der Monitor für die Auflösung 1280x1024 bei 75 Hz (ergibt 135 MHz Videotakt, aber 5:4 statt 4:3 der Bildröhre) vorgesehen - das halte ich heute allerdings nicht mehr für ergonomisch. Zwar hätte ich gern auf 85Hz erhöht, aber es gibt im Monitorinneren keinen Regler für VSync, oberhalb von 84 Hz kommt es sporadisch (manchmal nach einigen Stunden, manchmal sofort) zu Synchronisationsfehlern und dem Zusammenbrechen des Bildes.

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ARGGHH Probleme unter Linux

Nachdem ich erfolgreich unter Windows ein Bild auf den Monitor gezaubert hatte, war ich voller Tatendrang, das auch in Linux zu schaffen. Schließlich kann man dort genauso einfach die Daten eingeben - ebenfalls pixelgenau und nach einzelnen Hertz ausgezählt.

Die Monitorangaben stehen unter Linux in der /etc/XF86Config, allerdings sind die anders aufgebaut, hier muß man die Angaben für den Synchronimpuls, die Austastlücke etc. in Pixelangaben relativ zum Startpunkt von 0 angeben. Entsprechend habe ich die Werte in die XF86Config übernommen:

Section "Monitor"	
  Identifier	"GDM1963"
  VendorName	"Miro"
  ModelName	"LS-EADC 164 C"
  HorizSync	70-80
  VertRefresh	72-85
  Modeline "1024x768" 101.352 1024 1216 1344 1568 768 770 773 798 -HSync -VSync -CSync
  Modeline "1152x864" 111.867 1152 1216 1344 1552 864 865 873 901 -HSync -VSync -CSync
EndSection

Section "Screen"  
  Driver	"SVGA"
  Device	"Mystique"
  Monitor	"GDM1963"
  DefaultColorDepth	32
  SubSection "Display"
    Depth	32
    Modes	"1024x768","1152x864" 
  EndSubSection
  SubSection "Display"
    Depth	16
    Modes	"1024x768","1152x864" 
  EndSubSection
EndSection

Es fällt sicherlich auf, daß ich auch noch Angaben für Composite eingefügt habe. Ohne diese Angabe arbeitet der Monitor anscheinend in gar keinem Bereich, sondern akzeptiert nur seine festen Werte (daher auch Festfrequenzmonitor) und ist sehr unflexibel mit Abweichungen von seinen festen Werten. Wenn allerdings über das HSync-Signal noch das VSync-Signal übermoduliert wird, läßt er sich eher bewegen, ein unbekanntes Signal zu synchronisieren.

Zumindest die 1024er Auflösung läßt sich so sehr gut nutzen, die Dimensionen sind exakt dieselben wie unter Windows. Geschafft!! Dennoch ist die 1152er Aufläsung nur ein buntes Schneetreiben auf dem Monitor, nicht jedoch ein synchronisiertes Bild. Auch die Konsole mit dem Framebufferdevice (/usr/src/linux-2.2.10/Dokumentation/fb/) will noch nicht so, wie ich gern möchte. In der matroxfb.txt steht einiges, doch woher ein dicker weißer Streifen am oberen Bildschirmrand rührt, weiß wohl doch keiner. Zumindest in der append-Zeile, die LILO an den Kernel übergibt, heißt es (Auszug aus /etc/lilo.conf):

# LILO configuration file
# Start LILO global Section
append="video=matrox:xres:1024,left:224,hslen:128,right:192,yres:768,upper:25,vslen:3,lower:2,depth:8,sync:0x0B,pixclock:9867"
boot=/dev/hda1
vga=normal
prompt

Naja, zum Arbeiten reichts, da als Login ohnehin jetzt KDM gestartet wird, bei dem es problemlos funktioniert, übersehe ich das dann. Die Bits des Wortes hinter sync (in der append-Zeile) kenne ich leider nicht alle, habe aber fast alle durchprobiert. 0 ist HSync invertieren, 1 VSync invertieren, 3 ist composite verwenden, 5 ist für sync on green. Überhaupt Synchronisation ist nur in Verbindung mit Bit3 möglich: CSync muß da sein. Warum auch immer.

Nachtrag 2006 Es hat sich einiges getan in den letzten Jahren. CRTs geben konstant eine nicht unerhebliche Röntgenstrahlung von sich. Sie sind anfällig für Magnetfelder. Und sie verbrauchen viel Strom. Daher habe ich den Monitor 2006 entsorgt. Jetzt nutze ich einen 20" TFT-Monitor mit DVI-Eingang und 1400x1050 Auflösung. Die Grafikkarte ist NVidia 6150 onboard. Einstellungen in Linux stehen jetzt in der /etc/X11/xorg.conf. Als Bootmanager kommt meist GRUB statt LILO zum Einsatz. Dank DVI sind pixelgenaue Syncronisationsangaben Vergangenheit - wenn man denn einen Treiber hat und ihn zum Laufen bekommt :-)

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© 1999-2007 saiht