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CD Motherboard zerstört CD-ROM Laufwerke

Im Jahre 1997 habe ich mir von Gigabyte das HX2-Board wegen des BF2-Pins gekauft. Damit sind Multiplikatoren bis zu 5.5 möglich (Verhältnis Boardtakt / CPU Takt), theoretisch also 366 MHz bei 66 MHz Boardtakt. AMD macht das beim K6/2 etwas anders, x2 wird als x6 interpretiert, somit sind 400 MHz möglich. Zu jener Zeit besaß ich ein 4x CDROM Laufwerk von Matushita/Panasonic, daß recht zuverlässig und zufriedenstellend seinen Dienst versah.

 Das Problem

Doch nach ungefähr 2 Monaten stellte mein Bruder fest, daß dieses Laufwerk keine CDs mehr liest. Erst habe ich ihm die Schuld gegeben (ist ja klar), dann das Laufwerk an anderen Rechnern probiert. Am DX 2/66 ging es. An meinem Board nicht. Am DX2/66 ging es wieder. Dann ging es auch wieder am HX2-Board. Dann auf einmal nicht mehr. Sofort an den DX2/66 ran. Dort lief es auch nicht. Also habe ich alles ausgeschaltet und die Situation ein paar Tage so belassen.

Nach einer Woche lief das Laufwerk wieder für 2 Stunden, dann nicht mehr. Damit hatte ich das "Defektsyndrom" bereits herausgefunden: Es ist eine Art thermischer Defekt, der nach dem "Abkühlen" wieder verschwindet. Allerdings dauert das Abkühlen mehrere Tage, nach 2 Wochen Abkühlen kann man das Laufwerk für ungefähr 3 Stunden nutzen. Einmal defekt, bewirkt der weitere Betrieb des Laufwerks weitergehende Zerstörung.

Da das Laufwerk schon einige Tage alt war, dachte ich, es sei an Altersschwäche gestorben und habe mir ein neues 20x von LiteON gekauft. Auch dieses lief die ersten 2 Monate ohne jedes Problem. Dann jedoch traten auf einmal die gleichen Sympthome auf. Sofort habe ich alles, was irgend in Frage kam, getauscht: Grafikkarte, Prozessor, Speicher, Festplatte, Netzteil, Tastatur. Doch die Meldungen "Auf Laufwerk D: kann nicht zugegriffen werden" kamen immer öfter und schneller. Als letzte Möglichkeit blieb nur das Motherboard.

 eine Teillösung

Zum Glück hatte ich mein Board vom Computerhändler um die Ecke, also bin ich mit dem Board und den 2 defekten Laufwerken zu ihm hin und habe mein Problem geschildert. Natürlich hat er mir nicht geglaubt. Ich lies das Board dort und er testete es einen Tag durch. Als ich wiederkam, fragte der Techniker: "Was soll den kaputt sein?". Ich erklärte es noch einmal, und er behielt das Board wieder da, diesmal für 3 Tage Test. Dann: "Ist doch alles in Ordnung! Liegt es doch am Netzteil?". Ich nahm das Board mit nach Hause, baute den ganzen Rechner wieder zusammen und brachte ihn zum Händler. Er installierte sein CDROM-Laufwerk und testete ein paar Tage.

Das Ergebnis bei meinem nächsten Besuch war ja klar. Verständnislos schaute mich der Techniker an und fragte mich, wo denn mein Problem liege, sie haben den ganzen Tag Musik von dem Laufwerk gehört. Doch er machte mir ein Angebot, da er Zeitmangel hatte: Über das Wochenende könne ich den Rechner mitnehmen mit seinem Laufwerk, und zu Hause in Ruhe alles durchtesten. Wenn es gut laufen würde, müßte ich das Laufwerk bezahlen. Ich war einverstanden. Zu Hause brauchte ich nur 4 Stunden, dann war sein 20x Laufwerk auch hin.

Der Techniker zeigte sich noch immer etwas verständnislos, aber er glaubte mir die Geschichte. Ich erhielt ein neues 24x Laufwerk und nun ein TX3 Board, weil das SDRAM könne und viel schneller als HX sei. Leider aber auch nur mit einer Cacheable Area von 64 MByte, doch egal. Die Ursache konnten wir nicht ermitteln.

 andere Opfer

Vor einiger Zeit hat ein Freund von mir mit seinem 36x von Cyberdrive an einem DFI-Board das gleiche Problem, kurze Zeit später auch mit einem 40x von AOpen und einen Brenner von Teac. In der Zwischenzeit hat er das Board gewechselt und ein neues 48x, der Brenner geht komischerweise wieder.

Anscheinend sind wir beide aber nicht allein, habe in Newsgroups schon etwas dazu gelesen. Aus Zeitmangel konnte ich leider nicht noch weiterforschen. Im Jahr 2003 habe ich dann weitere Personen getroffen, deren CD-Rom Laufwerke und Brenner vom Betriebssystem nicht mehr gefunden wurden. Es handelte sich ebenfalls um Sockel7 Motherboards mit einem K6-2. Der Chipsatz war von VIA. Da diese Computer aber vom Aussterben betroffen sind, macht es nicht viel Sinn, nach einer Erklärung oder Lösung zu suchen. Meine alten Versuche habe ich hier stehenlassen.

 Erklärung?

Eine Erklärung für diesen Fehler scheint fast unmöglich zu sein. Zum einen sind die Signalpegel auf den IDE Leitungen eindeutig definiert, 0 bis 5 Volt für TTL, entsprechend bis zu 12 Volt für CMOS. Mehr liefert das Netzteil ja auch gar nicht. Spannungsspitzen würden also nur bis 5 oder 12 Volt gehen - in jedem Fall innerhalb aller Spezifikationen. Außerdem ist den parallel angeschlossenen Festplatten gar nichts passiert!

Ebenfalls verwunderlich sind dann noch 2 Eigenschaften der CDROM-Laufwerke. Zum einen, daß es Laufwerke von 4x bis 40x betrifft, obwohl Generationen des Fortschritts zwischen ihnen liegen. Und dann diese kleine eingebaute "Zeitbombe". Ein richtiger Wärmedefekt kann es nicht sein, einmal habe ich den Kühlschranktest gemacht, außerdem erfolgt ein kompletter Temperaturangleich innerhalb von Stunden. Die exponentielle Kurve des Temperaturausgleichs haben wir in Physik wissenschaftlich nachgewiesen (Thermodynamik und Quantenstatistik: großkanonische Gesamtheit).

Bleibt also nur eine langsame Struktur- oder Gitterveränderung innerhalb einiger Transistoren auf dem DIE des Controllerchips. Die Rekombinationsprozesse brauchen einige Zeit. Eventuell relaxiert das Gitter nicht mehr oder die Gitterdefekte wandern in andere Regionen. Ebenso könnte durch Überhitzung eine Diffusion der Dotierungen in andere Halbleiterbereiche einsetzen, so daß die urspünglichen Konzentrationen signifikant verändert werden. In beiden Fällen würden sich die Kennlinien einiger Transistoren soweit ändern, dass sie letzen Endes nicht mehr funktionieren.

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© 1999-2005 saiht