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Unsere kleine Rundreise führte uns durch 8 Länder: Deutschland - Tschechien - Östereich - Slowenien - Östereich - Slowenien - Kroatien - Slowenien - Ungarn - Slowakei - Polen - und wieder nach Deutschland. Erstmalig habe ich meinen Urlaub nur mit dem Motorrad unternommen.
Insgesamt hatten wir eine Strecke von 3100 Kilometern geplant, es wurden dann 3755 km. Dafür sind wir viel schönere Strecken gefahren und haben weitaus mehr gesehen. Anfangs lag unser Durchschnittsverbrauch noch bei 4,5 Litern, zwischenzeitlich konnten wir ihn sogar auf auf 3,8 l/100km drücken. Aber wir wollten ja nicht sparen, wir wollten Fahrspaß! Das Wetter war hervorragend, wir hatten jeden Tag Sonnenschein und Temperaturen zwischen 25 und 30 ° C. Ein Regentag kurz vor Ende der Reise konnte unsere Freude nicht trüben. Noch im September waren wir im Balaton baden.
Berlin - Dresden - Zim - 300m - Übernachtung im Wald
Wald - Zim - einsame Straßen - Terezin (Burg, jüdischer Friedhof, Festungsanlagen, Graben, ...) - Prag (106 km) - Übernachten im Wald II
Wald - 38 - Wien - Opernring - Brugring - Schottengasse - Schottenring - Dr. Karl Lueger Ring - McDonalds - A2 - Oeynhausen - Wiener Neustadt - Schwarzau am Steinfelde [B54] - Warth - Grimmstein - Aspen - Kurven über Kurven - Bodenwanne weg - Hartberg Camping 19:00 Uhr 7 €
Graz - Eibiswald - sieben verrückte Harleyfahrer - nach 120 km Slowenien am Radlpass in 650 m Höhe - Muta - Gortina - Muta - Tanken - Camp Dolina - Ölspuckende Diversion - Öl auf Hinterreifen - Ölabsaugen und Motorradwäsche - Camping 7 €
Dolenja Vas - Celja - ein glücklicher Slawek - Dolenja was - Logarska dolina - Luce - Zeltplatz 5 €
Zeltplatz Luce - Logarska dolina - Pass
1558 m Östereich - Pass Slowenien - 60 km bis Ljubjana - keine
gerade Straße - neben Autobahn - Schotterpiste auf 646 - Leben der Slowenen - große Häuser - gute Straßen -
Novo Mesto - Otocec Burg - Zeltplatz 6,- €
In Slowenien hat das Parlament offensichtlich irgendwann ein Gesetz erlassen, das es verbietet, eine gerade Straße zu bauen. Umso mehr macht daher das Fahren mit dem Motorrad Spass - eine Kurve folgt auf die Nächste. Besonderes Fahrvergnügen machen dazu noch die Berge, in denen es zudem steil bergan oder bergab geht, gefolgt von der nächsten Haarnadelkurve. Man ist ständig am rauf- und runterschalten. In keinem der anderen Länder haben wir so viele Motorräder gesehen. Und diese nicht nur von Gästen, viele Einheimische waren auf den Kurven Sloweniens unterwegs.
Otocec - Doboja Volksfest, voller Biergarten, viele Menschen - Grenzübergang nach Kroatien bei 46 km -
keine zerbombten Häuser, aber 1/3 bis 1/2 neugebaut (Poroton oder unverputzte rote Backsteine) - Zagreb:
Eindruck wie Africa/Russland/Moskau {zwischendrin unterbrochen von Glaspalästen} - Autobahn Vignette -
Kroatien/Slowenien bei 204 km - weiter zum nächsten Grenzübergang:
Welches Land ist denn das? - leeres Land: kaum Bevölkerung; weites, flaches Land; selten ein Dorf -
Bundesstraßen - Werkhallen von Flextronics - es wird dunkel - Camping auf Zeltplatz 4,50 €
Suche nach neuem Campingplatz am Balaton - alle Campingplätze und Bungalowsiedlungen geschlossen wegen
Nachsaison (trotz herrlichen Wetters in September) - Übernachtung statt 7€ Werbung für eine Nacht auf
9 Euro plus Kurtaxe auf 10 € - Zimmer mit Dusche und Wachhunden und Fernseher - Szántód - Siofok -
PLUS - Bank, Karten, Post, Badehose - an den Ampeln zeigt eine rote Digitalanzeige, wieviele Sekunden es
noch dauert, bis die Ampel auf Grün springen wird! - doch noch im Balaton
baden (erst nach 200 Metern steht einem das Wasser bis zum Hals) - herrlicher Sonnenuntergang - zurück
nach Szántód - furminales Abendessen bei Kristov (auf Empfehlung)
vom Zimmer in Szántód ging es nicht sonderlich schnell los - Durchscnitt 30 km/h - dann auf 40 km/h - viele Baustellen - nach 120 km in Budapest - Kettenbrücke mit den Löwen ohne Zunge - Hinterland eher flach, aber sehr grün - Penny Market - Grenze zur Slowakei - noch weniger Bevölkerung - Leute verkaufen an der Straße Pilze - verfallene Fabrikgebäude - Tanken erst nach 596 km: 25,27 Liter, das entspricht einem Durchschnitt von 4,24 l/100km - Übernachtung in Lucenec 15 €
Lucenec - 30km vor und zurück - Wald und Berge - zugewachsene Straße - Wanderwege - hohe Tatra - Zigeunerdörfer [Slawek: GAAANZ SÜÜÜÜÜSSS!] - spielende Kinder auf der Strasse mit Steinbarrikaden - Drucklautsprecher zur Dorfbeschallung - weitere solcher Dörfer - Fahren nach der Sonne statt nach Plan - polnische Grenze doch noch gefunden - Camping 500m hinter der Grenze - Nachtwanderung 6km zum Staudamm - Licht in den Wolken - Wiese wegen Nachsaison für 2,50 €
Leider wenig Sonne, dennoch 34 km ohne Karte bis Nowy Tary: Großer Markt mid Zeltplanen! Und es gibt
alles zu kaufen - daher auch ein großer Stau - Pferdewagen laufen neben der Straße - Polnisches
Überholen (ich liebe es!) - nach 132 km Ankunft in Krakau - Wanderung durch den historischen Stadtkern -
ich war beim berühmten Wawel - Parkplatz 5 € für 2 h - noch kurz
150 km weitergefahren - Motel in Radom für 90 Sl (11 €)
Radom - Warzawa/Warschau nach 80 km - Zentrum: Stalins großer Bau (wie die 'Sieben Schwestern' in Moskau, u. a. MGU) - auch neues Finanzzentrum - Sirene (Wahrzeichen Warschaus) - Regen - McDonals: Nonne, Pfarrer und ihre Tochter (adoptiert?) - Regen + Regen noch bei 160 km - Tanken: 1h Dauerregen, dabei aufgewärmt - weiter nach Bydgoscht - Ankunft in der Nacht - Stadtbesichtigung im Dunkeln - Einkaufzentrum hat doch nur bis 20:00 Uhr auf (nicht > 22 Uhr) - nette Altstadt, alte Post - Jugendliche auf der Straße + AUTOS! - Ü bei Oma für lau (nur parken in Nacht für 10 Sl ≈ 2,50 €
Es geht in Bydgoscht bei Sonnenschein los. Aber leider verfahren,
statt 355 wurden es 482 km (über Lübben) - wieder einen Bauer getroffen, der mit Pferd seinen Acker
umpflügt - Tanken vor Kystryn - in FFO wurde es dann dunkel - die Ketten waren schon ohne weißes
Kettenfett - zurück in Deutschland wurde es dann auch kalt, wir waren müde, da half kein Fleecepulli mehr -
um 22:00 Uhr waren wir daheim.
Schon die letzten Kilometer in Deutschland war es unangenehm kalt geworden. Die folgenden Wochen waren dann tatsächlich nicht für einen Motorradurlaub geeignet. Es war somit eine kluge Entscheidung gewesen, die gesamte Reise um 2 Wochen vorzuverlegen.
Schon vor der Abfahrt stiegen in uns Zweifel auf, ob wohl eher wir oder die Motorräder bei der Reise schlappmachen würden. Mein Abschlußrohr des Endschalldämpfers war durch die Vibrationen bereits fast herausgefallen, also habe ich ihn abgeschraubt. Ein Blinker war ausgefallen, also wollte ich einen Tag vor der Reise eine neue Birne kaufen fahren. Doch kurz nach dem Start riss der Kupplungsbowdenzug, ich musste also mit dem Fahrrad los. Im Stand darf der Benzinhahn nur wenige Sekunden ohne laufenden Motor auf sein, sonst läuft der Vergaser über und Benzin tropft auf den heißen Motorblock und spritzt kochend herum. Der Knopf für die Hupe war ebenfalls abgebrochen, unterwegs kam jedoch ein Kontakt gegen die Standrohre des Vorderraddämpfers und hupte fortlaufend.
Kurz nach der Abfahrt von Berlin bemerkte Slawek ein Zittern der Maschine bei 60 km/h, das ganze Gepäck wurde mit durchgeschüttelt. Ohne Gepäck traten die Schwingungen erst bei 80-90 km/h auf. Auf den kurvenreichen Straßen in Österreich riss mir durch die Vibrationen die Aluminium-Motorschutzwanne in einer Rechtskurve bei 100 km/h ab und fiel einfach auf die Straße.
In Slowenien spuckte die XJ 600 Öl auf die Straße und auch auf das Hinterrad, es war zur Hälfte verölt. Die nächste Rechtskurve hätte die letzte sein können. Wir hatten wohl etwas zuviel Öl nachgefüllt. Außerdem drückte der Motor Öl aus der Kopfdichtung - sollte er hinüber sein? Das Bangen über einen Abbruch der Reise dauerte vom Abend des 8. bis zum Nachmittag des 9. in Celja beim Yamahahändler. Danach gab es nur noch einen glücklichen Slawek ;-)
Der Verbindungsbolzen der progressiven Hinterradschwinge war zu 95% herausgefallen, ich konnte ihn noch mit einer Mutter sichern. Andere Muttern des Hinterbaus sind in Kroatien verlorengegangen. In der Slowakei brach der vordere Blinker durch Vibrationen in der Mitte durch. Einiges konnte man ganz gut mit Klebeband reparieren. Bei einem Umfaller in Slowenien blieb die XJ unverletzt, nur der Kupplungshebel brach zur Hälfte ab und Slawek musste fortan etwas fester zupacken.
Ach ja: das Aluminiumgestänge des Zeltes ist uns zweimal gebrochen. Es ließ sich aber immer noch reparieren. Eigentlich genügend Gründe, die Reise abzubrechen. Oder eine Motivation, weiterzumachen und hinterher schöne Geschichten erzählen zu können. Wir sind problemlos wieder in Berlin angekommen.
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