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Wohnorte auf diesem Planeten

Oktober 1975 - Juli 1980: Nauen

52°36'09.8 N 12°53'02.2 E
Karl-Thon-Str. 13
1550 Nauen
German Demokratic Republic

Meine ersten fünf Lebensjahre verbrachte ich im 3ten Stock eines Postwohnhauses. Gegenüber war der Kindergarten und die Kinderkrippe sowie ein Schwimmbad. Gleich dahinter war die Nauener Zuckerfabrik. Ein Sanatorium wurde in jener Zeit gebaut. Mein Bruder und ich mochten den 'Kletterpilz' auf dem Spielplatz vor dem Haus - 2000 wurde er entfernt! :-( Unsere Mutter haben wir als Dreijährige geschockt, als wir uns ans Fenster stellten und ihr beim Wäscheaufhängen zuwinkten.

Nauen

Kerstin, die Tochter von Nachbars, fand uns Kinder so nett, dass sie sich gern nachmittags um uns kümmerte. So wurde ihre Mutter zu unserer 'Tante Doris' - bei der wir daher auch viel Zeit verbrachten.

August 1980 - Juli 2003: Finkenkrug

52°34'07 N 13°02'57 E
Ringstr. 6
1542 Finkenkrug
German Demokratic Republic

Die Familie wuchs weiter an, schon mit meinem Bruder war die kleine Wohnung in Nauen nicht ausreichend. Daher 1980 der Umzug ins Posthaus nach Finkenkrug. Hier verbrachte ich meine Jugend, Schulzeit, Ausbildungszeit, 5 Arbeitsjahre und 4 Jahre Studienzeit.

Finkenkrug

Auf ca. 1000 m² Grundstücksfläche und fast 130 m² Wohnfläche (plus Keller, Dachboden, Garage, Schuppen, etc.) ist genügend Platz für eine vierköpfige Familie. Anfangs wohnten sogar noch unsere Großeltern aus Gehmkow bei uns. Doch wir Kinder waren wohl doch nicht so lieb. Außerdem kam bald mein zweiter Bruder hinzu. So zogen sie alsbald nach Ferdinandshof. Noch viel später bekam ich dann auch noch eine kleine Schwester. Nun waren wir sechs Personen in Finkenkrug. Unsere Küche ist nach Süden, da hat man zu jeder Jahreszeit einen wunderbaren Blick und kann über vieles nachdenken:

Frühling Sommer Herbst Winter

Das weiße Winkelstück auf dem Bild (Sechseck) an der rechten Seite unseres Hauses ist das Dach auf dem Anbau von 2004. Mein altes Zimmer befand sich genau unter der jetzt neuen Betondecke, viele Jahre habe ich es mir mit meinem Bruder geteilt. Damals lag vor dem Zimmer eine Terrasse - daher auch Terrassenzimmer genannt! Doch schon beim Einzug hatte sie sich als baufällig herausgestellt - siehe linkes Bild von 1997. Nach Wegriss, Isolierung und Unterkellerung konnten wir unsere Erweiterungspläne von 2000 langsam umsetzen. Bei Abreise 2004 nach Moskau entstand das mittlere Bild. Heute (2006) sieht es wie rechts aus.

baufällige Terrasse Anbau 2004 Anbau 2006

August 2003: Irkutsk in Sibirien

52°16'47 N 104°19'13 E
842541 Irkutsk
Центральная
Russian Federation

Für den einmonatigen Sprachkurs bekam ich ein Dreibettzimmer im Studentenwohnheim der Baikaluniversität zugeteilt. Mehr war aber auch nicht im Zimmer - drei Betten. Die Sachen für ein Jahr Moskau hatte ich in meinen Koffern auch mit dabei.

Irkutsk

Immerhin ist der Sibirische Sommer sehr angenehm. Die Temperaturen liegen bei 25 - 30 °C, wegen des Kontinentalklimas gibt es auch nur selten ein paar Wolken. Der Baikalsee ist nur wenige Kilometer entfernt, habe ihn daher zweimal besucht.

September 2003 - Juni 2004: Moskau

55°42'13 N 37°31'46 E
119234 г. Москва
Воробъёвы Горы
ГЗ МГУ
сектор “В“, комната 666л
Крайер, Маттиас
Russian Federation

Es zählt wohl zu einer besonderen Auszeichnung, im 240m Prachtbau von Stalin wohnen zu dürfen. Nach Sanierungsarbeiten Ende der 90er macht das Gebäude zumindest von außen etwas her, die kleinen Zimmer lassen jedoch jeden Komfort vermissen und erinnern sehr an die Errichtungszeit 1953.

Moskau1 Moskau2 Moskau3 Moskau4 Moskau5

Den ersten Monat bin ich einige Male zum IKEA im MEGA-Einkaufszentrum im Süden der Stadt (außerhalb des Autobahnrings) gefahren, um ein GORM-Regal, IVAR-Stuhl und allerlei Küchenutensilien zu holen. Den neuen Duschvorhang hatte Jan besorgt. Nach einiger Zeit hatte ich mich auf meinen 7,14 m² ganz annehmlich eingerichtet, man konnte sogar mit 6 Leuten DVD schauen. Effektiv standen mir 2 Schreibtische sowie ein Frühstückstisch zur Verfügung. Der neugekaufte Kühlschrank passte nicht ins Zimmer, aber gut in den Vorraum.

Zimmer1 Zimmer2

Mein Zimmer lag im sechsten Stock nach Westen. So hatte ich immer einen Blick auf den Botanischen Garten sowie in den Sonnenuntergang. Das Labor des Praktikums im Korpus für nichtlineare Optik lag ebenfalls in dieser Richtung. Warum ich ausgerechnet die Zimmernummer 666 erhalten habe, kann ich nicht sagen.

Leider ließ sich das Visum über die Lomonossow-Universität nicht weiter verlängern. So musste ich zunächst zurück nach Deutschland fliegen. Nach nunmehr einem Jahr waren die Bauarbeiten an meinem Zimmer schon weit fortgeschritten. Dazu wurde mein Zimmer komplett ausgeräumt - alles war jetzt in irgendwelchen Kisten. Wie man sieht war der Anbau schon komplett, die Filigrandecke gegossen, die Mauern innen und außen verputzt, Fenster und Türen eingesetzt und sogar schon die Fassade gestrichen. Der Innenausbau sollte in den nächsten 3 Monaten Juli - September 2004 fertiggestellt werden.

Juli - August 2004: Wanda's place

55°39'30 N 37°29'37.5 E
119654 г. Москва
ул. 26-й Бакинских Комиссаров
дом 4 корпус 3 квартир 196
Russian Federation

Wanda war zu Besuch bei ihren Eltern in den USA, Marisella entsprechend in Venezuela, ergo stand ihre Wohnung einige Zeit frei, so zog ich ein. Ich hatte extra in Deutschland einen Laserdrucker gekauft und im Flieger mit nach Moskau gebracht, um Gebietskarten zu drucken. Eine Woche vorher hatte das Verbot der Zeugen Jehovas in Moskau vom Juni '04 dazu geführt, dass wir unseren gemieteten Saal 100m entfernt im 'Zentralnui Dom Tourista' verloren hatten. Einen Teil der Literatur nahm ich mit nach Hause, der Großteil kam in Igors Büroräume. Immerhin war sie jetzt sortiert und gezählt.

Arbeitsplatz Wanda's place blühende Blume

Mangels Örtlichkeiten fand Samstag auch immer das englische Buchstudium in dieser Wohnung statt - von David geleitet. Sergeij hatte dazu einst seine von der RUDN-Universität gemieteten Räume seiner Mobilfunk- und Internettelefoniefirma genutzt, doch wurde dies sehr argwöhnisch betrachtet. Schlußendlich wurden auch diese Mietverträge gekündigt. (Naja, 5 Monate später waren die Firmen ohnehin pleite)

September - Oktober 2004: Valentinas place

55°37'41 N 37°30'35 E
119824 г. Москва
ул. Профсоюзная
дом 136 корпус 2 квартир 359
Russian Federation

Da Wanda ja irgendwann zurückkehrte und ich nicht einfach in Marisellas Zimmer übernachten konnte, brauchte ich wohl eine neue Bleibe. Eigentlich war es auch gar nicht Walentinas Wohnung, sondern die einer alten Schwester, aber - naja, Valentina ist halt !%&$§/?#! so. Den einen Monat hab ich es auch ausgehalten. Unser Ex-SoPi Sascha hatte da eher seine Probleme. Bin dann ja eh' nach Sibirien weg.

Valentina's place

Oktober 2004 - August 2005: Wohnwagen in Finkenkrug

52°34'06.9 N 13°02'56.2 E
Wohnwagen in der Auffahrt
Ringstr. 6
14612 Falkensee
Germany

Bei meiner Wiederkehr war mein Zimmer immer noch eine Baustelle. Für die Übergangszeit bis Jahresende musste ich mich auf ein Leben im Wohnwagen einstellen. Der hatte immerhin eine Gasheizung. Die war irgendwann im Winter dann auch in der Einzimmerwohnung. Auf dem mittleren Bild sieht man, wie die große Terrassenzimmertür dem Durchgang zur Küche (links) sowie den Türen zum Bad (Mitte) und Windfang (rechts) weichen musste.

Wiese Baustelle Wohnwagen

Leider zogen sich die Bauarbeiten noch etwas hin. Für den Urlaub oder eine kleine Übergangszeit ist ein Wohnwagen ganz praktisch - aber nicht für ein normales Leben. Dort weichen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit alle Bücher auf. Außerdem ist man extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt: Im Sommer steigen die Temperaturen auf über 40 °C - ein kleiner Saunaersatz. Im Winter hingegen erreicht man problemlos statistische 21 °C im Wohnbereich. Nur arbeiten kann man nicht, denn an den Füßen sind es 10 °C, am Kopf 30 °C. Und ein Bürostuhl ist nicht zu ersetzen. So entschied ich mich nach einem Jahr für eine eigene Wohnung.

September 2005 - März 2006: Berlin Tempelhof

52°27'43.2 N 13°22'30 E
Gäßnerweg 57
14837 Berlin Tempelhof
Germany

Endlich eine eigene Wohnung. Und Platz für Bücher und Ordner. Und Ruhe, um zu studieren. Niemand, der bei der Arbeit stört. Ein Bad ganz für sich allein. Ebenso die Küche. Keine gutgemeinten nervenden Kommentare von Personen, die keine Ahnung haben und einen nicht respektieren. Freiraum bei der Einrichtung. Die Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Sonst wäre ich wohl durchgedreht.

Tempelhof Straßenseite Berlin Tempelhof Innenhof Berlin Tempelhof Luftbild Berlin Tempelhof Ambiente

Von dort waren es 14 Kilometer bis zur Universität - mit dem Fahrrad. In die andere Richtung nach Finkenkrug war man ca. 30 Kilometer unterwegs. Irgendwann war die spartanische Einrichtung dann doch etwas mehr Möbeln gewichen:

Zimmer

April 2006 - Juni 2038: Finkenkrug

52°34'07 N 13°02'57 E
Ringstr. 6
14612 Falkensee
Germany

Zwar bin ich am ersten April noch in Tempelhof aufgewacht, aber zu Mitte April bin ich endgültig in Finkenkrug in meiner Einzimmerwohnung mit 32,1 m² eingezogen. Anfangs war die Wohnung natürlich noch wüst und leer (hebr.: tohu wa bohu):

KücheKüche Bad Zimmer Bett Windfang

Im Mai schließlich war mein gesammter Besitz in der Wohnung untergebracht. Das führte u. a. dazu, dass man nirgends treten konnte - es fehlten Schränke, Regale, Hochbett, Küche, etc. Aber ich hatte nun schon eine Waschmaschine, einen Kühlschrank, Wasserkocher, Schreibtisch, Stereoanlage, Umzugkartons, ...

KücheKüche Schrank Bad Zimmer

Im Laufe der Zeit wurde aber einiges fertig. Wie man sieht, habe ich vor dem Küchenfenster ein Vogelhäuschen, um im Winter dir Vögel beim Frühstück zu beobachten. Mitlerweile schlafe ich wieder im Hochbett und meine Sachen hängen auch wieder im selbstgebauten Schrank. Die Küche hat gar eine Mikrowelle mit Umluftherd spendiert bekommen.

Vogelhaus Schrank Hochbett Mikrowelle Bücher

Mitlerweile macht das Haus auch von außen etwas her. Vielleicht motvierte das ja die Nachbarn, das Restaurant 'Ehlers' doch wieder aufleben zu lassen. Hier mal ein paar Sommerbilder:

Haus 2006 Haus 2006 Haus 2006 Anbau 2006

Im Garten blühen natürlich auch zahlreiche Blumen. Zu fast jeder Jahreszeit formen sie ein imposantes farbliches Schauspiel:

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© 1999-2006 saiht