Nun musstet ihr etwas länger auf den zweiten Teil meines Berichtes warten – dafür ist er dann auch etwas umfangreicher. Das Einleben hier in Moskau ist etwas schwieriger oder zumindest anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte zum Beispiel meine Berichte auf einem USB-Stick gespeichert und diese dann von einem Rechner im Internetcafe verschickt. Nun wurde mir dieser auf dem Flughafen von den dortigen Behörden am 1. September (in Verbindung mit anderen Kleinigkeiten) gestohlen, ich habe das aber erst 3 Wochen später bemerkt. Und dann hat man die Möglichkeit mit dem USB-Stick hier im CAFEMAX leider nicht. Wie es zu all dem kam – siehe weiter unten.
Zunächst möchte ich jedoch kurz fortsetzen, was noch in Irkutsk geschah:
Viele der folgenden Zeilen habe ich im frisch geputzten Zimmer im Studentenwohnheim Nr. 1 in Irkutsk geschrieben. Durch die Scheiben dringt endlich wieder Sonnenlicht, die Koreaner haben das Land verlassen. Obwohl einiges bereits überholt ist, habe ich den Text stehen lassen, um den Eindruck vor Ort festzuhalten. Daher zunächst:
So langsam wird das mit dem Sprachverständnis besser. Dank des dreistündigen Sprachkurses jeden Tag kann ich mich in begrenztem Sprachschatz bereits besser ausdrücken als die vielen mir unbekannten Worte der Russen verstehen. Mein Bruder Steffen meinte mal, dass im Schnitt zu einem Alltagswortschatz 5000 Wörter gehören, auch wenn unsere Jugend im Schnitt mit nur noch 2000 auskommt. Aber auch die will man erst mal lernen, selbst bei 20 Wörtern am Tag dauert es noch ziemlich lange. Zum Glück kamen die beiden Koreaner zum Unterricht immer zu spät und sind eine Woche früher abgereist, so dass ich in diesen Zeiten einen Privatunterricht mit meiner Lehrerin hatte. Ich konnte viel reden (und wurde oft verbessert) und die fehlenden Verben haben wir an die Tafel geschrieben und konjugiert.
Hier waren wir im "Chudoschestwenui Musej", also eine Art Kunstmuseum oder Galerie. Sogar ein Bild von Schinkel hängt hier. Da hier Gemälde aus dem 16. bis 20. Jahrhundert ausgestellt werden, hat man einen guten Spiegel des jeweiligen Zeitgeistes. Bis zum 19. Jahrhundert war die Mehrzahl der Motive mit idyllischer Landschaft (ich hab Lena auf den Bildern gezeigt, wo mein Haus stehen sollte) oder später (18. & 19. Jh.) Szenen aus der Stadt. Mit dem Zeitalter des 'Kommunismus' und der Sowjets (= gewählte Arbeitervertreter, Lenin proklamierte "Alle Macht den Sowjets", daher auch Sowjet-Union, übersetzt heißt Sowjet einfach ‚Rat’ [in beiderlei Hinsicht] oder Hinweis, Ratschlag) änderte sich der Kunststil grundlegend. Wohl waren auch einige Bilder des Impressionismus vertreten (die mir persönlich nicht gefielen), aber viele waren typisch sozialistisch: ein einfacher arbeitender Mensch steht im Mittelpunkt, oder eine Gruppe Arbeiter war abgebildet. Auch einige die rote Armee verherrlichenden heroischen Bilder waren vertreten.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Geschichtsschreibung. Im Jahre 1932/33 kamen in der durch Beschlagnahmung der Ernteerzeugnisse in der Ukraine durch Stalin ca. 3 Millionen Menschen ums Leben. Wie ich erfahren habe, ist im gleichen Jahrzehnt dasselbe in der Gegend der Wolga durchgeführt worden, ebenfalls sind Millionen verhungert. Doch davon wissen heute nicht viele Menschen. Dafür kennt jeder z. B. Pearl Harbour (wenn auch vielleicht nur durch den Film) mit etwas über 2 Tausend Toten oder den 11. September in New York mit etwas über 3000 Toten. Im den beiden Weltkriegen sind Millionen Russen gestorben, ein großer Teil aufgrund der katastrophalen Versorgungslage an der Front (weder Munition noch Verpflegung noch Schuhe noch ...). In der Geschichtsschreibung der Sieger findet sich das nicht wieder und die Bilder in der Ausstellung vermitteln ein ganz anderes Bild. Immer noch findet sich in jeder Stadt eine Leninstatur, an seinem Sockel wird noch nicht gewackelt. Immerhin wird der Anschlag seines Bruders auf den Zaren mittlerweile anders betrachtet. Seinerzeit noch in der Schule als mutige Tat verkündet, sieht man es heute als ersten terroristischen Akt. Aber so etwas zieht sich ja schon seit mehreren hundert Jahren durch die russische Geschichte (siehe Encarta, Brockhaus, Encyclopedia Britannica und Geschichtsbücher).
Einen anderen Tag waren wir im Haus des Dekabristen Trubitzki, nachdem wir schon an einem Wochenende im Haus des Dekabristen (dekabr = Dezember, englisch: Decembrist) Walkonski waren. Ich wollte endlich mal verstehen, was das für Leute waren (Mitte 19. Jh.) und steckte mein Wörterbuch in die Tasche. Mit diesem Anspruch und den Sprachlücken dauerte die Führung für uns vier nicht 30 Minuten, sondern 3 Stunden. Es kam also eher einem Wochenendsprachkurs gleich. Aber es hat sich in beiderlei Hinsicht gelohnt.
Es hat sich nicht viel geändert - der Schlüssel zur Dusche ist verschollen und seit dem 3. August gibt es kein heißes Wasser mehr (ich bin am 6. August eingetroffen). Aber schon ab Oktober soll sich das ändern, so hat man mir versichert. Vielleicht erhalten meine Nachfolger auch mal einen Schlüssel für die Küche nebenan, für mich war sie verschlossen. Die beiden Koreaner sind eine Woche vor mir abgereist, so konnte ich ihre Herdplatte und den Kochtopf benutzen, um zumindest heißes Wasser zu erhalten. Ich habe auch die Fenster mal etwas geputzt, seit 2-3 Jahren scheine ich der Erste gewesen zu sein.
Einmal bin ich ins Kino gegangen und habe mir Lara Croft auf Russisch angesehen. Den ersten englischen Film, den ich gesehen habe ("Playing God" mit David Duchovny 1997 im Shopping Mall/LA) war ebenfalls mit Angelina Jolie, nur habe ich vom englischen Text 60% verstanden, beim russischen Film nur 2 - 5 % (soviel wie "Oh, ich habe mich geirrt", "Von hier aus geht es zu Fuß weiter" und "Ja", "nein" etc. , aber kaum mehr) Na ja, die Handlung hat sich mir trotzdem erschlossen, aber das ist ja auch nicht sonderlich schwer. Vielleicht ist das ein ganz guter Gradmesser für meine Sprachkenntnisse. In 2 Monaten werde ich das noch mal probieren. Auf jeden Fall endete der Film um 24:00 Uhr - ich hatte vergessen, dass das Studentenwohnheim genau um diese Uhrzeit schließt. Es öffnet die Eingangstür erst wieder um 6:00 Uhr in der Früh. Als ich dann 20 Minuten später vor der verschlossenen Eingangstür stand, habe ich mich wieder erinnert. Ich überlegte schon, wo ich wohl die Nacht in Irkutsk verbringen könnte (viele Brücken gibt es hier nicht, aber es hat ja auch nicht geregnet), als der sehr strenge Wachtmann nach vorn kam. Er fragte, was ich denn wolle, ob ich nicht wisse wie spät es ist. Und was er in seinen Bericht schreiben solle, warum er zu dieser Uhrzeit die Tür noch einmal öffnen musste. Und wie er in dem Bericht erläutern solle, dass es für einen Deutschen war - die doch für ihre Pünktlichkeit bekannt sind! Ich konnte nur das total betroffene Unschuldslamm und Opfer der Umstände spielen, aber da er ja herzensgut ist, ließ er mich doch noch hinein und sagte nur noch "Dawaitje" - Beeil dich! Die Wachtmänner schlafen mehr schlecht als recht im Vorraum unseres Studentenwohnheimes, wir sind also ganz sicher. Und Irkutsk nach Mitternacht ist mir so (leider?) erspart geblieben.
Am 18.8.2003 haben wir einen Tagesausflug zum Baikal unternommen. Unsere Sprachlehrerin Galina begleitete uns den ganzen Tag vom Frühstück an, also weit länger als der Unterricht sonst dauert. Wir sind nach Listwjanka gefahren, Chruschtschow hatte damals schnurgerade eine Straße durch die Taiga für ein Treffen mir Eisenhower bauen lassen, um die Macht und Möglichkeiten der Sowjets zu zeigen, es wurde aber nix draus. Der Baikal speichert ja nicht nur 20% des Süßwasservorrates der Erde in seiner enormen Tiefe, sondern auch seine Fläche ist beeindruckend - vom Ufer sieht man nur an guten Tagen quer über den See, längs ist es unmöglich, ihn zu überblicken (636 km Länge). Und trotz 336 Zuflüssen hat er nur einen Abfluss - die Angara, sie fließt an Irkutsk vorbei und ein riesiges Wasserkraftwerk versorgt die Stadt mit Strom.
Auch die Biodiversität ist beeindruckend, die meisten seiner Arten gibt es ausschließlich im Baikal - zum Beispiel den wohlschmeckenden Omul. Ich konnte ihn leider noch nicht kosten. Irgendwann hole ich das nach. Naturgemäß ist das Wasser zu kühl, nur im "kleinen Meer" zwischen der größten Insel und dem Ufer ist es flach genug, das es sich im Sommer ausreichend aufheizt, um darin baden zu gehen. Unsere Brüder tun das beim Sommerurlaub sehr gern.
Wir haben auch ein Baikalmuseum besucht, das Betrachten der Exponate an sich ist schon recht interessant, besser währe es noch, wenn man auch den Text verstehen würde. Auf der Hinfahrt haben wir ein "Holzbaumuseum" besucht, das uns die Baukunst der vergangenen Jahrhunderte näher bringen sollte. Unter anderem stand dort eine Holzkirche, in der Beschreibung wurde gesagt, dass die Ikonen im Inneren nach einem festen Schema angeordnet sind: In der Mitte rechts Jesus und links die "heilige Gottesmutter", rechts und links dann die 4 Evangelienschreiber. Alle Kirchgänger, die ich dazu befragt habe, wussten das nicht so genau - und hielten Lukas für eine Apostel (Wie, die 4 Evangelien sind nicht von den 4 Aposteln geschrieben worden?).
Immerhin war eine Kirche am Baikal, die wir besuchten, ein willkommener Anlass, über die Wahrheit der Bibel zu sprechen. Mit meiner aus Bruchstücken bestehenden Sprache habe ich mich mit meiner Lehrerin darüber unterhalten, dass der Gedanke der Dreieinigkeit nicht in der Bibel steht. Zu wem hätte Jesus wohl sonst gebetet? Warum bezeichnete er sich als Sohn und Jehova als Vater, wenn er mit ihm doch gleichgestellt ist? Jesus war doch nicht dumm, dann hätte er von seinem Zwillingsbruder gesprochen. Hat er aber nicht. Ich war auf jeden Fall begeistert, dass ich mit wenigen Worten tatsächlich über ein solches Thema sprechen konnte. Auch in der Folgezeit habe ich mich mit meiner Lehrerin oft über Religion und Kirche und Zeugen Jehovas unterhalten.
Weil zwei Versammlungen getauscht hatten, konnte ich den Vortrag des Kreisaufsehers ein zweites Mal hören. Da ich diesmal etwas weiter hinten saß, habe ich leider nicht alle Bibelstellen mitbekommen - aber Safonia habe ich diesmal aufgeschlagen. Und beim Vortrag habe ich diesmal schon mehr mitbekommen.
Diesmal war ich in der zentralen Versammlung Irkutsks. Der Bruder neben mit langem Rauschebart wirkte wie ein langjähriger Kämpfer für die Wahrheit. Sein Liederbuch war komplett von Hand abgeschrieben – in tadellosen Druckbuchstaben, so dass wir gemeinsam den Liedern folgen konnten. Auch gibt es ein Video (mittlerweile auch in deutsch??) der Gesellschaft über aus der Ukraine nach Sibirien vertriebene Brüder. Ein Bruder dieses Videos diente in dieser Versammlung, ich habe mich auch etwas mit ihm unterhalten. Vielleicht komme ich noch einmal nach Irkutsk, um etwas mehr zu erfahren.
Nach der Versammlung kam dann der Bruder, der mich seinerzeit auf der Straße mit einem Traktat angesprochen hatte, auf mich zu und organisierte noch eine Schwester, die etwas deutsch spricht, um herauszufinden, wer ich sei und ob ich denn ein Bruder sei. Als das geklärt war, hieß es: „Dann möchte ich auch mit dir in den Predigtdienst gehen“. Als ich etwas zögerte, meinte die Schwester (die in der chinesischen Gruppe dient): „Auf einem Kongress wurde einmal gesagt, wenn man eine Sprache lernen will, ist es am besten, in den Predigtdienst zu gehen“. So konnte ich also ganze 20 Tage in Irkutsk verbringen, ohne im Haus zu Haus Dienst gestanden zu haben. Es ist ja auch nicht gut, sich nur auf einen Dienstzweig wie z.B. das informelle Predigen zu beschränken.
So dachte ich bei mir: Ich werde mich mal ‚mitschleifen’ lassen. Schon wieder weit gefehlt. Die Schwester kam am Donnerstag mit einem Stapel Zeitschriften unter dem Arm an und sagte: „Der Kreisaufseher hat gesagt, wir sollen die Leute wie folgt ansprechen: ‚Wir haben ein Geschenk für Sie und ihre Familie’ und dann eine aktuelle Zeitschrift überreichen. Tja, die paar Worte kriege ich leider auch auf Russisch hin. Also konnte ich mich nicht drücken. Ich habe zwar nicht den Anfang gemacht, aber im Park habe ich dann doch einen Mann, der auf einer Bank saß, angesprochen. Und zu meinem Erstaunen hörte er mir sogar zu. Letzten Endes haben wir uns fast eine ganze Stunde unterhalten, viele Bibeltexte gelesen (die mir fehlenden russischen Worte hat die Schwester von deutsch nach russisch übersetzt) und das Grundgerüst der Botschaft vom Königreich behandelt. Ich hatte wohl vergessen, dass es Jehovas Werk ist und nicht mein persönliches. Außerdem steht unter „hinreichender Befähigung“ für den Predigtdienst nicht von ausgezeichneten Sprachkenntnissen in der Bibel. Ähnliche Erfahrungen setzen sich am nächsten Tag fort.
Für meine Lehrerin hatte ich mir die Broschüre „Jehovas Zeugen. Wer sind sie? Was glauben sie?“ auf Russisch geben lassen. Prompt hat sie mir am nächsten Tag ihre Literatursammlung mitgebracht (sie hatte keine unserer Zeitschriften weggeworfen, sondern alle aufbewahrt) und wir haben uns wieder eine Stunde über Religion etc. unterhalten. Sie meinte, nun ihre Meinung über Zeugen Jehovas ändern zu müssen. Sie kannte natürlich auch das Vaterunser und hat die ersten Zeilen an die Tafel geschrieben. Ich kannte den russischen Text zwar nicht auswendig, konnte aber fragen, was denn der Name Gottes ist (nein, Jesus ist nicht richtig, denn er lehrte uns dieses Gebet ja) und was denn wohl das Königreich sei, um das wir da beten.
Am Montagabend hatte der Älteste, bei dem das Buchstudium durchgeführt wurde, alle noch zu einem Tee eingeladen. Effektiv gab es noch Kuchen und vieles mehr und wir haben uns viele Stunden unterhalten. Letzten Endes war es wieder zu spät für das Studentenwohnheim, so nahm ich gern die Einladung an, dort zu übernachten. Denn diese Familie hatte außerdem eine heiße Dusche – nach 3 Wochen Abstinenz eine wahre Wohltat. Morgens haben wir noch gemeinsam den Tagestext betrachtet, bevor ich zum Unterricht bin.
Zwar gibt es noch vieles weiteres zu sagen, aber wir beenden Irkutsk mal an dieser Stelle. Ich habe German (ein Bruder aus unserer Versammlung) die Bilder zum Einscannen gegeben und schicke sie das nächste mal mit. Einige kannten die Geschichten ja auch schon. Warum? Nun, es folgte ein sehr entscheidender Tag meines Lebens.
Am 1. 9. 2003 klingelte um 5 Uhr früh der Wecker (nach deutscher Zeit war noch Sonntag, 10:00 Uhr abends - wichtig für das Ende dieses Absatzes) - also kurz etwas kaltes Wasser ins Gesicht (das heiße Wasser war natürlich noch immer nicht angestellt), einen Happen gefrühstückt und dann mit den Sachen zum Trolleybus. So begann mein erster September. Am Flughafen sollte ich sogar das Gewicht des Handgepäcks bezahlen! Dabei hatte ich den Rucksack extra mit allem Schweren gefüllt (u.a. 3 Bibeln, davon 1x Studienbibel) - macht zusammen 11,6 kg. Im Flieger nach Deutschland saßen einige Deutsche (der Mann hinter mir hatte die nette Lehrerin, die ihm vom 8 Jahren auf dem weißrussischen Bahnhof so nett geholfen hat, geheiratet), so wurde das ganze etwas kurzweilig.
Vom Moskauer Flughafen hat mich niemand abgeholt (d.h. ich habe Henriette verpasst, weil ich pünktlich und damit zu früh war - letzten Endes zum Glück), also bin ich in einen Bus bis zur Metro, von da bis zur Station "Universität" und von da mit dem Bus bis vor den Haupteingang. Kostenpunkt für die 2-Stunden-Fahrt: exakt ein Euro. Für die 10 Minuten von Terminal 1 zu Terminal 2 in Moskau mit dem Taxi habe ich vor einem Monat 15 Euro gezahlt - das ist eben Marktwirtschaft. Ich finde auch das Büro für ausländische Studenten, kriege den Zettel für mein Zimmer, es ist alles organisiert, die beiden schweren Reisetaschen stehen vor dem Eingang, als ich noch ganz kurz frage, ob es vielleicht ein Problem mit dem Visum geben könnte. Natürlich nicht, in Russland gibt es keine Probleme. Für Henriette war es überhaupt kein Problem, für mich schon. Denn mein Visum war für die Universität in Irkutsk ausgestellt, das kann nur die Uni dort verlängern, also jede Uni nur ihr eigenes. Ich muss also zurück nach Deutschland und ein neues Visum besorgen. Das hätte man mir in Deutschland sagen können, ich hätte alles anders planen können (auch mit dem Zusatzgewicht, das ich teuer bezahlt habe etc.) So stehe ich dort in dem Büro und erfahre, dass ich nur noch 3 Tage legal in Russland bin. Meinen Zimmerschlüssel kann ich damit auch nur für 3 Tage erhalten (Bürokratie) um meine Taschen unterzustellen. Zum Glück habe ich noch einen Anschlussflug zurück nach Deutschland, den wollte ich eigentlich verfallen lassen. Er beinhaltet 6 Stunden Aufenthalt in Moskau - zum Glück!! Als ich einen Ort habe, meine Taschen unterzustellen, bleiben mir noch 2,5 Stunden Zeit. So hechte ich ohne jedes Gepäck wie jemand, der Frühstücksbrötchen holen geht, zum Flughafen. Auf dem Rückweg brauche ich nur 1,5 Stunden, der Check In ist schon menschenleer (aber dann kommt jemand und checkt mich ein) und ich habe den Flieger noch geradeso erwischt. In Schönefeld habe ich den Regionalexpress nach Hause genommen und zu Hause erst mal meine Eltern geschockt.
Nun konnte ich in Deutschland ein neues Visum beantragen und - weil ich ja viel Zeit hatte - noch einige Dinge erledigen, die ich vor meiner Abreise nicht mehr geschafft hatte. In der Versammlung waren einige schon verwundert, wie schnell ein Jahr vergeht. Ich denke, das nächste Jahr wird etwas länger. Mein Visum habe ich am 15. September erhalten und mit dem Flieger am 16.9.2003 nach Moskau geflogen. Gleichzeitig konnte ich in den zwei Wochen einige wichtige Weichen stellen, die mir einen sorgenlosen Aufenthalt in Russland für mindestes 5 Jahre sichern (geplant nach 2005) oder gar noch viel längere Zeit. So hat die Verkettung vieler Zufälle aus einer scheinbar ungünstigen Situation heraus den Weg für die Zukunft geebnet. Nun kenne ich die Situation in Moskau bereits etwas und kann nur sagen: ein Glück! Gleichzeitig würde ich am liebsten jeden einladen, auch hierher zu kommen. In den folgenden Zeilen findet ihr heraus, warum.
Auch hier werde ich mal etwas geordnet vorgehen, wenn es auch nicht immer chronologisch ist. Für das Leben hier bildet die Universität und das darin befindliche Studentenwohnheim zumindest den Anfang.
Seinerzeit hat Stalin neun besonders große Gebäude im neoklassizistischen „Zuckerbäckerstil“ in Moskau errichten lassen. Eines davon ist das Hauptgebäude der Lomonossow-Universität: 240 m hoch, unzählige Vorlesungssäle befinden sich in dem Gebäude, mehrere Läden und Wohnraum für 18000 Studenten - eine richtige Stadt in einem Haus. In unserem Sektor finden sich allein 4 Magazine (Läden). Seit einem Jahr ist im Keller auch eine Wäscherei, eine Waschmaschinenfüllung mit 6 kg in Selbstbedienung kostet einen Euro, der Trockner ebenfalls. Billiger und einfacher kann man kaum seine Sachen reinigen. In der Dusche gibt es heißes Wasser, die Küche auf dem Gang müssen wir uns mit 50 anderen Studenten des Ganges teilen. Alle 2 Wochen gibt es neue Bettwäsche und Handtücher – leider zu sehr ungünstigen Zeiten. Entweder man holt sie Samstagabend ab (entweder bin ich in der Stadt, bei Brüdern oder bei einem Heimbibelstudium) oder Sonntag früh (Hey – ich bin Student – da schlafe ich doch!). Hat aber bisher ganz gut geklappt. Eigentlich müsste ich das Haus gar nicht verlassen. Und etwas habe ich mich auch schon eingewohnt. Ehe es soweit war, hatte uns die Bürokratie allerdings einige Steine in den Weg gelegt:
Nachdem ich also ein zweites mal in Zimmer 911 mir dem richtigen Visum stand, dachte ich ja, jetzt gibt es auch den Schlüssel zu meinem Zimmer. Schade, schon wieder falsch. Erst mal gehe ich zu Zimmer 16 und stelle mich mit den anderen Studenten in eine Schlange. Nach einer Stunde kann ich 2 Zettel abgeben, erhalten einen mit einem Stempel wieder und werde nach Zimmer 4 verwiesen. Hier warte ich nur 30 Minuten, nachdem meine Daten in den Computer gegeben wurden, erhalte ich einen Ausdruck: Bitte damit nach Zimmer 7, danach Zimmer 9. Ohne Wartezeit erhalten ich in Zimmer 7 einen Stempel auf den Ausdruck. In Zimmer 9 unterhalten sich die beiden Frauen ungestört weiter, nach 5 Minuten unterbrechen die beiden Beamtinnen ihr Gespräch und eine setzt ihre Unterschrift auf den Stempel. Das war’s auch schon. Damit gehe ich zurück in Zimmer 4. Als ich wieder an der Reihe bin, vermerkt die Dame das im Computer, gibt mir einen weiteren Zettel und schickt mich in Zimmer 10. Dort ist wieder eine lange Schlange und es ist kurz vor 5. Um fünf wird das Büro aber geschlossen. Wir können ja morgen wiederkommen (mir drängte sich nur ganz kurz die Frage auf, wo ich dann übernachten würde). Irgendwie bin ich dann doch in den Vorraum gekommen, wurde um halb sechs die ganzen Zettel und 3 Passbilder los, erhielt einen „Prokusk“ (Passierschein, um in den Studentenwohnheimssektor zu gelangen) und eine „Naprawlenje na Etasch“ für Zimmer und Etage. In einem Monat möge ich bitte wiederkommen. Mit diesen beiden Zetteln bin ich dann in Zimmer 602 in Sektor „B“ gegangen und habe von der Administratorin endlich meinen Zimmerschlüssel erhalten. Na bitte, so einfach ist das!
Endlich bin ich also in meinem Zimmer. Mein Nachbar heißt Jan, er hat eine meiner Reisetaschen aufbewahrt (die andere hat Henriette), wir teilen uns fortan die Dusche und die Toilette. Mein Zimmer ist 2180 x 3280 Millimeter groß und 2950 hoch, hat also etwas mehr als 7 Quadratmeter. Eine genaue Zeichnung folgt – auf besonderen Wunsch – mit der nächsten Mail. So ganz fertig war das Zimmer aber noch nicht. Die folgenden Wochen habe ich dann damit verbracht, mich richtig einzurichten. Das wichtigste Accessoire ist ein Tschainik (Tschai = Tee, obwohl man mit ihm natürlich auch heißes Wasser für einen Kaffee machen kann, also ein Wasserkocher), ich habe in den ersten Wochen so viel Tee getrunken wie in meinem ganzen Leben nicht. Jetzt mache ich mir immer noch eine Tasse Kaffee dazu. Und dann habe ich angefangen zu putzen – eine ganze Woche lang. Jan und andere Deutsche fragten schon, ob ich einen Putztick habe. Auf jeden Fall habe ich jetzt einen klaren Blick nach Westen in den Sonnenuntergang, auf den Botanischen Garten der MGU und das nachts beleuchtete Denkmal am „Platz des Sieges“ und das dahinterliegende große Museum.
Leider finden sich auch in meinem Zimmer noch die Überbleibsel alter Wasserschäden. Von dem dreiflammigen Kronleuchter meines Zimmers funktionierte nur eine Lampe (natürlich), also habe ich wieder 2 Lampen gekauft. Die erste lies sich einschrauben und funktionierte auch gleich, die zweite hingegen nicht – den die alte Glühbirne war herausgebrochen worden, das alte Schraubgewinde steckte noch darin. Mithilfe einer Schere habe ich diese entfernen können, seitdem ist es in meinem Zimmer fast so hell wie nach dem Urknall. Jan hat sich schon beschwert. Dummerweise hatte ich meine Glasfenster zum gemeinsamen Vorraum auch schon geputzt, so konnte er nicht schlafen. Also lächelt nun ein Bart Simpson alle meine Besucher von einem Poster an und sagt „I didn’t do it. Nobody saw me do it. You can’t proove anything!“. Die Gläser der Deckenlampe habe ich auch gleich mitgeputzt und die Lampe erst mal wieder richtig zusammengebaut. Von IKEA Moskau habe ich ein GORM-Lagerregal für Wasserkocher, Zeitschriften, Kaffee, Tee, Geschirrhalter ... (siehe folgende Zeichnung) erworben, außerdem einen dritten Stuhl Marke IWAR. Natürlich brauchte ich dazu noch etwas Werkzeug, der Deschurney unserer Etage hatte nur eine Zange und einen Hammer. Also habe ich mir noch Schraubendreher und Ringschlüsselsatz besorgt, damit habe ich dann auch noch die Einzelteile meines Bettes wieder festgeschraubt, fortan wackelte es nicht mehr, und das Knarren ist auch weg. Im Wandschrank habe ich eine Arbeitslampe befestigt, auch noch eine Schreibtischlampe am Schreibtisch, eine neue Tischdecke, ... Mit zweiseitigem Klebeband habe ich versucht, den neuen Toilettenpapier an den Fliesen zu befestigen, doch das war schlicht unmöglich (ihr lest richtig: bisher lag das Toilettenpapier auf dem Boden). Also musste ich noch Qualitätsalleskleber von Henkel kaufen, damit habe ich dann auch den Seifenhalter im Bad befestigt und endlich den zerbrochenen Holzstuhl aus Stalins Zeiten richtig repariert, dass er nur mit irgendwelchem Klebeband umwickelt war, hat mir nicht so gefallen.
In den weiteren Tagen und Wochen folgten dann ein vernünftiger Papierkorb, ein Wischeimer und -lappen, Meister Propper, Dichtklebeband für die undichten Fenster, Kalkentferner ... Den hartnäckigsten Verkrustungen bin ich mit dem Messer zuleibe gegangen, jetzt sieht auch das Bad fast wie neu aus. Eine Stunde habe ich auch den Klarlack von meiner Fensterscheibe entfernt, denn er war nicht nur auf dem Rahmen gelandet und nach 40 Jahren nicht mehr so klar. Auch habe ich einen neuen Fenstergriff befestigt. Manchmal komme ich mir vor wie der Deutsche aus dem Witz, welcher, nachdem ein Franzose und ein Russe bereits begnadigt wurden, kurz vor seiner Hinrichtung in seinem letzten Wunsch um einen Schraubenzieher bittet, um endlich die klemmende Guillotine zu reparieren. Schlussendlich habe ich mit meinem Nachbarn Jan zusammen einen neuen Kühlschrank gekauft. Zwar kann man auch einen ausleihen, das kostet aber auf die Zeit gerechnet mehr, der ist mindestens 10 Jahre alt und laut und außerdem gab es gar keine.
Eine ‚nette’ Anekdote mit Jan habe ich auch schon, irgendwie habe ich wohl immer ‚Glück’ bei der Zuteilung meiner Weggefährten: Nach 4 Wochen wollte ich fertig eingerichtet sein und mich fortan nur noch auf das Studium konzentrieren. Allerdings habe ich nach 5 Wochen die Elektroleitung unseres Kühlschrankes mit Nagelschellen in der Ecke fixieren wollen, denn sie lag mir immer im Weg und störte auch bei der Zimmerreinigung. Damit habe ich Jan aber wohl etwas gestört. Nun hätte er ja sagen können, dass es ihn stört. Statt dessen wurde ich Opfer eines fünfzehnminütigen Vortrages, was ich denn noch alles zu bauen gedenke, ich solle mir doch noch mal überlegen, ob es wirklich nötig sei, das Elektrokabel in meinem Zimmer zu befestigen, ich solle auch mal an die Zukunft denken, und überhaupt mein ganzes Verhalten, alleine wie ich im Vorraum Haken angebracht habe, dass der Besen und Schaufel nicht irgendwie im Weg rumstehen und so, und auch dass ich schon Bad und Toilette geputzt habe und er nicht, das geht so nicht weiter, dass muss mal ein Ende haben, im übrigen geht ihm diese meine “nach mir die Sinflut“-Einstellung ziemlich auf den Keks. Er will ja keinen Streit vom Zaun brechen, aber das ist doch nun wirklich nicht nötig, er will sich nicht wiederholen, ich solle doch noch mal drüber nachdenken. Dann verschwand er für eine halbe Stunde irgendwohin. Nun gut.
Themenwechsel. Ich stand auch bald vor der Frage, was ich denn nun in Physik zu studieren gedenke. Vorsorglich wurden alle ausländischen Studenten bei der philologischen Fakultät eingeschrieben. Ich habe mich aufgrund meiner lückenhaften Sprachkenntnisse erst mal dafür entschieden, im ersten Semester nur russisch zu lernen. Zunächst waren ich in einem Kurs mit einem amerikanischen Ehepaar. Sie arbeiten für irgendeine amerikanische Bibelgesellschaft, ich habe aber immer noch nicht herausbekommen, für welche. Seit Oktober sind noch 2 Spanierinnen hinzugekommen, sie werden irgendwann einmal Übersetzerinnen werden. In dieser Konstellation wird das wohl so weitergehen bis Ende Januar. Außerdem habe ich noch einen Phonetikkurs mit einem sehr sympathischen Lehrer, er macht mir erst einmal bewusst, wie schwierig es mit der russischen Sprache überhaupt ist. Zum einen müssen wir völlig neue Laute aussprechen lernen und dann müssen wir auch lernen, mitten im Wort die Tonhöhe variieren zu können. Sonst wird das nämlich keine Frage, sondern ein Aussagesatz. Und wir kennzeichnen eine Frage im Deutschen durch das Anheben des Satzendes. Das darf ich mir hier abgewöhnen. Die Bedeutung der Betonung hatte ich ja schon angesprochen. Sie unterscheidet bei einem identisch ausgesprochenen Wort darüber, ob wir essen oder fahren (zum Glück werden sie anders geschrieben). Es gibt auch Worte, die identisch geschrieben werden, aber völlig unterschiedliche Bedeutung haben. Da entscheidet dann die Aussprache oder Betonung, welches Wort es ist. In Büchern ist die Betonung allerdings nicht angegeben – siehe weiter unten unter Versammlung.
Insgesamt habe ich 16 Stunden in der Woche Unterricht. Das klingt nicht viel, um eine Sprache zu lernen, aber für die Vorbereitung Wachtturm und Anbeten-Buch gehen auch immer mehrere Stunden drauf. Zwar gibt es auch eine englische Versammlung in Moskau, die ist auch gleich neben der russischen, aber ich will ja russisch lernen. So lasse ich mich hier morgens auch vom Radio wecken, etwas vom Wetter und den Wechselkurs zum Dollar und Euro verstehe ich schon mal sehr gut. Ansonsten läuft auch hier im Radio alles was bei uns läuft: Scooter, Modern Talking und sogar Daniel Küppelböck!! Eine Besonderheit meines derzeitigen Lieblingssenders ist, dass er die letzten 5 Minuten vor den Nachrichten zu jeder vollen Stunde ein klassisches Stück spielt. Das sollte man in Deutschland auch mal einführen. Ach ja – einige Werbebotschaften kann ich auch schon auswendig.
Für Studenten gibt es ein extra Angebot in Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Monatskarte für die Metro (U-Bahn) kostet 75 Rubel, die Monatsmarke für Straßenbahn + Bus + Trolleybus ebenfalls, also jeweils etwa 2 Euro. Für die Metro erhält man dafür eine extra Magnetkarte mit Induktionschip. So kann man berührungslos Zugang zur Metro erhalten. Die Tortur, eine solche zu erhalten, will ich hier mal auslassen (ihr wisst schon, Zimmer a, dann b, ...), nur sollte man den Originalantrag AUF GAR KEINEN FALL KNICKEN!! Und nur mit schwarz unterschreiben! Denn sonst wird er ungültig. Und dann nach 2 Wochen wiederkommen. Ich hatte die Karte dann endlich nach einem Monat – und ich brauche sie fast täglich! Der Preis für öffentliche Verkehrsmittel ist für Studenten also ein Witz. Und Autofahren möchte ich bei all den Verrückten auf der Straße lieber nicht. Geschwindigkeitslimits gibt es praktisch nicht, ob es auch ein Gesetz gibt, dass man sich anschnallen soll, wissen nicht mal unsere Brüder, es schnallt sich im Auto sowieso keiner an. Fahrstreifenmarkierungen werden bestenfalls als Empfehlung angesehen, meist jedoch nur wie moderne Kunst auf meinem Rennasphalt – und ignoriert. So bin ich mit den Öffentlichen sicherer, schneller und preiswerter unterwegs. Wie gesagt, hat man die Anfangsschwierigkeiten erst einmal überwunden, ist es hier richtig schön.
Auf einem Markt habe ich hier das erste mal einen vollautomatischen Regenschirm gesehen, er schließt sich also auch wieder auf Knopfdruck! Den meinigen habe ich in der Zwischenzeit schon schätzen gelernt, auch wenn ich sonst nie einen Schirm benutzt habe. Das Wetter ist hier nämlich etwas komisch, oft ist es bewölkt, meist hängen die Wolken auch sehr tief, so dass vielen Gebäuden die Spitze fehlt. Es kam auch schon vor, dass es bis zum 6. Stock (wo ich wohne) neblig war. Am 20. Oktober hatten wir das erste mal unter 0° C, am 24. Oktober lag der erste Schnee. In der Zwischenzeit ist er wieder weggetaut, doch es gibt ein „Volkslied“ das da lautet ‚Palgoda plachaja Pagoda’ – ein halbes Jahr schlechtes Wetter. Die Zeit hat schon begonnen, es gibt viel Matsch, in der Metro ist es dann schwül und warm (man fängt sofort an zu schwitzen), während man draußen friert.
Da muss ich doch unbedingt auch mal was zur Mode bemerken. Mir war ja schon in Irkutsk aufgefallen, dass 95% der Frauen in ‚high heels’ herumlaufen, das ist in Moskau nicht anders. Selbst bei Minusgraden tragen noch viele einen überaus kurzen Rock, verstehen kann ich es nicht. Ich friere schon, wenn ich es nur sehe. Es scheint, als sei hier die perfekte Zielgruppe für Werbung zu finden: Man muss immer toll aussehen und mit Reizen nicht geizen. Wiewohl die beiden Amerikaner eine Folgetheorie aufgestellt haben: Irgendwann zwischen 30 und 35 kommt ein bestimmter Tag im Leben der russischen Frauen, dann werden sie irgendwohin für 2 Wochen verschleppt und wenn sie wiederkommen sind sie nicht mehr schlank und rank, sondern eher tonnenförmig. Eine Zwischenform scheint es nicht zu geben. Und wie in Deutschland ist die Kleidung der jungen Frauen immer so knapp bemessen, dass man nur dann nicht bauchfrei ist, wenn man bewegungslos senkrecht steht. Die männliche Bevölkerung gibt sich da weitaus konservativer, man kann auch recht oft jemanden im Anzug durch die Gegend laufen sehen. Obwohl diese dann meist zur begüterten Angeberschicht gehören.
Und dann gibt es hier ein wichtiges Modeaccessoire, das bei Männern wie Frauen jeden Alters gleichermaßen beliebt ist: das neueste kleinste Farbhandy der Welt, welches stolz um den Hals getragen wird. Vielleicht soll das ja auch praktische Aspekte haben, auf jeden Fall ist für alle sichtbar, dass ich ein Handy habe. So trägt praktisch fast jeder ein solches Teil um den Hals, auch wenn es nicht das kleinste ist. Und ständig spielt man damit rum, zeigt dem Freund die neueste Klingelmelodie etc. Wie die Kinder. Gleichwohl habe ich auch schon gehört, dass einige dann sagen: „Sorry, ich kann dich mit meinem Handy nicht anrufen, das ist zu teuer, 2 Dollar pro Sekunde ...“.
Zum Glück ist das Mobiltelefonieren nicht ganz so teuer, meine Karte kostet 20 Cent pro Minute. Und hier ist es erlaubt, Werbung mit Nettopreisen zu machen. So wird meine SuperJeans-Karte mit 16 Cent pro Minute beworben. Darauf kommen noch mal 20 Prozent Mehrwertsteuer und auf den Gesamtpreis noch mal 5 Prozent irgendsoeiner „Verkaufssteuer“, macht also insgesamt 26%. Ach ja, es gibt auch ein Gesetz, dass keine Preisangabe in Dollar erfolgen darf. Daher steht dann meist y.e. dahinter, das heißt so viel wie „Ausländische Währung“ und entspricht natürlich exakt dem Dollar. Vielleicht ist ja doch Moskau das wahre Land der ‚unbegrenzten Möglichkeiten’.
Von der Fläche her ist Moskau ja fast genauso groß wie Berlin: um die 1000 km². Nur wohnen in Moskau eben um die 10 Millionen Leute. Ein Abenteuer ist auf jeden Fall die Metro. Die Rolltreppe zu unserer Metrostation „Universität“ hat 340 Stufen, auf der Rolltreppe zum „Park des Sieges“, der tiefsten Metrostation der Welt, habe ich 2 Minuten und 45 Sekunden gestanden, dann war ich unten angekommen und hatte auf der Rolltreppe über 100 Meter hinter mir. Von den Dimensionen der Universität hatte ich ja schon erzählt. Es ist hier sehr viel sehr wuchtig und groß gebaut. Hier wird einem erfolgreich der Eindruck vermittelt, ganz klein und unbedeutend zu sein, über jedes Recht, das einem gewährt wird, dankbar zu sein und ansonsten stets nur den richtigen Weg gehen zu sollen.
Dazu gehört aber auch, dass sich wo man steht und geht eine Mauer, eine Absperrung, ein Tor oder was auch immer befindet. Und du weißt sofort: da darf ich nicht hin. Irgend jemand von der Milizia ist stets präsent. Und fast überall wird überprüft, ob man denn auch in das Gebäude oder auf das Gelände oder was auch immer darf. Am einfachsten ist es, irgendeine Art Ausweis zu haben und mit einer Einstellung und einem Gesichtsausdruck vorbeizugehen, der da lautet: „Hey, wir beide wissen, dass ich hierher gehöre, ich habe das richtige Dokument in der Hand und eigentlich haben wir beide doch gar keine Lust, dass bis ins Detail zu überprüfen, sondern wollen nur unsere Ruhe, richtig? Ich geh’ dann schon mal.“ Und da ich auch noch halb wie ein Russe oder Pole oder vom Balkan oder (*keine Ahnung*) aussehe, falle ich nicht weiter auf.
Manchmal schlägt diese Kontrollwut auch lustige Kapriolen. An einem Tag wurde doch tatsächlich der Zugang zum Gelände vor der philologischen Fakultät überprüft. Erst habe ich die Ordnungshüter etwas verwundert angeschaut, dann habe ich lieber meinen Propusk gezeigt anstatt zu versuchen, ihnen die Situation zu erklären. Denn zu dem Gelände, was sie kontrollierten, führen 2 Trolleybuslinien, 8 Buslinien, 7 vierspurige Straßen und unzählige weitere unkontrollierte Zugänge.
Vielleicht fragt ihr euch, wie es denn im allgemeinen um die Sicherheit in Moskau bestellt ist. Nun, ich laufe nun schon einige Wochen mit meiner knallgelben Marshmallow -Jacke durch die Stadt (dann sehe ich aus wie das Michelin-Männchen – nur in gelb) und ich wurde bisher nur ein einziges Mal angesprochen. Und das auch nur, weil ich durch ein Wichtigtuer/Oligarchen/Reichen-Viertel gelaufen bin. Plötzlich hielt neben mir eine schwarze Limousine und man fragte, wohin ich denn zu gehen gedenke. Die Herren haben mir zwar nicht ihre Ausweise gezeigt noch hatten sie Uniformen an, aber da sie zu dritt waren und ich ja der Ausländer in der fremden Stadt, habe ich meinen Reisepass gezeigt, Ziel genannt – und alles war in schönster Ordnung. Man hört ja die dollsten Geschichten (auch von anderen Studenten) über die Willkür der Milizia, dass man für 500 oder 1000 Rubel Strafe wegen irgendeines Gesetzes, das man übertreten hat, die Situation bereinigen kann. Manchmal fragen sie wohl auch, was denn mein Preis wäre, man kann die Strafe also verhandeln. Nun, ich tue einfach immer ganz unauffällig, und bisher ist nix passiert. Ich denke, es wird auch nix passieren. Ich bin auch schon quer übers Bahngelände gelaufen, über Hinterhöfe und Schleichwege – alles kein Problem. Moskau ist eben eine Großstadt wie Berlin auch und die meisten haben mit sich selbst mehr als genug zu tun, dass sie auf andere oder gar auf mich gar nicht achten können oder wollen.
Dass es in Moskau ein IKEA gibt, habt ihr ja schon gelesen, eigentlich sind es sogar drei. Wenn ich da war, bin ich zum MEGA-Mall gefahren, der ist im Süden der Stadt. Und er erinnert auch stark an einen Mall aus den USA, eine Art Rieseneinkaufszentrum. Zwar haben sie nur 10000 Parkplätze, umso stärker ist das Gedränge am Wochenende. Demnächst eröffnet OBI dort seine Filiale, neben vielen kleineren und größeren Läden gibt es auch einen Aschan-Supermarkt. Der hat 70 Kassen, man läuft also über 100 Meter an den Kassen entlang. Trotzdem gibt es am Wochenende lange Schlangen. Natürlich gehört ein großer Kinokomplex dazu, eben alles, was man sich so vorstellt. Von 2 Metrostationen fahren alle 10 Minuten kostenlose Busse zum Einkaufszentrum, und die sind natürlich auch immer voll. Daher gibt es auch noch private Minibusse (auch von weiteren Metrostationen), die für 10 Rubel zum MEGA fahren. In der Flaniermeile wachsen Palmen und im Zentrum kann man kostenlos Schlittschuh fahren, sie Schlittschuhe in der passenden Größe erhält man auch kostenlos geliehen. Einmal war ich mit Brüdern schon auf dem Eis. Mittendrin hat man den Eindruck, in einer anderen Welt zu sein. Denn Russland ist das nicht. Darauf komme ich gleich. Ach ja, KFC macht auch demnächst dort auf, ebenso PizzaHut, McDonalds hat natürlich schon längst seinen festen Platz – wie in ganz Moskau. An jedem größeren Bahnhof oder einer Stelle, wo viele Menschen sind, befindet sich ein McDonalds. Ebenso ist die Stadt natürlich zugepflastert mit Cocacola-Werbung und jeder weiteren Art von Werbung.
Dem entgegen steht das, was man hier so an Geld verdient. Unsere Lehrerin hat mir mal erklärt, was ein Lehrer hier so an Einkommen hat. Das Grundgehalt sind 1500 Rubel, dann gibt es noch einen Aufschlag von ca. 1000 Rubel, zu der Summe werden dann 40% dazuaddiert. Macht also zusammen 3500 Rubel – das sind exakt 100 Euro! Der Dekan gibt daher regelmäßig noch etwas dazu, denn so richtig kann man davon nicht leben. Professoren erhalten nicht mehr. Tja, und wer in der Schule nicht so gut aufgepasst hat, der geht eben bei McDonalds für 8000 Rubel arbeiten. Das entspricht in etwa dem Durchschnittsverdienst der Moskauer, also etwas über 200 Euro monatlich. Auf dem Lande soll man nur auf 50 Euro kommen. Gleichzeitig fahren hier die neuesten BMW und Mercedes bereits auf der Straße, während sie in Deutschland erst auf Messen vorgestellt werden. Ein Land der Gegensätze.
Sollte man dann doch mal Geld haben, bringt man es natürlich nicht zur Bank. Denn so was wie einen Einlagensicherungsfonds gibt es nicht. Und Banken gehen hier öfter mal pleite. Dann ist das Geld eben auch futsch. Die Regierung ist am Diskutieren, einen solchen Fond per Gesetz ab 2004 oder 2006 oder 2008 einzuführen, dann wären die Einlagen immerhin bis 20000 Rubel gesichert (das sind weniger als 600 Euro). Man ist sich aber nicht einig. Und da die Angst eines totalen Kursverlustes immer noch tief sitzt – bereits zweimal haben viele Russen alles verloren, zuletzt 1998 – kann man an jeder Ecke Geld wechseln, vorzugsweise in Doller (und jetzt auch Euro). Parallel dazu verläuft der Machtkampf zwischen Oligarchen und Regierung. Doch so richtig interessiert sich kaum jemand für Politik und Hintergründe. Ich konnte immerhin den aktuellen Spiegel zu dem Thema lesen. Vielleicht hat Beresowski (Interview in dieser Ausgabe) ja Recht, wenn er meint, Russland wäre ein „Land von Sklaven“. In gewisser Weise lässt man eben alles mit sich machen und sagt „Na ja, was soll ich machen, ich hab mich dran gewöhnt“. Oder man tut es als Teil der Kultur ab. Es wirkt hier vieles sehr halbfertig, unausgegoren und ohne Ziel. Andererseits steckt hinter den Menschenmassen eine gewaltige Energie, die wie eine Lawine in irgendeine Richtung drängt und dabei alles überrollt, was im Weg steht. Und niemand kann voraussagen, wohin der Weg geht.
Jetzt mal wieder zu was Positiven. Es war ja gar nicht so leicht, die Versammlung zu finden, zu der ich gehöre. Denn eigentlich ist MGU und Umgebung Niemandsland. Die Russen dürfen nicht einfach so aufs Gelände und drin wohnen tun hauptsächlich Ausländer. Sonst gibt es hier keine Wohnhäuser. Von den 40000 Studenten scheinen aber nur 2 Zeugen Jehovas zu sein, soweit ich das mitbekommen habe. Macht ja nix, wie ihr gleich sehen werdet.
Nachdem ich erst im Kino „Ulan Bator“ die Versammlung Akademitscheskaja gefunden hatte (Danke an Benjamin) sagte man mir, JugoSapadnaja (Südwestliche, benannt nach der Metrostation) wäre meine Versammlung im Dom Tourista. Zu der Versammlung gehe ich im Moment immer noch und werde es auch weiterhin, wenn der Kreisaufseher nichts anderes entscheidet. Ebenfalls in diesem Gebäudekomplex befindet sich die englische Versammlung – die einzige in Moskau. Insgesamt sind dort 8 Versammlungen in 2 Sälen. Zu unserer Versammlung gehören 172 Verkündiger, allerdings sind sonntags nur ca. 140 Personen anwesend, donnerstags nur um die 80. Und von den Buchstudien gibt es keine Rückmeldung. In der Versammlung gibt es 3 Älteste: Jonathan, der mit seiner Familie aus Sibirien gekommen ist, um die Versammlung zu unterstützen (Sohn Juri und Tochter Axana sind allgemeine Pioniere) sowie Hiroo und Ken aus Japan mit mehr oder weniger großen Problemen mit der Sprache. Die vielen S- und Sch-Laute sind für Asiaten im allgemeinen schwierig, außerdem gibt es nicht ein einziges Wort, dass sie aus ihrer Sprache übernehmen könnten. Vor einem dreiviertel Jahr war Hiroo ganz allein mit der Versammlung, er ist allgemeiner Pionier und ein Jahr älter als ich.
In den Aufgaben verstehe ich fast immer, worum es geht, worüber gesprochen wird, ebenso die Bibelstellen (diese selbst lese ich meist noch mal in der englischen oder deutsch Bibel nach) und verstehe je nach Aufgabe auch die meisten Wörter. Es fehlt aber noch immer sehr viel, sehr oft verstehe ich eine Frage auch nicht. Zumindest im Buchstudium gebe ich schon Antworten. Gern hätte ich ja noch etwas Schonfrist gehabt, doch die war am 1.11.2003 endgültig abgelaufen. Es ging um den Predigtdiensttreffpunkt (in Russland früh um 11 Uhr) und wer ihn leitet. Hiroo konnte leider nicht und die Schwestern wollten nicht. Also durfte ich meinen ersten Predigtdiensttreffpunkt auf russisch leiten. Immerhin habe ich mich über 5 Stunden darauf vorbereitet. Außerdem folgten an diesem Tag noch mehrere russische Gebete und bei zwei Heimbibelstudien sollte ich die Leitung übernehmen. Und es wird nicht weniger.
Gestern war dann auch meine Schonfrist in der Theokratischen Predigtdienstschule abgelaufen. Nicht einmal 2 Monate in Moskau, hatte ich meine erste Aufgabe – Aufgabe 2. Eigentlich ganz leicht, einfach den Text lesen. Ihr könnt ja mal einen Blick auf das zweite Kapitel von Hebräer werfen, der Text ist auch im deutschen sehr schwer zu verstehen. Und einfach ein paar Mal laut lesen üben ist nicht – nicht im Russischen! Das fängt damit an, dass man sich mehrere Vergrößerungskopien des Textes anfertigt. Denn manche Buchstaben haben im Russischen starke Ähnlichkeit, man muss genau hinschauen (es sei denn, man kennt schon alle Wörter). Dann heißt es, jedes unbekannte Wort im Wörterbuch nachschlagen, um zu sehen, wo es denn betont wird, denn sonst kann man es nicht richtig aussprechen. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich jedes einzelne Wort übersetzen, denn einfach in die deutsche oder englische Bibel schauen geht leider nicht. Selbst in den Studienartikeln sind manchmal etwas andere Fragen und Sätze enthalten. Nach über 5 Stunden hatte ich dann 107 der 344 russischen Wörter übersetzt. Mit dem restlichen Dutzend Wörter, die ich nicht im 140.000 Wörter-Nachschlagewerk gefunden habe, bin ich zum Phonetik-Lehrer und habe mir die richtige Aussprache zeigen lassen. Und nun hieß es nur noch: üben, üben, üben. Aleksej hat die Zeit gestoppt, nach 4 Minuten 30 Sekunden war ich mit dem Vorlesen fertig. Und ich war wirklich fertig. Immerhin waren die Brüder und Schwestern so nett, mich hinterher zu loben. Auf jeden Fall habe ich noch enormes Verbesserungspotential. Wahrscheinlich lernt man Schwimmen am schnellsten, wenn man ins kalte Wasser springt.
Ebenso schwimme ich schon in anderen Gewässern. Und trotz meiner sprachlichen Hindernisse macht das Riesenspaß. Denn Moskau ist der Treffpunkt für Menschen aus allen Nationen. Hier treffe ich Leute aus Ländern, die ich gar nicht kenne. Ich habe mal eine kleine Liste zusammengestellt: In Verbindung mit dem Sprachkurs habe ich die folgenden Leute kennen gelernt: John und Sharon aus den USA, Ines und Kidi aus Spanien sowie einen jungen Mann namens Simoné aus Italien. In der Versammlung traf ich dann Wanda und Donald aus den USA, Hiroo, Ken und Tomoko aus Japan, Georg aus Georgien, David aus Belgien (englische Versammlung) und Marisella aus Kuba. Tja, und im Rahmen des Predigtdienstes habe ich die folgenden Personen kennen gelernt, mit den meisten habe ich schon mal ein Studium durchgeführt, bei einigen bin ich der regelmäßige Studienleiter (so morgen den ganzen Samstag von früh bis spät): Arun aus Indien, Andre aus Jamaika, Cyrill, Lin, Min, Mascha, Lin Sen und Hu Zinan aus China, Kemil und Farzana aus Mauritius, Chris aus Kongo/Zaire, Kabi aus Guinea-Bissau, Ngok Min aus Vietnam und Aschap aus Bangladesch. Ihr könnt ja mal einen Blick ins Jahrbuch werfen, in vielen dieser Länder gibt es sehr wenige Brüder oder unser Werk ist verboten. Es scheint, als würden sie extra hier in Moskau versammelt, um die Wahrheit kennen zu lernen und diese dann mit nach Hause zu nehmen. Ursache hierfür ist die Politik Russlands, vor allem Drittwelt-Länder zu unterstützen, indem Studenten aus diesen Ländern zunächst ein Jahr in Moskau russisch lernen und danach 5 Jahre ihre jeweilige Fachrichtung, vornehmlich Maschinenbau und Medizin. Und natürlich gibt es auch unzählige Chinesen. Bei einem Studium sind meist 5 Chinesen anwesend. Und da die Studien natürlich auf russisch durchgeführt werden, kann ich fleißig die Sprache lernen.
Was den Predigtdienst betrifft, kann ich mich also im Moment nicht beklagen. In der Vergangenheit hat es mit dem Dienst allerdings auch mal nicht geklappt. So habe ich schon fünfmal vergeblich gewartet. Und da es um die russische Pünktlichkeit nicht so bestellt ist, wartet mal schon mal eine halbe Stunde. Einmal waren es –5 °C, nach 30 Minuten hab ich ein wenig gefroren. Doch im Moment habe ich mit Heimbibelstudien und deren Vorbereitung mehr als genug zu tun. Anfang der Woche habe ich mit Simone aus Italien, Anja aus den USA und Kidi aus Spanien bis morgens um 6 Uhr auf dem Flur gesessen und wir haben uns über den Sinn unseres Daseins, Fragen nach einem Schöpfer, Antworten aus dem Buch „Sophies Welt“ und natürlich aus der Bibel unterhalten. Nach einer Weile rückte Simone mit der Sprache heraus, dass er sich in Italien bereits ein halbes Jahr mit Zeugen Jehovas getroffen hatte. Und er fand unsere Schwestern immer wieder sehr nett. Auf jeden Fall wollen wir das Gespräch fortsetzen. In gewisser Hinsicht ist das hier also ein „Predigtparadies“. So, jetzt ist der Tag um, der Brief ist fertig, draußen ist es schon lange dunkel und ich werde mal die letzten Vorbereitungen für den Dienst morgen treffen. Bis zum nächsten Mal.
Mit schon besseren russischen Grüßen
Matthias
weiter zum unfertigen dritten Bericht vom 13. 02. 2004 (mit Stichpunkten bis April '04)