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Das Thema Freiheit hat die Geister schon seit Jahrhunderten beschäftigt. Nicht ohne Grund beziehen sich viele Zitate berühmter Persönlichkeiten auf eben jenes Thema. Manchmal zitiert man sie sogar, ohne den Autor zu kennen. Ich habe mal ein paar Aussagen zusammengetragen.
Die Dresdner Bank - Die Beraterbank - gab einmal ein kleines Büchlein heraus: Freiheit, die wir meinen - Kluge Worte zu einem großen Thema (503 98 0112 - 10.98 - BR981071). Sicherlich hatten sie ihre eigene Idee von der Freiheit: Auf dem Umschlag ist ein Motorradfahrer abgebildet, der in den Sonnenuntergang fährt. Vielleicht spielen sie damit auf den 'American Way of Life' oder den 'American Dream' an, eine Fahrt auf der legendären Route 66 oder den Gedanken der VISA-Werbung: "Die Freiheit nehm' ich mir!"
Im täglichen Umgang fällt allerdings auf, dass die Begriffe Freiheit und Unabhängigkeit oft durcheinandergewürfelt werden. Schauen wir uns doch einfach ein paar schlaue Sprüche an, zu manchen habe ich meine Kommentare daruntergeschrieben:
Viele denken, sie sind frei, weil sie machen können, was sie wollen, und merken doch nicht, dass sie ihre Diktatur in sich tragen.
Ernesto Cardenal
Hatte ich ja vergessen: Manche halten Freiheit auch für die Möglichkeit, dass man machen kann, was man will. Die richtige Bezeichnung dafür ist allerdings Anarchie, nicht Freiheit.
Die Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann.
Otto von Bismarck
Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.
Albert Camus
Alle großen Dinge sind einfach, und viele können mit einem einzigen Wort ausgedrückt werden: Freiheit, Gerechtigkeit, Ehre, Pflicht, Gnade, Hoffnung.
Winston Churchill
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Benjamin Franklin
Freiheit ist ein Kaugummibegriff geworden - an jedem Schlagbaum versteht man etwas anderes darunter.
Oskar Kokoschka
Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden.
Abraham Lincoln
Mit diesem Amerikaner kann ich schon eher konform gehen als mit dem zuerst zitierten. Einen Versuch (wohl sarkastisch gemeint) startete ein anderer (Bezug zu seinem Roman 1984?):
Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei und zwei gleich vier ist. Sobald das gewährleistet ist, ergibt sich alles andere von selbst.
George Orwell
Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.
Jean-Jacques Rousseau
Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, dass immer wieder Dummes, Häßliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen.
Winston Churchill
Man mag gar nicht glauben, dass der kleine Winston mal ein schlechter und fauler Schüler war ...
Die Freiheit des Menschen besteht darin, dass er die Entscheidung sucht, auch wenn sie gegen ihn fallen sollte.
Frank Thiess
An unbeschränkter Freiheit gehen die Menschen nicht dutzendweise, sondern zu Tausenden zugrunde.
Jeremias Gotthelf
Mit der Freiheit ist es nicht anders als mit derben und saftigen Speisen oder starken Weinen. Für gesunde und starke Naturen sind sie nahrhaft und stärkend. Sie überladen, verderben und berauschen jedoch schwache und zarte Menschen.
Jean-Jacques Rousseau
Der Deutsche hat Freiheit der Gesinnung, und daher merkt er es nicht, wenn es ihm an Geschmacks- und Geistesfreiheit fehlt.
Johann Wolfgang von Goethe
Um sich frei zu fühlen, gibt es ein einfaches Mittel: nicht an der Leine zerren.
Hans Krailsheimer
Freiheit ist für drei Viertel der Menschheit das Recht, Hungers zu sterben.
Henri Linguet
Alle Menschen machen sich, wie zu allen Zeiten, auch jetzt noch zu Sklaven und Freien; denn wer von einem Tag nicht mindestens ein Drittel für sich hat, ist ein Sklave, mag er Minister oder Arbeiter sein.
Friedrich Nietzsche
Die Dekadenz der Freiheit kündigt sich damit an, dass sie so lüstern wird, sich auch ihren Feinden hinzugeben.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr. Selbstmord)
Es ist vielleicht das einzige Stück Freiheit, das man sein ganzes Leben ununterbrochen besitzt: Die Freiheit, sein Leben wegzuwerfen.
Stefan Zweig
Die Zitate zeigen, dass uns die Freiheit auf ganz unterschiedlichen Ebenen begegnet. Im Grundgesetz ist zum Beispiel die Meinungs-, Rede- und Religionsfreiheit gewährt. Aber wieweit gehen diese Freiheiten? Und wie ist es mit anderen Freiheiten? Ab wo setzt die Zensur an? Wer hat das Recht, die Freiheiten eines anderen zu beschneiden? Oder Grenzen der Freiheit festzulegen? Wo gibt es einen Maßstab, ob diese Grenzen zu eng oder zu weit gezogen sind? Darf man zum Schutz der Allgemeinheit manche Grenzen überschreiten? Fragen über Fragen ...
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