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3. Wann wurde Jesus geboren?

Ein kleines Vorwort ...

3.1 Nicht am 24. Dezember geboren

Altes Fest der Wintersonnenwende, Germanen und Römer, Übernahme durch Christen in Zeit des Konstantin, Staatsreligion

3.1.1 Jesus wurde im Herbst geboren

Siehe Bibel: Es waren noch Hirten auf dem Feld. Das enspricht dem Monat Tischri (Ethanim). Zur Zeit des Weihnachtsfestes - Kislew oder Tebeth - ist es in Palästina kalt und regnerisch. Die Herden werden zum Überwintern hereingebracht.

Weiterer Indiz: Kein römischer Befehlshaber (auch nicht Cäsar Augustus) hätte die für ihre Aufständigkeiten bekannten Juden zu einer Einschreibung (Lukas 2:1-3, vergleiche Matthäus 24:20) in der Winterzeit aufgefordert.

3.1.2 Heidnischer Ursprung des Weihnachtsfestes

3.1.3 Übernahme des heidnischen Festes in die Christenheit

3.1.4 Verbot des Weihnachtsfestes durch Puritaner 1723

In Großbrittanien, Gesetz, außerdem wurde wegen Ausschreitungen zum Weihnachtsfest 18xx in London überhaupt erst die Polizei eingeführt - es wurde damals ausgelassen gefeiert und viele waren betrunken.

3.1.5 Weihnachten in der Neuzeit, Kommerzialisierung

Während kaum noch an Jesus gedacht wird, jeder christliche Anstrich also verloren geht, nimmt das Weihnachtsfest wieder die alten römischen Formen an: Man beschenkt sich gegenseitig und gibt sich einen fömmelnden Anschein. Großes Essen gehört dazu. Beispiel Amerika 2005: Auf breiter Front wird das 'Weihnachtsfest' durch 'die Feiertage' ersetzt, selbst in der offiziellen Grußkarte des Amerikanischen Präsidenten ist dieser Wechsel vollzogen.

3.1.6 Sollte man Weihnachten feiern?

Nein, weitere Gedanken dazu in 3.3 Sollte man Jesu Geburtstag feiern?

3.2 In welchem Jahr wurde Jesus geboren?

3.2.1 Festlegung des Geburtsjahres Jesu

Zeitangaben wie anno domini (lat:im Jahre des Herrn) wurden erst im dritten Jahrhundert verwendet. Damals wurde Jesu wahrscheinlichstes Geburtsjahr festgelegt von _..._ auf dem Konzil zu Nizäa oder wo auch immer.

In der Neuzeit stellte man fest, dass man sich in den Jahren geirrt hatte, daher heißt es im Brockhaus, in der Encarta, in der Encyklopaedia Britannica und auch der Wikipedia, Jesus sei irgendwann zwischen 7 v.u.Z und 4 v.u.Z. geboren worden. Leider gibt es zu diesen Angaben nie einen Hinweis, wie man auf diese Daten kommt. Doch mit einfachen 'Hausmitteln' läßt sich das Jahr recht genau bestimmen.

3.2.2 Wann begann Jesus seinen Dienst als Prediger?

Gemäß Lukas 3:1 begann Jesus seinen Dienst im fünfzehnten Jahr des Tiberius Cäsar, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes Bezirksherrscher von Galiläa (sowie sein Bruder Philippus Bezirksherrscher des Landes Ituräa und Trachonitis und Lysanias Bezirksherrscher von Abilene, in den Tagen des Oberpriesters Annas und des Kaiphas). Tiberius Cäsar übernahm im August 14 u.Z. das Amt des Cäsars und Prinzeps. Damit begann Jesus seinen Dienst im Jahre 29 u. Z.

In diesem Jahr ist Jesus offenbar volljährig geworden. Im alten Israel war man erst im Alter von 30 Jahren volljährig (4. Mose 4:30). Das bestätigt auch Lukas 3:23, wo es heißt, Jesus wäre dreißig Jahr alt gewesen. Damit wäre Jesus 30 Jahre vor dem Jahr 29 u. Z. geboren. Da es kein Jahr Null gibt, kommt man auf das Jahr 2 vor unserer Zeit.

3.2.3 Jüdische Altertümer von Josephus

Zunächst brauchen wir etwas Chronologie, eine Liste von Ereignissen, die sich kurz vor und nach Jesu Geburt ereignet haben. Dazu gehört der Besuch der Astrologen bei Jesus (nicht in der Krippe, sondern gemäß der Bibel in einem Haus, es waren auch keine drei heiligen Könige, denn sie waren nicht drei, nicht heilig und auch keine Könige). Kurz danach ist Joseph mit seiner Familie nach Ägypten geflohen. Dann starb Herodes der Große. Von seinem Tod berichtet Josephus in seinem Buch 'Jüdische Altertümer'.

Buch des Josephus

Hier kommt jetzt richtige Wissenschaft. Er berichtet von einer Mondfinsternis kurz vor dem Tod des Herodes. Kurz danach fand das Passahfest statt. Von Jerusalem aus sichtbare Mondfinsternisse kann man noch heute exakt mathematisch berechnen. Allerdings sagen viele Forscher: Herodes ist 4 v.u.Z. gestorben. Daher kommt auch die Angabe der Geburt von Jesus zwischen 7 und 4 v.u.Z. Wir können das ja einfach mal nachprüfen:

Zunächst die Angaben des Josephus [1] aus 'Jüdische Altertümer' gemäß der Übersetzung von Dr. Heinrich Clementz. Die erste Mondfinsternis wird einige Zeit vorher auf Seite 466 erwähnt ('Jüdische Altertümer', 17. Buch, Kapitel 6, Absatz 4):

4. Da nun die Vornehmen bei der bekannten Grausamkeit und dem Jähzorn des Königs befürchten mussten, es möchte auch ihnen schlecht ergehen, missbilligten sie die That aufs schärfste und stimmten für strenge Bestrafung der Schuldigen. Trotzdem verfuhr Herodes ziehmlich gelinde, entsetzte aber den Hohepriester Matthias als den teilweisen Urheber des Vorfalles seines Amtes und übertrug dasselbe an Jozar, den Schwager des Matthias. Unter dem Hohepriestertum des Matthias geschah es übrigens, dass für einen Tag, den Fasttag der Juden, ein anderer Hohepriester ernannt werden musste, und zwar um folgender Ursache willen. In der dem Fasttage voraufgehenden Nacht träumte Matthias, er wohne seinem Weibe bei, und da er deswegen kein Opfer darbringen konnte, übernahm sein Verwandter Joseph, der Sohn des Ellem, für ihn den Dienst. Diesen Matthias also entsetzte Herodes seines Amtes, den anderen Matthias aber, der den Aufruhr angestiftet hatte, liess er mit einigen seiner Genossen lebendig verbrennen. In derselben Nacht fand eine Mondfinsterniss statt.
5. Des Herodes Krankheit nahm übrigens immer mehr zu, und Gott züchtige ihn offenbar für seine Frevelthaten. Denn ein lansames Feuer verzehrte ihn, das jedoch äusserlich nicht die Glut verriet, mit der es seine Eingeweide ...

Einige Seiten weiter bzw. kurze Zeit später wird auf Seite 471 auf den Tod des Herodes Bezug genommen ('Jüdische Altertümer', 17. Buch, Kapitel 8, Absatz 1 und 2):

Achtes Kapitel
Des Herodes Testament, Tod und Leichenbegängnis.

1. Herodes änderte nun abermals seinen letzten Willen und liess ein neues Testament aufsetzen, in welchem er den Antipas, den er früher zu Könige bestimmt hatte, zum Tetrarchen von Galilaea und Peraea ernannte, während er dem Archelaus die Thronfolge zuerkannte. Weiterhin gab er ... und einigen anderen Personen fünf Millionen. Hierauf starb er1, fünf Tage nach Antipaters Hinrichtung, vierunddreissig Jahre nach der Ermordung des Antigonus und siebenunddreissig Jahre nach seiner Ernennung zum Könige durch die Römer. Er war ein Mann, der gegen alle ohne Unterschied mit gleicher Grausamkeit wütete, im Zorn kein Mass kannte und sich über Recht und Gerechtigkeit erhaben dünkte, daber aber die Gunst des Glückes, wie kein anderer, erfuhr. Denn aus niedrigem Stande zum ... zu haben glaubte, meiner Meinung nach aber ein höchst unglücklicher und bedauernswerter Mensch.

2. Noch ehe der Tod des Königs bekannt geworden war, entliessen Salome und Alexas die in der Rennbahn eingeschlossenen Juden nach Hause mit dem Bemerken, der König befehlte ihnen heimzukehren und ihren Beschäftigungen wieder obzuliegen. Hiermit erwiesen die beiden dem gesamten Volke ...


1 4 v.Chr. Hiernach wäre das wirkliche Geburtsjahr Jesu Christi etwa in das siebente Jahr vor Beginn unserer Zeitrechnung zu verlegen.

Auf das Passah wird dann auf Seite 474 bis 477 Bezug genommen ('Jüdische Altertümer', 17. Buch, Kapitel 8, Absatz 3 bis Kapitel 9, Absatz 3):

weiter der Text des Josephus .... bla laber .... allgemein und so steht es hier. und wieder ein es war eine Mondfinsternis wobei es hier einfach weitergeht. Noch ein wenig unbekannter Geschichte folgt, die ich hier aber nur zitiere - wenn ich mal Zeit habe, das Buch zur Hand zu nehmen und den Text zu vollenden.

Damit hätten wir unsere Voraussetzungen. Doch wie stellen wir die Mondfinsternisse fest? Dazu gibt es auch ein im Internet verfügbares Programm: [Das sollte ich wohl erst noch suchen und finden und hier einsetzen, dann suchen wir alle Mondfinsternisse von 15 v.u.Z. bis 15 u.Z]. Das kann ja jeder selbst einmal überprüfen. Ich habe die relevanten Daten hier in einer Tabelle zusammengestellt:

Datum nach dem
Gregorianischen
Kalender
Datum nach dem
Julianischen
Kalender
Bemerkung zur Mondfinsternis
11. 03. 4 v.u.Z. 13. 03. 4 v.u.Z. nur 36%ige Mondfinsternis in den Morgenstunden
08. 01. 1 v.u.Z. 10. 01. 1 v.u.Z. spätnachts, erste Stunden des 8. Januar, Mond für 1h41 nicht zu sehen
27. 12. 1 v.u.Z. 29. 12. 1 v.u.Z. nur partiell, in der Abenddämmerung, nicht aufsehenerregend

Wie man sieht, scheidet die Mondfinsternis am _____ v.u.Z aus, da sie wenige Minuten vor Sonnenaufgang unter einem Zenitwinkel von 30° wohl von niemandem in Jerusalem beobachtet worden wäre. ... Hier folgt eine Betrachtung der vorhandenen Mondfinsternisse ... Tatsächlich kommt also nur die Mondfinsternis am 8. Januar 1 v.u.Z. in Frage. Das Passah fand am %14. Nisan nach Gregorianischem Kalender% statt. Zwischen diesen Daten liegt der Tod des Herodes.

Wie komme ich vom Tod des Herodes auf Jesu Geburt ...

3.3 Sollte man Jesu Geburtstag feiern?

Jesu Apostel und Jünger sowie seine Nachfolger im ersten Jahrhundert feierten NICHT Jesu Geburtstag. Wenn wir Christen heute also Nachfolger jener ersten Christen sein wollten, sollten wir es offensichtlich auch nicht feiern - kein Weihnachten! Zumal uns das genaue Datum nicht bekannt ist. Ernsthaft begehen sollte man allerdings die Feierlichkeiten zum Gedenken an Jesu Tod. Einerseits hat Jesus dies eindeutig geboten. In 1. Korinther 11:24 werden Jesu Worte in Bezug auf das Abendmahl wie folgt zitiert: "Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich". Bezeichnenderweise wurde diese Feier am 14. Nisan begangen.

Der 14. Nisan ist der erste Vollmond jeden Jahres nach dem Frühlingsanfang (Tag- und Nachtgleiche). Bereits seit 1500 Jahren gab es bei den Juden an genau jenem Tag eine Feier - das Passahfest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Außerdem wurde Jesus auch an jenem 14. Nisan ermordet.

Gemäß einem Nachschlagewerk nannte man die ersten Christen auch "Quartodezimaner [Vierzehner] wegen ihres Brauchs, das Pascha [Abendmahl des Herrn] immer am 14. Nisan zu feiern ... Das Datum könnte auf Freitag oder jeden anderen Wochentag fallen" (The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, Band IV, Seite 44). Weitere Hinweise finden sich auch in der Studia Patristica, vol. V, 1962, Seite 8 sowie Aussagen des Historikers J. L. von Mosheim. Diese Bezeichnung und dieser Brauch setzten sich mindestens bis ins 2. Jahrhundert fort.

Quellen

  1. Flavius Josephus (94 n. Chr.) Jüdische Altertümer (Antiquitates Judaicae), übersetzt von Dr. Heinrich Clementz, Fourier Verlag - Wiesbaden, 13. Auflage 1998: MECO Verlag GmbH, Dreieich; ISBN 3-921695-19-8
  2. U. Lewis (1987) Radiocarbon datin and Lower Mississippi Valley Archeaology, North American Archaeologist 6 213-225 (217)
  3. F. A. Hassan (1989) The Restoration of Time: Radiocarbon dating 1965-85/6, The Review of Archaeology 10 54-58 (57)
  4. J. G. Ogden III (1977) The use and abuse of radiocarbon dating, Annals of the New York Academy of Sciences 288 167-173 (173)
  5. Autor (Jahr) Titel, Quelle Ausgabe Seite
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