Tag: Kultur Vietnam

  • Langsames Internet

    Eines der Leiden hier in Vietnam ist das langsame Internet. Immer wieder ist es unterbrochen, speziell die internationalen Verbindungen. Wir sprechen schmunzelnd von einer üblichen “Shark Attack” so als ob ein Hai die Leitung angefressen hätte. Wenn man sieht, wo die Unterseekabel verlaufen, ist es schon verwunderlich, dass nur Vietnam betroffen ist.

    Was auch immer die Ursache, die Leitung ist seit dem 2. August gestört, am 9. August noch 10 Tage zu warten …

    Der folgende Link von 2016 geht leider nicht mehr, aber es gibt eine weitere Quelle.

    http://english.vietnamnet.vn/fms/science-it/161866/internet-in-vietnam-to-resume-in-at-least-10-days.html

    Und hier die zweite Quelle: https://subtelforum.com/73internet-in-vietnam-to-resume-in-at-least-10-days/

  • überschwemmte Schule

    überschwemmte Schule

    Das folgende Bild zeigt meinen Klassenraum in der Lehrervilla. Dort waren wir von dem Starkregen gestern zum Glück nicht betroffen. Mit den neu bespannten Tafeln sieht er ganz nett aus – wenn auch zu klein für 11 Schüler.

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    Am Freitag regnete es 84mm. Davon um 17:00 Uhr 29 Millimeter in einer halben Stunde. Das machte das 75mm-Regenabflussrohr von Haus B nicht ausreichend mit – und es schwappte in den Kunstraum. Mit Eimern und Kannen versuchten die noch anwesenden Lehrer, das Schlimmste zu verhindern. Dennoch standen bis zu 10cm Wasser im Klassenraum. Und es blieb nicht das letzte Mal …

  • Reifendruckkontrolle auf vietnamesisch

    Reifendruckkontrolle auf vietnamesisch

    Nun bin ich schon eine Woche auf HCMCs Straßen unterwegs und frage mich, ob denn der Reifendruck bei meiner Atilla überhaupt richtig ist. Schnell ein Blick unter die Sitzbank und es werden 1,75 bar vorn und hinten empfohlen. Also auf zur Tankstelle und Druck überprüfen.

    Nicht in Vietnam. Dort gibt es weder Kompressor noch Druckmessgerät. Ich fahre mehrere Tankstellen an – vergebens. Dann sehe ich am Straßenrand jemanden mit einem Kompressor, der auch Motorräder repariert. Er hat geraden einen neuen Mantel aufgezogen. Sein Kompressor hat auch ein Manometer und zeigt 6 bar an.

    Ich zeige also die gewünschten 1,75 bar beim Tankinnendeckel und weise auf sein Manometer hin. Er pumpt vorn etwas auf und schlägt mit dem Radmutternschlüssel gegen den Reifen. Ohne auf das Manometer zu schauen. Der Klang reicht. Und wie der Schlüssel zurückspringt. Dann pumpt er noch einmal nach. Das Hinterrad findet er nach dem “Schlagtest” gleich in Ordnung. 4000 VND bezahlt und der Reifendruck sollte stimmen.

    img_1983Zwei Wochen später kaufe ich für 97500 VND (3,95€) ein analoges Luftdruckmessgerät und stelle fest: Das Vorderrad hat 3,5 bar, das Hinterrad 1,2 bar. Beim Vermieter des Scooters passe ich den Luftdruck auf die vorgegebenen (und sinnvollen) Werte an. Schon fährt der Roller viel besser. Merke: der gefühlt richtige Reifendruck hat oft gar nix mit dem tatsächlichen Reifendruck zu tun!

  • Bankkonto 1: Standard Chartered

    Bankkonto 1: Standard Chartered

    Für meinen Arbeitsvertrag benötige ich ein vietnamesisches Konto, damit mir mein Gehalt in vietnamesischen Dong (VND) überwiesen werden kann. Sonst würde der Arbeitsvertrag nicht genehmigt werden. Natürlich ist er sowohl in deutsch als auch in vietnamesisch verfasst und umfasst einen 8-Stunden-Tag mit einstündiger Mittagspause. Das hat zwar mit dem Lehreralltag nix zu tun, ist aber Standard. Andere Verträge gibt es nicht. Keine kürzere Arbeitszeit, schon gar keine Teilzeit. Na gut, also ein Konto eröffnen. Nico sagte am Tag seiner Hochzeit, dass er einige Probleme mit der BIDV – der Vertragsbank der Schule – hatte, plus Verständigungsschwierigkeiten, und daher zur Standard Chartered Bank gewechselt ist. Als englische Bank sprechen sie ohnehin englisch, alles ist problemlos.

    Wir fahren also am Montag früh zur Standard Chartered und beantragen ein Konto. Während einige Vietnamesen warten werden wir sofort zu einem Beraterplatz weitergeführt. Die Sonderbehandlung der “Langnasen” wird uns hier noch öfter begegnen. Online hatte ich mich schon informiert und meinen Reisepass mit Visum für meinen neuen PowerSaver Account mitgebracht.

    Wir füllen das dreiseitige englische Antragsformular aus und erfahren erste Details: So einfach geht das nicht. Unser Reisepass muss erst ins Vietnamesische übersetzt und die Übersetzung beglaubigt werden. Ich frage ungläubig nach: Eine englische Bank will die englischen Angaben in meinem Reisepass ins vietnamesische übersetzen? Beglaubigt? Wozu? Nun, es ist wohl Gesetz und die Bank kümmert sich selbst um die Details. Also gut.

    Jetzt braucht die nette Bankangestellte noch mein Einkommen. Ich kann nämlich nicht einfach so Geld nach Deutschland überweisen. Für jeden Betrag, den ich überweise, muss klar sein, aus welcher Quelle das Geld stammt. Wie genau man das auseinanderhalten will ist mir nicht klar, aber wohl das Gesetz. Auch diese Angabe erhält sie, voraussichtlich wird dieser Betrag wohl in Zukunft ohnehin regelmäßig auf dem Konto landen.

    Nun brauchen wir auch noch den Arbeitsvertrag!!! Ich will doch nur ein Konto eröffnen! Nein, sie braucht den Vertrag, sonst können wir kein Bankkonto eröffnen. Das stand nicht auf der Internetseite. Ist ihr egal. Macht nix, ich habe ihn eingescannt und auf meinem Tablet dabei. Bitte sehr!

    Nein, den Arbeitsvertrag können wie so nicht annehmen. Was?? Er ist nicht auf jeder Seite gestempelt, sondern nur auf der 10. Seite. Das genügt nicht! Damit die Bank ihn akzeptiert muss jede Seite gestempelt sein. Ich verstehe es nicht. Für mich ist dieser Vertrag ausreichend und bindend, aber um ein Bankkonto zu eröffnen genügt er nicht. Wir müssen morgen wiederkommen, mit jeder gestempelten Seite! (Auf die Idee mit Photoshop komme ich zu spät) Leider geht es nicht anderes und wir vertagen uns auf morgen.

    Da wir schon mal unterwegs sind, fragen wir gleich noch bei der Vietcombank im gleichen Gebäude nach. Unserer Übersetzerin Dung wird erklärt, dass für sie dieselben Regeln gelten würden, es ist keine Schikane der einen Bank. So genervt wie wir sind glauben wir es immer noch nicht.

    Wir fahren also auch noch zur BIDV in die Stadt. In der großen Filiale bestätigen auch diese Mitarbeiter, dass es so umständlich ist. Was soll’s. Zurück in der Schule drucke ich meinen Vertrag möglichst klein und unleserlich aus, dann wird ein roter Stempel über die aufgefächerten Seiten gedrückt. Der rote Stempel ist hier SEHR WICHTIG. Wir fragen uns, was der Mitarbeiterin wohl morgen noch einfallen könnte …

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    der gestempelte aufgefächerte Vertrag

  • Shoppen am Sonntag

    Shoppen am Sonntag

    Über das Internet hatte ich einen Anbieter gefunden, der eine Xiaomi Smart Waage mit Bluetooth auch hier in HCMC verkauft. Es war schon 17:00 Uhr am Sonntag, als ich überlegte, ob dieser Laden wohl noch offen hätte. Also fuhr ich einfach mal vorbei, um zumindest die Adresse zu haben.

    Anscheinend gibt es am Sonntag nichts besonderes zu tun, man muss sich nicht erholen oder Zeit mit der Familie verbringen – der Laden war auf und ich konnte problemlos mit der Mastercard bezahlen! Was sind Ladenschlusszeiten? Aber ohne religiöse Beeinflussung ist wohl weder der Sabbat (Samstag) noch der Sonntag heilig oder arbeitsfrei. Business as usual.

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    Das steht übrigens im krassen Kontrast zu den Öffnungszeiten von öffentlichen Einrichtungen oder Banken: Zwischen 12:00 Uhr und 13:30 Uhr braucht man gar nicht versuchen, dort vorstellig zu werden. Da ist nämlich Mittagspause – und die scheint heilig zu sein. Dafür schließen sie aber auch schon um 16:30 Uhr. Sie können es sich wohl leisten.

    Rückweg übrigens im Vietnam-Style: das dicke Paket baumelt am Lenker. Ladungssicherung? Was soll das sein? Ich halte es doch irgendwie fest 🙂

  • Nico’s Hochzeit

    Nico’s Hochzeit

    Auch wenn die Überschrift mit einem Deppen-Apostroph beginnt, so bin ich doch innerhalb kürzester Zeit in das lokale soziale Leben integriert. Ein langjähriger Lehrer der IGS HCMC heiratet seine vietnamesische Freundin weitgehend traditionell und Dung Bui lädt mich ein, einfach mitzukommen.IMG_1450

    Nachdem wir bei Nicos Wohnung einige alte Freunde aus Deutschland und seinen Bruder abgeholt haben geht es zum Haus der Eltern der Braut. Hier wird auf die 7 Geschenke, die rituelle Übergabe, die Ehre der Urgroßeltern auf dem Hausaltar und weitere Details geachtet.

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    Der weitere Verlauf ist zum Glück nicht so, wie in Vietnam üblich. Denn dann würden 100-500 Personen zum Essen eingeladen. Etwa von 12:00 bis 15:00 Uhr würden alle ein teures, aber nicht unbedingt wohlschmeckendes Mahl zu sich nehmen und dann nach Hause gehen. Nico freut sich hingegen auf etwas mehr Konversation mit Freunden und u.a. ein Video von Freunden, die nicht anwesend sein könne und die an seine Kindheit und verrückte Jugend erinnern.

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    Die vietnamesische Verwandtschaft macht sich recht schnell aus dem Staub, die anderen sitzen bis 10:00 Uhr im Restaurant. Da wir dann unsere pädagogische Leiterin nach Hause bringen, beenden wir die Details an dieser Stelle 🙂