Tag: Bank

  • Bankkonto 3: BIDV und Vietin

    Bankkonto 3: BIDV und Vietin

    Nachdem die Kontoeröffnung bei der Standard Chartered gescheitert ist, versuche ich mich auf eigene Faust bei zwei vietnamesischen Banken. Die erste ist unsere Hausbank – die Bank für Investment und Development in Vietnam. Nachdem ich die Adresse in Distrikt 1 nahe dem höchsten Gebäude der Stadt (Bitexco-Tower) ausgemacht habe kann ich dort relativ schnell ein Konto eröffnen. Monatliche Kosten: 8800 VND (35 Cent) für den SMS-Service des Kontostandes. Aber es gibt Zinsen auf das Guthaben! Eine Debit-Mastercard kostet 66.000 VND (2,65€) also bestelle ich diese auch noch. Jede Überweisung kostet 6.600 VND (26 Cent). In einer Woche soll alles fertig sein. Es geht doch!

    Die größte Bank des Landes ist die Vietin Bank. Eine Filiale ist etwa 150m entfernt – also eröffne ich auch hier ein Konto. Die VISA debit card kostet monatlich 5.500 VND (22 Cent) und eine Überweisung 9.900 VND (40 Cent). Egal, um der Information willen ist es den Test wert. Denn bald stelle ich fest – die Webseite ist nachts oft nicht erreichbar. Aus Sicherheitsgründen? Dabei geht es gar nicht einmal um Überweisungen, allein der aktuelle Kontostand kann nicht abgerufen werden.

    BIDV ist übrigens kaum besser. Chrome meldet mir auf der Startseite 160 Warnungen im HTML-Code. Keiner meiner Browser zeigt die Seite korrekt an, weder Safari noch Edge noch Internet Explorer noch Chrome. Ich mache gar den Versuch, die Bank darauf hinzuweisen. Meist geht ohnehin nur alles auf Vietnamesisch, die Umschaltung auf Englisch ist entweder nicht vorhanden, nur rudimentär umgesetzt oder fehlerhaft. Zumindest im Moment. Denn hier ist viel Geld unterwegs, der Bankensektor wächst schnell – so ist auch hier die Abhilfe nur eine Frage der Zeit.

  • Bankkonto 2: sc.vn die Zweite

    Bankkonto 2: sc.vn die Zweite

    Um es kurz zu machen: Ich bin am nächsten Tag noch einmal zur Bank, nur um zu erfahren, dass das Konto leider nicht eröffnet werden könne. Begründung: Ich brauche einen Vertrag, der mindestens ein Jahr umfasst. Aus Kostengründen wurde mir von der Schule jedoch kein Zweijahresvertrag angeboten. Stattdessen habe ich nur einen Vertrag über 11 Monate erhalten.

    Dabei ist das kostenlose Fahrrad zur Kontoeröffnung schon verlockend. Den Haken finde ich in den nächsten Wochen heraus. Man kann hier ein Fahrrad für 40€ kaufen!

    Was der Dame in der Bank übrigens nicht aufgefallen ist: Im Vertrag ist noch ein Anhang 2 als Bestandteil des Vertrages festgelegt. Danach hat sie gar nicht gefragt. Im Zweifelsfall wäre jener gar nicht unterschrieben gewesen.

    Und wenn wir gerade von Anhang 2 reden – wo ist dann Anhang 1? Das fiel dann noch ein paar Wochen später einer Angestellten einer anderen Bank auf. Nun, den habe ich gar nicht. Im Gespräch mit unserem Verwaltungsleiter Huu haben wir das deutschsprachige Dokument ausgedruckt, unterschrieben und zu den Akten geheftet. Es ist nur eine Art Arbeitsplatzbeschreibung, obwohl der Arbeitsvertrag schon viele Pflichten mit abdeckt. Jetzt sind die Unterlagen wenigstens vollständig.

  • Bankkonto 1: Standard Chartered

    Bankkonto 1: Standard Chartered

    Für meinen Arbeitsvertrag benötige ich ein vietnamesisches Konto, damit mir mein Gehalt in vietnamesischen Dong (VND) überwiesen werden kann. Sonst würde der Arbeitsvertrag nicht genehmigt werden. Natürlich ist er sowohl in deutsch als auch in vietnamesisch verfasst und umfasst einen 8-Stunden-Tag mit einstündiger Mittagspause. Das hat zwar mit dem Lehreralltag nix zu tun, ist aber Standard. Andere Verträge gibt es nicht. Keine kürzere Arbeitszeit, schon gar keine Teilzeit. Na gut, also ein Konto eröffnen. Nico sagte am Tag seiner Hochzeit, dass er einige Probleme mit der BIDV – der Vertragsbank der Schule – hatte, plus Verständigungsschwierigkeiten, und daher zur Standard Chartered Bank gewechselt ist. Als englische Bank sprechen sie ohnehin englisch, alles ist problemlos.

    Wir fahren also am Montag früh zur Standard Chartered und beantragen ein Konto. Während einige Vietnamesen warten werden wir sofort zu einem Beraterplatz weitergeführt. Die Sonderbehandlung der “Langnasen” wird uns hier noch öfter begegnen. Online hatte ich mich schon informiert und meinen Reisepass mit Visum für meinen neuen PowerSaver Account mitgebracht.

    Wir füllen das dreiseitige englische Antragsformular aus und erfahren erste Details: So einfach geht das nicht. Unser Reisepass muss erst ins Vietnamesische übersetzt und die Übersetzung beglaubigt werden. Ich frage ungläubig nach: Eine englische Bank will die englischen Angaben in meinem Reisepass ins vietnamesische übersetzen? Beglaubigt? Wozu? Nun, es ist wohl Gesetz und die Bank kümmert sich selbst um die Details. Also gut.

    Jetzt braucht die nette Bankangestellte noch mein Einkommen. Ich kann nämlich nicht einfach so Geld nach Deutschland überweisen. Für jeden Betrag, den ich überweise, muss klar sein, aus welcher Quelle das Geld stammt. Wie genau man das auseinanderhalten will ist mir nicht klar, aber wohl das Gesetz. Auch diese Angabe erhält sie, voraussichtlich wird dieser Betrag wohl in Zukunft ohnehin regelmäßig auf dem Konto landen.

    Nun brauchen wir auch noch den Arbeitsvertrag!!! Ich will doch nur ein Konto eröffnen! Nein, sie braucht den Vertrag, sonst können wir kein Bankkonto eröffnen. Das stand nicht auf der Internetseite. Ist ihr egal. Macht nix, ich habe ihn eingescannt und auf meinem Tablet dabei. Bitte sehr!

    Nein, den Arbeitsvertrag können wie so nicht annehmen. Was?? Er ist nicht auf jeder Seite gestempelt, sondern nur auf der 10. Seite. Das genügt nicht! Damit die Bank ihn akzeptiert muss jede Seite gestempelt sein. Ich verstehe es nicht. Für mich ist dieser Vertrag ausreichend und bindend, aber um ein Bankkonto zu eröffnen genügt er nicht. Wir müssen morgen wiederkommen, mit jeder gestempelten Seite! (Auf die Idee mit Photoshop komme ich zu spät) Leider geht es nicht anderes und wir vertagen uns auf morgen.

    Da wir schon mal unterwegs sind, fragen wir gleich noch bei der Vietcombank im gleichen Gebäude nach. Unserer Übersetzerin Dung wird erklärt, dass für sie dieselben Regeln gelten würden, es ist keine Schikane der einen Bank. So genervt wie wir sind glauben wir es immer noch nicht.

    Wir fahren also auch noch zur BIDV in die Stadt. In der großen Filiale bestätigen auch diese Mitarbeiter, dass es so umständlich ist. Was soll’s. Zurück in der Schule drucke ich meinen Vertrag möglichst klein und unleserlich aus, dann wird ein roter Stempel über die aufgefächerten Seiten gedrückt. Der rote Stempel ist hier SEHR WICHTIG. Wir fragen uns, was der Mitarbeiterin wohl morgen noch einfallen könnte …

    img_1972
    der gestempelte aufgefächerte Vertrag